He stole my heart!

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* Re: He stole my heart!

Beitrag von Predawn am So Mai 31, 2015 11:33 pm


Woher sollte das Dickerchen auch wissen, das der gewaltige Typ zu diesem zarten Fräulein gehörte? Bevor er zu seiner Matratze für heute einkehren würde, müsste er noch seine Schicht beenden. Alles andere würde ihn für die Wirtin verdächtig machen. Wer weiß schon, wie lange das mit dem Blümchen dauern würde~? Ihm nach könnte sie auf ewig in seinen Armen liegen. Aus welcher Stadt sie wohl stammte? Ob es da noch mehr schöne Blumen gäbe? Vielleicht hatte sie ja Schwestern! Seine Vorstellungen wurden immer verrückter. 3 Stunden später entledigte er sich seiner Schürze und stibitzte dem Wirt seinen Schlüsselbund. Schließlich wollten sie ungestört bleiben, oder nicht? Ehehe~

So, als würde sie kein Gramm wiegen trug er sie die Stufen hoch und trat die Tür auf. Im Zimmer legte er sie einfach aufs Bett und verschwand dann wieder. Meinte, er würde jagen. Hier sollte man besser kein Fleisch kaufen. Ob das Brot dann auch so gut war…? Nachdem er die Tür hinter sich geschlossen hatte, konnte sie ein Klicken hören. Eingesperrt. Das war wohl gut so, da sie verdammt müde war und schlafen wollte. Was, wenn tatsächlich irgendwer auf dumme Gedanken kam? …Dieser dicke Kellner zum Beispiel. Urghs, das der es überhaupt wagte, sie anzusehen, geschweige denn anzusprechen! Selbst, wenn er nicht wusste, wer sie war.
Es hatte nicht lange gedauert, bis sie eingeschlafen war. Sie wachte auch nur auf, weil sie plötzlich ein Klicken an der Tür hörte. War Alec schon zurück? Wie lange hatte sie geschlafen? "Habe ich dich warten lassen?" Moment. Mooooment. Diese Stimme gehörte eindeutig nicht zu Alec. Wer? Sie riss die Augen auf, nur um den Typen von unten anzublicken. Wie war er hier rein gekommen? …hatte er etwa einen Schlüssel? Tatsächlich! Er hielt ihn sogar noch in der Hand. Panik stieg in ihr auf, als er das Schloss wieder klicken ließ. Eingeschlossen. Mit ihm. Was wollte er von ihr? Was? Mit aufgerissenen Augen und angehaltenem Atem sah sie ihn an, versuchte irgendwie von ihm weg zu robben. "Bist wohl schüchtern~" Wieder sprach er mit dieser säuselnden, lüsternen Stimme, die ihr Knochenmark zum gefrieren brachte. Dann fing er an, auf sie zu zugehen, während er seinen Gürtel öffnete. Selbst wenn sie es versuchen würde, sie könnte ihm nicht entkommen. Also blieb ihr nur ein; schreien. Genau das tat sie auch. Schien der Dicke nicht so spannend zu finden, denn der griff sie und hielt ihr den Mund zu. Mit einer Hand zuppelte er ihr Kleid herunter. Als er sah, was sich unter dem Stück weißen Stoff verbarg, wurde ihm schon ganz anders. Sie meinte sogar, dass er bleich wurde.

Der Anblick, der sich ihm bescherte, war alles andere als erwartet; Wunden und Schrammen - überall. Sollte er vielleicht einfach wieder gehen? Aber… jetzt hatte er schon angefangen, das Mädel würde ihn sicherlich verpetzen; warum also nicht zu ende bringen, was er angefangen hatte? Auch wenn es ihm Angst einjagte. Mit zitternden, feuchten Händen warf er das schneeweiße Mädchen auf den Bauch - schnell genug, dass sie sich nicht wehren konnte - und setzte sich auf sie drauf, sodass sie nicht aufstehen konnte. Eine Hand auf ihrem Hinterkopf, damit sie nicht schreien konnte. Die andere Hand versuchte sich daran, das Korsett zu öffnen. die Schleife war noch einfach, aber das, was danach kam… Nach einer Ewigkeit musste er leider feststellen, dass er das mit einer Hand nie schaffen würde. Also entfernte die Hand von Nieves Hinterkopf und pfriemelte jetzt mit zwei Händen an dem Korsett herum.

Als er sie ruckartig herumschleuderte stöhnte sie vor Schmerzen auf. Ging das auch noch ruppiger? Ihre Schulter war ja nur gebrochen, tat auch gar nicht weh oder so. Nein. Mit ihrem Kopf auf die Matratze gepresst bekam sie kaum noch Luft. Zwar versuchte sie irgendwie mit den Beinen zu treten und ihre Arme unter ihrem Torso hervorzuholen, aber das Gewicht was auf ihr lag, war einfach zu schwer. In ihren Gedanken betete sie, dass Alec zurückkam. Allerdings erschien ihr diese Hoffnung beinahe schon albern. Wer würde ihr sonst helfen? Auf ihre Schreie hatte niemand gehört. Was für eine komische Gaststätte war das hier? Der Druck auf ihren Hinterkopf ließ nach, woraufhin sie hustend nach Luft schnappe. Nieves spürte, wie sich ihr Korsett langsam aber sicher löste. Bald hätte er es geöffnet - so weit durfte es nicht kommen! Verzweifelt fing sie wieder an zu schreien. Es wird niemand kommen, schoss es ihr durch den Kopf. Tränen rannen nun aus ihren Augen, für ein letztes Mal schrie sie; "Alec!"

Kaum hatte er seine Hand von ihrem Kopf genommen, fing das Geschrei wieder an. Keine Zeit, sich darum zu kümmern. Gestresst zog er an den Bändern des Korsetts herum. Wieso war das auch so kompliziert?! Verdammt! Jetzt schrie sie einen Namen, danach verstummte sie. Perfekt! Jetzt war er sowieso mit dem Korsett fertig. Vielleicht fügte sie sich ja. Aber nein, kaum stand er von ihr auf, landete ein verbundener Fuß in seinem Bauch, danach einer in seinem Gesicht. Dann rief die Weißhaarige noch einmal. "Alec!"
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* Re: He stole my heart!

Beitrag von Leona am Di Jun 02, 2015 6:52 pm


Ziemlich zufrieden durch den Jagderfolg sattelte Alec Diavolo im Stall ab und verstaute das Sattelzeug. Sein Pferd hatte noch genug Zeit, sich auszuruhen, durch die Tatsache, dass der Rothaarige relativ schnell fündig geworden ist.
Als der Falbe versorgt war, ging der Dieb aus dem Stall zurück in die Herberge. Er betrat die Taverne und registrierte als Erstes den Lärm, der aus der oberen Etage drang. Was war da oben los? Er beeilte sich, die Treppen hinaufzukommen, als er in dem Lärm die Schreie einer bekannten Frauenstimme ausmachte. Kurz bevor er an dem Zimmer angekommen war, schrie die Stimme noch einmal und es war eindeutig die Prinzessin. Was Alec daran jedoch in allerhöchste Alarmbereitschaft versetzte, war, dass sie seinen Namen schrie. Kurz ruckte er am Griff der Tür, die sich jedoch nicht bewegte. Immer noch abgeschlossen. Er machte sich nicht die Mühe, den Schlüssel herauszuholen, sondern trat die Tür einfach ein.
Das Bild, dass sich ihm bot, war eindeutig. Ein Mann, den er als den dicken Kellner identifizieren konnte, fixierte Nieves mit dem Gewicht ans Bett, die Hose geöffnet, und hatte sich allen Anschein nach bereits an ihrem Korsett zu schaffen gemacht. Eine unglaubliche Wut flammte in dem jungen Mann auf und er spürte bereits, dass seine Kraft zu brodeln begann. Daher ließ er dieser Wut in seinem Bauch freien Lauf, indem er zwei schnelle Schritte auf das Bett zutrat und den schwitzenden Mann am Kragen packte. "Was zur Hölle denkst du, tust du da, Dickerchen?!" knurrte Alec furchtbar wütend, zog den Kellner von der Prinzessin hinunter und schlug ihn in derselben Bewegung gegen die Wand, ohne ihn loszulassen. Er war sich sehr wohl der Tatsache bewusst, dass auch sein linkes Auge im Moment leicht glühte.

Der dicke Kellner wusste gar nicht wirklich, wie ihm geschah. Gerade eben noch wollte er das Blümchen von ihrem bereits geöffneten Korsett befreien, da hatte sie einen Namen geschrien und die Tür brach auf. Und nun hing er hier an der Wand, mit schmerzendem Rücken und im Blick ein riesiger Typ mit Augenklappe, dessen linkes Auge ihn voller Wut ansah. Es schien fast schon zu glühen. Gehörte dieses zarte Blümchen dort etwa zu ihm?! Nein! Das wäre gar nicht gut! Der Fremde vor ihm öffnete den Mund. "Ehrgefühl ist dir fremd, nicht wahr?!" Was sollte er tun? Sollte er etwas sagen? Aber nein. Der Blick des Typen war genug, um den unerfahrenen Kellner zum Schweigen zu bringen.

Alec hatte alle Mühe damit, sich zusammenzureißen. Er hatte sich ein kaltes Gemüt zugelegt, aber so etwas wie eine Vergewaltigung empfand er schlichtweg als widerwärtig und so sehr er sich auch anstrengte, diese brodelnde Wut blieb. Das feige Benehmen des Angreifers brachte ihn nur noch mehr auf die Palme. "An einer Frau, die nicht in der Lage ist, sich großartig zu wehren vergreifst du dich augenblicklich, aber sobald jemand stärker ist als du, ziehst du den Schwanz ein. Ich habe selten jemanden gesehen, der einfacher gestrickt ist, als du." Der Dieb konnte beobachten, wie seine augenscheinliche Ruhe den Kellner immer ängstlicher werden ließ. Bald ergriff ihn sogar die schiere Panik. "Oder empfandest du deine Taten etwa als angebracht?" Keine Antwort. Natürlich nicht. Der Rotschopf spürte, wie seine freie Faust zu zittern begann. Er durfte jetzt nicht zu viel von seiner Wut aufstauen. Sonst würde es blutig enden, ob er wollte, oder nicht. Als also keine Antwort folgte, schlug er dem Dicken seine geballte Faust mit Wucht ins Gesicht. Die Nase des Feiglings knackte augenblicklich und ihm schossen sogar die Tränen in die Augen, als er aufschrie. "Du selbst hältst keine Schmerzen aus, aber jemand anderem willst du mutwillig welche zufügen?!" knurrte der junge Mann. Daraufhin begann der Kellner, ihn anzuflehen. "L-Lasst mich bitte gehen!" Alecs Stimme war ruhig, als er antwortete. "Hättest du denn vorgehabt, zu verschwinden, wäre ich nicht gekommen?" Er schwitzte nur noch mehr. Aber keine Antwort. Natürlich. Alec kannte sie schon selbst. Um das Brodeln in seinem Bauch ein wenig zu beruhigen, verpasste er dem Kellner noch eine. "...Tötet mich nicht..." heulte der Typ daraufhin. "Nein. Das wäre zu einfach." die Augen seines Gegenübers weiteten sich noch mehr, als ohnehin schon. Ein kurzer Seitenblick zu dem weißen Mädchen beendete diese Situation schließlich, als Alec beschloss, den Kellner aus dem Zimmer zu werfen und die Treppe hinunterzustoßen. Alles andere hätte seine Begleitung nur noch mehr verstört. "Hoffe einfach, dass wir uns nie wieder begegnen." grollte der Rotschopf, dann drehte er dem verängstigten Klops den Rücken zu und ging zurück in das Zimmer, die Tür hinter sich mit voller Wucht zuknallend. Abschließen ließ sie sich nicht mehr, aber wenigstens schloss sie noch. Auf dem Holzboden unten war zu hören, wie der Trottel eiligst davonstampfte. Wenn er wüsste, was für ein riesiges Glück er gehabt hatte, würde er wahrscheinlich vor Schock umkippen. Alec kniff seine Augen zusammen und atmete leise tief durch, schluckte die Wut hinunter und konzentrierte sich auf das Hier und Jetzt. War er schnell genug da gewesen? Im ersten Moment sah es zumindest so aus. Ruhiger als vorhin drehte er sich zum Bett um. "Ist bei dir alles in Ordnung?" erkundigte er sich vorsichtig. Zunächst einmal ohne Näherzukommen. Er hatte schließlich keine Ahnung, wie sie reagieren würde.
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* Re: He stole my heart!

Beitrag von Predawn am Di Jun 02, 2015 8:03 pm


Es tat verdammt nochmal weh, als sie ihn trat, aber was hatte sie für eine Wahl? Schmerz oder … Ach, sie wollte gar nicht erst daran denken! Man würde sie entwürdigen, demütigen, verunreinigen! Sie war doch noch so weiß und rein wie ihre Haarpracht. Wobei die momentan alles andere als rein war. Wie lange hatte sie sich nicht mehr gewaschen? 2 Tage? An sich war das völlig im Rahmen. Wäre sie im Schloss. Ob sie sich hier baden könnte? Warum dachte sie jetzt überhaupt darüber nach, es gab Wichtigeres zu regeln. Wenn sie dieser Situation irgendwie entkam, dann würde sie sich von all der Demütigung reinwaschen. Der Klops hatte sich derweil wieder auf sie gesetzt und wollte ihr gerade das Korsett aus den Armen entreißen - natürlich hielt sie es fest. Nieves zweifelte auch nicht daran, dass der Kerl genug Kraft besaß, es ihr einfach wegzunehmen. Im Stillen betete sie wieder darum, dass ein vertrautes, männliches Geschöpf zur Tür hereinkam und sie rettete. Alec, bitte! Alec!

Salzige, heiße Tränen flossen wie Wasserfälle aus ihren blauen Augen, als sie die schwitzigen Hände auf ihrer Haut spürte. Sie wollte das nicht! Wie war sie hier rein geraten? Mit einem Knallen schlug die Tür auf und es schien, als würde die Zeit stehen bleiben. Alec! Es war tatsächlich Alec! Jetzt wusste die Prinzessin nicht mehr, ob es angebrachter war zu lachen oder zu weinen. Mit einem halben Lächeln durch einem Meer aus Tränen sah sie zu ihm auf. Keine Millisekunde später war das unerträgliche Gewicht der Belästigung runter von ihr. Sie presste ihren verbundenen Arm an ihren Oberkörper, damit das Korsett nicht wegrutschte und robbte sich in die hinterste Ecke vom Bett, wo sie sich an der Wand anlehnen konnte. Zusammen gerollt, mit der Decke in einer Hand, beobachtete sie ihren Ritter in leuchtender Rüstung. Doch musste sie feststellen, dass ihn diese Beschreibung vielleicht nicht so ganz gerecht wurde. Natürlich hatte der Missetäter keine bessere Behandlung verdient, nur irgendwie… machte der Rothaarige ihr gerade ziemlich Angst. Als die Nase des Fetten knackte, sah sie ihn für einen Moment mit Teller großen Augen an, wie eingefroren. Dann schluckte sie schwer und verkroch sich unter der Decke. Sie weigerte sich, mehr von dieser Folter anzusehen. Sie weigerte sich, diese Seite von Alec in Aktion zu erleben.
Natürlich war dem Prinzesschen klar gewesen, dass sie hier einen Banditen vor sich hatte. Nur irgendwie hatte sie ihn wohl für einen besseren Kerl gehalten. Was heißt besser? Er tat nichts unrechtes. Un doch… und doch jagte es ihr Angst ein. Genau das war ihr Problem; sie wollte keine Angst vor ihm haben. Er hatte sie doch gerettet und die letzten Tage beschützt, oder nicht? Jetzt tat er im Grunde nichts anderes, oder? Wieso fürchtete sie ihn also? Er würde ihr nichts tun. Da war sie sich sicher. War es vielleicht, weil sie nicht verstand, warum er plötzlich so aggressiv war und ihr gegenüber nimmer so gefasst? So wütend hatte sie ihn noch nicht erlebt und das, obwohl sie sich schon eine Predigt von ihm anhören musste. Sie war zu empfindlich, das war es, stimmt's? Dabei hieß es, sie hätte so ein fabelhaftes Menschenkenntnis. Tja, Adelige in und auswendig zu kennen war wohl etwas anderes als bei nicht Adeligen. Innerlich schnaubte sie abfällig. Die Leute, mit denen sie sich hatte abgeben müssen, waren alle so simpel gewesen. Zu simpel. Denn außerhalb der schützenden Mauern verstand sie nichts mehr.

Bei Alecs Antwort auf die Bitte ihres Schänders musste sie ein scharfes Einatmen unterdrücken. Er würde ihn also einfach so… töten können? Ihr ganzer Körper zitterte vor Anspannung und Schock und Angst. Erzitterte wegen allem, was jetzt und hier passiert war und passierte und passieren würde. Sie vernahm Alec wütende Schritte aus dem Zimmer hinaus, wenig später hörte sich noch, wie etwas schweres die Treppe herunter kullerte. Sie musste nicht zweimal überlegen, was es war, dass da herunter fiel. Schließlich lag es doch auf der Hand, oder nicht? Erneut knallte die Tür, als Alec hereinkam. Diesmal konnte sie nicht verhindern, heftig unter der Decke zusammen zu zucken. Danach hörte sie keine Schritte mehr oder überhaupt irgendwas außer ihren eigenen, flachen Atem. Sie zuckte erneut zusammen, als der rothaarige Bandit seine Stimme erhob, auch wenn er ruhig sprach. Irgendwie hatte sie immer noch Angst vor ihm. Dabei wollte er sich nur erkundigen, ob es ihr gut ginge… Vorsichtig zog sie die Decke soweit vom Kopf, dass man gerade noch ihre geröteten, vor Angst geweiteten Augen sehen konnte. "…mhm…" brummelte sie ohne ihn anzusehen. Vor Furcht davor, Wut in seinen Augen zusehen. Aber warum sollte er noch wütend sein? Er klangt nicht einmal wütend. Sie bekam es einfach nicht ais ihrem Kopf heraus. Der Fakt, das er kalte Wut gezeigt hatte. Kalt und blutrünstig wie ein Biest. Ein Monster
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* Re: He stole my heart!

Beitrag von Leona am Di Jun 02, 2015 10:59 pm


Das Mädchen lugte nur ein klein wenig unter der Decke hervor, die sie schützend über sich geworfen hatte. Die blauen Augen waren tellergroß und gerötet. Außerdem sah er schiere Angst, was natürlich verständlich war. Aber ihre Antwort kam nicht sehr überzeugend herüber ... "Bist du dir sicher?" fragte er leise nach, während er sich dem Bett näherte. Dieses Unterfangen stoppte er jedoch schnell, denn er bemerkte die Angst Nieves' immer größer werden. Ihre Augen wurden riesig. Oje, da hatte er ihr wohl auch noch eine ganz schöne Angst eingejagt mit seiner Wut ... und dabei hatte er sich noch halbwegs unter Kontrolle. Die Situation machte ihm nur zu deutlich, dass er vermeiden musste, in der Gegenwart der Prinzessin Wut zu zeigen oder gar die Kontrolle zu verlieren.
Er steuerte erst einmal nicht auf das weiße Mädchen selbst zu, sondern ging einmal um das Bett herum, um sich den gesamten Raum anzusehen. Prompt fiel ihm dann auch das Kleid der Prinzessin auf, welches zerknittert neben dem Bett auf dem Boden lag, achtlos weggeschmissen. Alec atmete einmal durch, dann nahm er das Kleid und legte es neben Nieves auf die Bettdecke. Nachdem er noch einen Blick zur Tür geworfen hatte, setzte er sich ans Fußende des Bettes, Nieves gegenüber und beschloss, sich die Kapuze vom Kopf zu ziehen - das erste Mal in ihrer Gegenwart. Vielleicht würde es sie ein wenig beruhigen, außerdem hatte sie sein Gesicht wahrscheinlich bereits unter der Kapuze gesehen. "Vor mir brauchst du sicherlich keine Angst zu haben." fügte er der Geste hinzu und rang sich sogar ein leichtes, kaum zu bemerkendes Lächeln ab.
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* Re: He stole my heart!

Beitrag von Predawn am Mi Jun 03, 2015 10:09 am


Sie musste sich regelrecht dazu zwingen, gleichmäßig ein und auszuatmen - sonst würde sie wieder anfangen zu weinen. Also versuchte sie sich auf ihre Atmung zu konzentrieren und Alec auszublenden. Denn jetzt war alles gut. Das musste es. Er war auf ihrer Seite. Er musste. Wenn nicht… wenn nicht… ja, was wenn nicht? Sie hatte nicht den leisesten Sinn einer Ahnung, was dann aus ihr werden würde. Mit geschlossenen Augen redete sie weiter auf sich ein, dass alles gut war, dass Alec gut war. Ihr würde nichts passieren, bestimmt nicht. Alles war gut. Dann verfluchte sie sich, als sie bei dem Klang seiner Stimme ein weiteres Mal zusammenzuckte. Nickend wollte sie ihm die Frage bestätigen, doch dann kam er auf sie zu. Kopfschüttelnd, mit riesigen Augen, sah sie ihn jetzt doch an. Verzweifelt versuchte sie nach Luft zu schnappen, als sich ihre Kehle aus lauter Panik zuschnürte. In ihrem Kopf wiederholte sie immer und immer wieder die selben Worte. Er wird mir nichts tun, er wird mir nichts tun, er wird mir nichts tun. Wieso gehorchte ihr Körper nicht mehr? Wieso hatte sie solche Angst?

Erleichtert stieß sie die angehaltene Luft aus ihrer Lunge, als der Bandit nicht mehr direkt auf sie zuging. Da! War es nicht wiedereinmal ein Indiz dafür, das er es gut meinte? Und wieder wollte sie sich selbst glauben schenken und wieder scheiterte sie. Verzweifelt, das war sie. Verzweifelt und verstört. War es denn wirklich seine Schuld? Dann wurde er eben wütend- Dann wurde er eben handgreiflich. Dann hätte er ihn getötet. Von wegen, seine Aggressivität machte ihr Angst. Was ist, wenn er ihr gegenüber handgreiflich wurde? Sie könnte sich genauso wenig wehren, wie der Klops. Plötzlich lag das Kleid - eines ihrer absoluten Lieblinge, jetzt war es völlig zerfetzt - neben ihr. Vorsichtig, ganz vorsichtig hob sie ihren Blick an. Alec saß, mit viel Abstand, ihr gegenüber auf dem Bett und zog sich tatsächlich seine Kapuze vom Kopf. Diese Geste ließ ihn gleich viel menschlicher wirken, mit Kapuze sah er immer so düster aus. Überrascht musste sie feststellen, dass seine Haare gepflegter waren, als sie es bei einem Banditen erwartet hatte. Sie wusste, dass das gemeine Volk sich nicht allzu sehr um ihr Erscheinungsbild kümmerte - selbst hier in Royaume, wo die Leute reicher waren als in anderen Königreichen.
Was er dann sagte, war genau das, wovon sie die ganze Zeit versuchte, sich selbst zu überzeugen. Vor ihm bräuchte sie keine Angst zu haben. Sie biss sich auf die Unterlippe, in dem Versuch zu verhindern, dass sie zu beben begann. Tränen flossen ihr wieder über die hellen Wangen und sie wusste diesmal nicht einmal wieso sie weinte. Hauptsächlich, weil sie ihm endlich Glauben schenken konnte. Er hatte es selbst gesagt; vor ihm müsse sie sich nicht fürchten. Außerdem wollte sie vergessen, alles vergessen was hier und heute passiert war. Den Klops, Alecs Wutausbruch und ihre Angst. Sie wollte das alles loswerden. Die Demütigung, den Ekel, die Verstörtheit, die Furcht.
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* Re: He stole my heart!

Beitrag von Leona am Mi Jun 03, 2015 9:55 pm


Er hatte Recht behalten - ein wenig hatte es sie beruhigt. Nun war die Panik in ihren Augen nicht mehr so groß. Und laut ihr war er wohl tatsächlich pünktlich gewesen. Na dem Himmel sei Dank. Aber - was nun? Sie brauchte Ablenkung. Irgendeine Art von Ablenkung. Sie sah aus, als würde sie in kürzester Zeit wieder zu weinen beginnen. Der Dieb warf einen Blick auf das Kleid neben der Prinzessin. Es war völlig zerrissen. "Es sieht so aus, als würdest du jetzt erst recht ein neues Kleid brauchen. Oder hängst du sehr an Diesem?" Das Kleid war das einzige, dass ihm zur Ablenkung wirklich einfiel. Das Mädchen hatte sich immer noch in ihrer Decke verkrochen.
Ob er härter hätte sein sollen mit dem Kellner? Aber nein, dann wäre Nieves wahrscheinlich zusammengebrochen. Verdammt noch mal! Er hätte sie mitnehmen sollen. Wieso hatte er sie hiergelassen? Dieser Ort war sowieso nicht der Vertrauenserweckendste, wieso hatte er sie dann einfach hiergelassen? Was wäre gewesen, wenn er zu langsam gewesen wäre? Für sie wäre die Nacht sicherlich nicht angenehm gewesen. Wenn er seine Beute nicht so schnell gefunden hätte ... Er wäre jetzt vielleicht immer noch nicht zurück! Und der Dicke hatte sich bereits an ihrem Korsett vergriffen, als er ihn unterbrochen hatte. Alec wusste zwar nicht, was die Prinzessin alles trug, aber lange hätte es wahrscheinlich nicht mehr gedauert, dann wäre der Kellner zufrieden gewesen.
Hatte er sie nicht ans Bett fixiert? Was, wenn er ihre Schulter unnötig bewegt hatte? War das Mädchen wirklich in Ordnung? "Hey, wie geht es deiner Schulter?" fragte er sie, immer noch leise. Seine Stimme schien sie jedesmal zu erschrecken, daher flüsterte er beinahe schon.
Ein Blick aus dem Fenster verriet dem Dieb außerdem, dass die Dämmerung schon lange vorbei war. Das Einzige, was in dem kleinen Raum Licht spendete, waren zwei, weit abgebrannte Kerzen auf dem Fensterbrett. Jetzt wollte er erst recht so früh wie möglich aufbrechen.
"Glaubst du, du kannst schlafen? Wir sind morgen so früh wie möglich raus aus diesem Dorf, das verspreche ich." informierte er sie, mit unveränderter Lautstärke. Mittlerweile saß er im Schneidersitz, aber immer noch am Fußende und gegenüber von ihr. "Ich kann wach bleiben, wenn du dich dann sicherer fühlst. Mit dem zerstörten Schloss hätte ich sowieso nicht durchgehend geschlafen." Er hätte sich niemals träumen lassen, dass er mal so etwas wie Fürsorge einer Adeligen gegenüber zeigen würde. Allerdings ... wirkte sie nicht wie eine. Zumindest nicht wie jemand von der Sorte, die er kennengelernt hatte. Sie war naiv und verstand nicht sehr viel von dem, was um sie herum geschah, sie war schließlich innerhalb von Mauern aufgewachsen und nie herausgekommen. Außerhalb ihres Zuhauses aber kam sie alleine niemals zurecht. Er hatte sie aufgegabelt, also würde er sie auch beschützen. In einer wildfremden Herberge würde er sie sicher nicht noch einmal aus den Augen lassen. Deswegen wollte er nach Ville - sie brauchte immer noch einen Heiler, und dort kannte er die Menschen. Sie wollte schließlich ihr Volk kennenlernen. Dort traf sie auch die gute Seite des Volkes von Royaume.
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* Re: He stole my heart!

Beitrag von Predawn am Mi Jun 03, 2015 11:08 pm


Schniefend wischte sich die Prinzessin die Tränen aus den Augen, um auf Alec Worte ihr Kleid erneut anzusehen. Zwischen leisen Schluchzern versuchte sie sich zu sammeln, ihre Stimme wieder zu finden. "Es war… eines meiner Lieblingskleider…" Krächzte sie hervor, immer noch gegen Tränen ankämpfend. Ihr Gesicht fühlte sich wund an - ihre Augen, ihre Nase, ihre Stimme. Es brannte. Genauso wie ihre Füße, die seit ihrem Abwehrversuch extrem weh taten. Mit ihrer Schulter wollen wir gar nicht erst anfangen… die Schmerzen hielt sie kaum aus. In exakt diesem Moment fragte der rothaarige Bandit, wie es ihrer Schulter ging, seine Stmme kaum mehr ein Flüstern. Räuspernd setzte sie zur Antwort an "Tut weh", wieder klang sie rau und gar nicht nach ihr selbst.
Für einen Moment war er dann wieder still, warf einen Blick aus dem Fenster. Sie jedoch wandte ihren schüchternen Blick keine Sekunde von ihm ab. Es überkam sie der Wunsch in seine Arme geschlossen zu werden - da wo sie bis jetzt in der Außenwelt am sichersten gewesen war. Doch an sowas durfte sie gar nicht erst denken! Wer weiß, was sie sonst noch für Bedürfnisse hatte. Dabei waren ihr Männer bis jetzt immer völlig egal gewesen. Was war sein Geheimnis? Wieso schämte sie sich in seiner Gegenwart stehts und fühlte sich doch sicher und gleichzeitig machte er sie einfach nur wütend? Sie verstand es nicht. Sie wusste nur, dass sie sich nach seiner Wärme sehnte und das sie genau das nicht tun sollte.

Ob sie schlafen konnte? Was für eine bescheuerte Frage war das? Nach dem, was passiert war, konnte sie unmöglich schlafen! Was dachte sich dieser Pappenheimer dabei nur. Ohne es zu merken, hatte sie aufgehört zu weinen und blickte nun ziemlich entgeistert drein. "Schlafen?" Hauchte sie mit dünner Stimme, so, als hätte sie noch überhaupt nicht über diese Möglichkeit nachgedacht. Als wäre es völlig abwegig. Was es ja auch war. Versuchte er sie gerade zu überreden zu schlafen? Nicht, das sie ihm für seine Fürsorge undankbar wäre. Ein Seufzer entwich ihren Lippen und sie schüttelte ihren Kopf. Dann wandte sie ihren Blick ab, auf der Unterlippe kauend - das sollte sie sich ganz schnell wieder abgewöhnen, für eine Prinzessin ziemte es sich nicht. Ihr Korsett war immer noch offen uns selbst konnte sie es nicht zuschnüren. Ohne Alec eines Blickes zu würdigen, entledigte sie sich von der Deck und rutschte von der Wand weg. "Könntet ihr…?" Sie wagte es nicht, die Bitte komplett auszusprechen. Es war absurd - eine Prinzessin, die die Hilfe eines Banditen bei ihrem Korsett brauchte. Überhaupt hatte sie nie um Hilfe fragen müssen. Sophia war immer da gewesen, egal was los war. Aber… es war auch die perfekte Gelegenheit, um Alec ein wenig näher zu kommen… Halt, was dachte sie da! Sie brauchte nur ein wenig menschliche Nähe, mehr nicht. Mehr war da nicht. Das war doch ganz normal, oder? Mist.
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* Re: He stole my heart!

Beitrag von Leona am Mi Jun 03, 2015 11:47 pm


Sie antwortete ihm tatsächlich. Eines ihrer Lieblingskleider also? "In Ville gibt es einen ziemlich guten Schneider. Womöglich schaffen wir es, dein Kleid zu retten." Ein leichtes Lächeln umspielte seine Mundwinkel, als er die Schneiderei erwähnte. Er wusste noch genau, wie er sich bei seiner Flucht nach Ville erschrocken und gleichzeitig gefreut hatte, als er Chloe aus der Schneiderei hatte kommen sehen. Er hatte immer angenommen, dass seine Schwester zusammen mit seinen Eltern ums Leben gekommen war, als sein altes Zuhause abbrannte. Aber allen hohen Mächten sei Dank hatte zumindest Chloe es geschafft, sich zu retten und sich sogar eine Existenz aufzubauen. Als Lehrling des Schneidermeisters. Alec wurde aus seinen Gedanken gerissen, als das Mädchen vor ihm auf seine zweite Frage antwortete. Es tat also weh. Natürlich tat ihre Schulter weh, das hatte er erwartet. Ob er sich den Arm noch einmal ansehen sollte? Hatte die Bandage sich vielleicht leicht gelöst? Hm. "Sitzt die Bandage noch, die den Arm fixieren soll?" er fragte lieber. Nicht, dass sie wieder in ihre Panik zurückfiel.
Das tat sie beinahe, als er erwähnte, dass sie doch schlafen solle. Sie blickte ihn entgeistert an und wiederholte seinen Vorschlag mit dünner Stimme. Sie sah zur Seite und schien in ihre Gedanken versunken zu sein, dann rutschte sie urplötzlich von der Wand weg, auf ihn zu, und schob die Decke von sich. Sie sah ihn nicht ein einziges Mal an, während sie begann, eine Bitte zu formulieren. Alec hob kurz die Augenbrauen. Er war überrascht, dass sie sich traute, ihn um etwas zu bitten. Vor allem um so etwas. Ihr Korsett war komplett geöffnet, sie hielt es nur mit ihrem gesunden Arm fest an ihren Körper gepresst. Ohne ein Wort stand Alec auf und setzte sich hinter sie. Hätte er etwas erwidert, hätte es die Situation für sie womöglich nur noch peinlicher gemacht. Für ihn selbst war es nicht wirklich peinlich. Es war nicht das erste Korsett, dass er gesehen hatte und auch nicht das erste, welches er schnürte - auch, wenn er eher seltener eines zugeschnürt hatte. Aufgrund dessen bemerkte er also sofort, nachdem er Nieves langen, silberweißen Haare über ihre Schulter nach vorn gelegt hatte, dass einige Bänder durch ruckartiges Ziehen aus den ihnen zugestammten Plätzen entfernt worden waren. Er fädelte diese also als erstes wieder ein, dann schloss er das Kleidungsstück, indem er die Bänder, die es zusammenhielten, von unten nach oben stramm zog - vorsichtig, selbstverständlich. Er wollte dem schlanken Mädchen nicht unbedingt die Luft abschnüren. Seine Hände bewegten sich schnell und präzise von unten nach oben, bevor sie die Schleife banden, die das ganze abschloss. Ob er stolz darauf war oder nicht, das war eine ganz andere Frage. Trotz seiner Umsicht beim Zuschnüren fragte er Nieves: "Sitzt es gut, oder zu fest?"
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* Re: He stole my heart!

Beitrag von Predawn am Do Jun 04, 2015 8:18 am


Ein unerwartet breites Lächeln suchte sich seinen Platz auf ihren Lippen. Ihr Kleid könnte repariert werden? Aber… würde so ein einfacher Schneider überhaupt den richtigen Stoff dafür besitzen? Vermutlich nicht. Das Lächeln verschwand so schnell wie es gekommen war. Sie musste aufhören immer sofort alles zu glauben und dann erst zu hinterfragen. Trotz allem meinte sie dann noch "Das wäre toll!" und versuchte es mit einem halbherzigen Lächeln. Das ihre Stimme bei dem Versuch zu jubeln abbrach, ignorierte sie einfach.
Jetzt erkundigte er sich darüber, ob ihre Bandage noch fest war. Um ehrlich zu sein hatte sie keine Ahnung ob und wie die saß. Es fühlte sich ein wenig lockerer an also vorher. Also hatte sie sich gelockert? Man müsste sie wieder festziehen. "Ich glaube sie ist locker." Murmelte sie unsicher. Wie sollte sie sich auch sicher sein? Mit sowas kannte sie sich nicht aus. Sprachen und Geografie hatte man ihr beigebracht. Auf Nachfrage ein wenig Biologie und Landwirtschaft. Mit Medizin kannte sie sich kein bisschen aus und das bereute sie nun ein wenig. Es wäre schließlich praktisch gewesen. Zuhause würde sie nach medizinischen Wälzern suchen und sie lesen. Wissen konnte nie schaden.

Zum Thema schlafen äußerte der Bandit sich nicht weiter. Ohne ein Wort zu sagen, war er hinter sie geklettert. Eine leichte Gänsehaut bildete sich, als Alec ihre Haare über die Schulter strich. Dann fing er an ihr Korsett mit schnellen Fingern zu schnüren. Wirklich schnell. Schneller als Sophia das hingekriegt hätte - und sanfter. Ihr Zofe gehörte nicht gerade zur sanften Sorte, sie meinte immer, das sie sich beim Schnüren nicht so anstellen sollte. Dabei war es doch nicht ihre Schuld, wenn die alte Frau so kräftig an den Fäden zog. Das ging sanfter genauso schnell, wurde ihr ja gerade bewiesen. Einerseits war sie erleichtert, dass es so schnell und schmerzlos verlief, aber andererseits… woher wusste ein dreckiger Bandit, wie man ein Korsett schnürte? Und das so schnell! Gut, er war alles andere als unattraktiv. Trotzdem… wie käme er denn an so viele Frauen? Oder war er verheiratet? Nein, an seinem Finger war kein Ring gewesen. Ach! Sie sollte am besten aufhören sich darüber Gedanken zu machen, das war ja absurd. Was interessierte sie sich für sein Privatleben? Es ging sie nichts an. Argh, wieso war sie jetzt so frustriert? "Sitzt gut." Antwortete sie etwas zerknirscht, erneut mit geröteten Wangen, doch hoffte, er würde es nicht merken. Was natürlich Mumpitz war.

Was sie dann tat, überraschte Nieves sogar selbst. Sie folgte einfach ihrer inneren Stimme und… lehnte sich nach hinten, wo Alec saß. Vielleicht würde er es ja als Erschöpfung abtun, denn sie war erschöpft. Nur nicht so sehr. Seine Wärme erinnerte sie daran, dass sie selbst eiskalt war und erzitterte. Es tat gut sich so an ihn zu lehnen. Es beruhigte und enspannte. So könnte sie vielleicht sogar schlafen… Was dachte sie sich wieder? Ach, war doch egal. Sie hatte den Papp auf, immerzu an ihre Pflichten denken zu müssen und was sie durfte und nicht durfte. Hier sah sie keiner, es interessierte niemanden, solange sie wieder zurück ins Schloss kam. Einmal tief ein und ausgeatmet befreite sie sich von den zweifelnden Gedanken. Sie interessierte sich nicht für Männer, Alec war auch nicht anders. Selbst diesen Satz zu denken, kam ihr albern vor. Er hatte ihr bewiesen, das er anders war. Doch das sollte nichts bedeuten, das durfte es nicht. Sie war so gut wie verlobt und selbst wenn nicht… eine Prinzessin, die einen Dieb heiratete? Davon hatte sie noch nie gehört. Aus gutem Grund.
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* Re: He stole my heart!

Beitrag von Leona am Do Jun 04, 2015 3:27 pm


Ihre nächste Bewegung erschrak ihn beinahe schon. Im Kontrast stehend zu ihren geröteten Wangen, handelte sie recht sicher, als sie sich einfach an ihn anlehnte. Für einen Moment war er vollkommen sprachlos. Wann hatte das Prinzesschen denn den Mut angelegt, sich einfach so an einen, eigentlich noch ziemlich fremden, Mann zu lehnen? Noch dazu unmittelbar nachdem sie eine ziemlich erschreckende Erfahrung gemacht hatte?
Bei jeder anderen Frau wäre Alec jetzt resigniert aufgestanden, hätte sie auf ein Kissen verfrachtet und sich selbst auf einen Stuhl gesetzt, aber jetzt ... jetzt bemerkte er als erstes, wie kalt das Schneemädchen war. Er lehnte sich mit ihr nach vorne, sodass ihr Kopf für einen Moment auf seiner Schulter lag, dann griff er sich die Decke und zog sie mit sich zurück. Durch Nieves Position lag die Decke jetzt über beiden Personen. Als nächstes zog er behutsam die Bandage stramm - sie hatte ihm schließlich gesagt, dass diese sich locker anfühlte. Der Dieb bemerkte auch, wie die Prinzessin sich entspannte, als er es zuließ, dass sie sich an ihn lehnte. Er seufzte leise. Was zur Hölle sollte das Ganze eigentlich. Er wusste nicht einmal, wieso er das alles für sie tat. Er ... tat es einfach. Langsam lehnte er sich zurück, damit er nicht mehr aufrecht sitzen musste. Einen Arm legte er auf die Decke (und damit auch teilweise um Nieves) damit sie nicht wegrutschte, den anderen stützte er am Bettpfosten ab. Nachdenklich besah er sich zum wiederholten Male das Kleid. Es schien sie gefreut zu haben, als er sagte, dass sie versuchen würden, es zu reparieren. Nur, war er sich selbst nicht sicher, ob es in Ville solche Stoffe gab. Doch da fiel ihm ein, dass er ja einiges an Stoff hatte mitgehen lassen, als er die Kutsche ausgeraubt hatte, kurz bevor Nieves versucht hatte, auf Diavolo zu flüchten. Eigentlich hatte er vorgehabt, diese Stoffe zu verkaufen, aber ... ach, was soll's. Sollte sie ihr Kleid zurückbekommen. Es wäre ja gar nicht erst zerstört worden, wenn er sie mitgenommen hätte.
Widerwillig schüttelte er den Kopf. Das änderte jetzt auch nichts mehr. Er lehnte den Kopf zurück und schloss die Augen. Er schlief nicht - im Gegenteil, er bekam alles um sich herum mit. Entspannend wirkte es trotzdem.
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* Re: He stole my heart!

Beitrag von Predawn am Do Jun 04, 2015 4:54 pm


Keine Reaktion kam, als sie sich dreister Weise einfach an ihn lehnte. Ob das jetzt gut oder schlecht war, würde sich noch herausstellen. Dann aber lehnte er sich nach vorn, ihr Kopf auf seiner Schulter, der sogleich genauso rot wurde wie die Haare ihrer Lehne. Er hatte die Decke herangezogen, um sie beide damit zu zudecken. Die Geste sagte wohl genug aus; Alec erlaubte ihr, sich von selbst einfach so zunähern. Bisher hatte er immer alles getan, aber das war alles nur zum Zweck gewesen. Die Herumtragerei und die halben Umarmungen auf dem Pferd, es hatte nichts bedeutet. Doch tat es das jetzt? Ja. Ja, das tat es. Zumindest für sie. Egal ob sie durfte oder nicht. Es war egal wer sie war und wer er war. Völlig egal. Für heute hatte sie genug durchgemacht. Jetzt hieß es abschalten und… einfach nicht mehr nachdenken. Also ließ sie ihn einfach die Bandage richten, machte keinen Mucks, als er über der Decke den Arm um sie legte und sich ebenfalls zurücklehnte. Währenddessen hatte sie die Augen geschlossen und ließ sich langsam aber sicher von der Wärme um sie herum einlullen. Ehe sie sich versah, schlief sie tief und fest wie Dornröschen. Nur das Dornröschen im Schlaf sicherlich stiller war.
Bestimmt hatte die Märchenprinzessin auch keine Albträume gehabt. Zu schade das Nieves keine Märchenprinzessin mit Traumprinz war. Naja, vielleicht mit etwas Ähnlichem. Auch wenn sie sich in den schützenden Armen Alecs befand, blockte das nicht ihre innere Unruhe. Immer wieder murmelte sie vor sich hin, zuckte zusammen oder verzog ihr Gesicht. Das herumwälzen oder viel mehr zappeln mal außen vor. Alec bereute seine Entscheidung, sie einfach zu lassen jetzt bestimmt wieder. Aber was erwartete man nach einem solchen Erlebnis? Das Mädchen sollte einem leid tun.
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* Re: He stole my heart!

Beitrag von Leona am Do Jun 04, 2015 8:18 pm


Zeitweilen erlaubte der junge Dieb sich, einzunicken, allerdings hielt der leichte Schlaf nie lang. Zwischendurch hatte er immer einen Blick auf die langsam herunterbrennenden Kerzen und das noch pechschwarze Fenster. Als er das vierte mal wegdämmerte, wurde er nach einer sehr kurzen Zeit wieder geweckt. Nieves drehte sich unruhig hin und her und atmete schnell und abgehackt. Hatte sie einen Alptraum? Nach der Szenerie von vor ein paar Stunden konnte er ihr das selbstverständlich nicht verdenken.
Zu Beginn verstärkte er nur seinen Griff um die schlanke Gestalt, um sie zu beruhigen, aber ihr Wimmern verriet ihm, dass es nicht viel half. Also rüttelte er sie leicht.
"Hey, Prinzessin, wach auf. sie wälzte sich und zuckte, wachte aber nicht auf. Er wollte überhaupt nicht wissen, was ihre Gedanken ihr gerade vorgaukelten. Armes Mädchen. "Hey. Nieves. Du träumst. Wach auf! versuchte er es weiter. Immer noch kein Erfolg. Er schüttelte sie ganz kurz ein wenig kräftiger. "Nieves!" versuchte er es ein letztes Mal. Herrje, sie musste traumatisiert worden sein. Gut, dass Ville nicht mehr allzu weit weg war. Wenn sie sobald es halbwegs hell wurde losritten, konnten sie - mit Pausen selbstverständlich - am fortgeschrittenen Abend dort sein. Er empfand es als das Beste, das Scheemädchen so schnell wie möglich von hier fortzubringen.
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* Re: He stole my heart!

Beitrag von Predawn am Do Jun 04, 2015 9:21 pm


In einem schrecklichen Traum versunken, der der Realität von früher glich, wusste ihr Bewusstsein nicht mehr, was in Wirklichkeit passierte und was nicht. So war es nicht überraschend, dass sie Alecs Anwesenheit nicht beruhigte - in ihrem Traum war es nicht er, der sie berührte, sondern ein ekelhaftes Monster, das sie liebend gerne Verspeisen wollte. Normalerweise hatte sie ja einen leichten Schlaf, aber normalerweise hatte sie auch keine Albträume. Wieso sollte sie auch? Der letzte heftige Ruck kombiniert mit ihrem Namen katapultierte sie sogleich in die reale Welt zurück. "Nein! Nicht--" Plötzlich zurück in der Realität, völlig verschwitzt und außer Atem, sah sie sich benommen um; Sie lag immer noch bei Alec. Mit großen Augen sah sie zu ihm auf. War irgendwas passiert? Hatte sie etwa einen Albtraum gehabt oder sowas? "Was…?" Fragte sie hellwach und schlaftrunken zugleich. Vereinzelte Szenen aus ihren Traum kamen in ihr Bewusstsein zurück und sie schüttelte den Kopf. Nein, nicht daran erinnern, das machte es nicht besser. Bloß weg damit! Sie kämpfte damit, ihren Atem regelmäßig zu halten. Und wieso war ihr auf einmal so warm? Mit ihrem heilen Arm wischte sie sich kalten Schweiß von der Stirn. Anstrengend. Weiterschlafen… "tschuldigung…" Murmelte sie und gähnte laut, nur um sich dann nochmal zu entschuldigen. Dann dämmerte sie schon wieder weg. Ihr Körper besaß keine Kraft mehr und ihr Kopf musste erstmal verarbeiten, was geschehen war. Das sie einfach so wieder einschlief war wohl das Beste für sie.

if you want her to keep being awake tell meeeeeh~
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* Re: He stole my heart!

Beitrag von Leona am Do Jun 04, 2015 9:59 pm


Endlich hatte er Erfolg! Die Arme wirkte ganz verloren, als sie aufwachte und sich umsah. "Du schienst einen Alptraum gehabt zu haben. Deshalb habe ich dich geweckt." informierte er sie. Sie entschuldigte sich sofort für ihr Herumgewälze, dann gähnte sie ausgiebig und entschuldigte sich erneut. Ein kurzes, belustigtes "Tsk." entwich dem Rothaarigen, dann schüttelte er den Kopf. "Hör auf, dich ständig für irgendetwas zu entschuldigen, wofür du nichts kannst." wies er sie leise zurecht. Dann beobachtete er, wie sie wieder einschlief, bevor sein Blick zurück zum Fenster wanderte. Es war immer noch stockdunkel. Er lehnte sich mit ihr zurück und sank in einen leichten Schlaf.
Als er erwachte, roch er, dass die Kerzen vor kurzem abgebrannt waren. Sofort wanderte sein Blick zum Fenster. Ein heller Streifen zog sich über den Horizont. Das war alles an Licht, was er brauchte. Er sah hinab auf die Prinzessin. In ihrem Gesicht erkannte er noch immer eine ängstliche Unruhe. Wahrscheinlich haben die Träume nicht aufgehört. Es hätte ihn, um ehrlich zu sein, auch verwundert, wenn es denn so gewesen wäre. Leicht rüttelte er sie an der gesunden Schulter. "Aufstehen, wir verschwinden von hier." Er ließ sie erst einmal wach werden, während er horchte, ob schon irgendwer anders wachgeworden war. Allerdings war das Haus still, bis auf ein lautes Schnarchen aus der Taverne. Vermutlich war irgendwer dort eingeschlafen. Alec warf erneut einen Blick auf das Kleid. Er hob die Augenbrauen. "Möchtest du das Kleid trotzdem wieder anziehen, oder dich nur in deinen Mantel einwickeln?" Fragte er Nieves, als sie zurechnungsfähig war. Zu Beginn des Frühjahres war es schließlich kalt draußen - vor allem früh am Morgen.

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* Re: He stole my heart!

Beitrag von Predawn am Do Jun 04, 2015 11:12 pm


Natürlich bestätigte der rothaarige ihre Annahme. Was sollte es auch anderes sein? Na ja… ein Feuer vielleicht. Dann wäre einem auch warm und man müsste sie wecken. Zum Glück war es dann doch nur ein Alptraum. Nicht, dass das etwas Gutes war, aber immerhin besser als ein in Flammen stehendes Haus. Seine Reaktion auf ihre Entschuldigung verwunderte sie. "Tut mir leid." Erwiderte sie mit einem müden, dennoch kecken Lächeln, mit dem sie letztendlich auch einschlief. Was jedoch nicht heißen sollte, dass ihre Träume schön waren. Der Horror ging weiter, wenn auch diesmal nicht ganz so schlimm.
Geweckt wurde sie dann von Gerüttel an ihrer Schulter. Grummelnd und gähnend rieb sie sich die Augen, bevor sie diese müde öffnete. Oh man, hatte sie vielleicht schlecht geschlafen… Das nächste Gähnen konnte sie gerade noch rechtzeitig mit ihrer Hand bedecken. Dann musste sie feststellen, dass sie Alec vermutlich behinderte, so wie sie quasi auf ihm lag. Hitze stieg in ihre Wange, als sie sich aufrichtete. Von irgendwo war verdammt lautes Schnarchen zu hören. Das sich diese Person dadurch nicht selbst aufweckte…

Alecs Frage irritierte und beschämte sie zugleich. Warum sollte sie ihr Kleid denn nicht anziehen? Auch wenn es kaputt war… so ganz ohne Kleid rausgehen? Natürlich besaß sie einen Mantel, aber das wäre für ihren Geschmack immer noch zu wenig Kleidung und außerdem wäre es so früh am Morgen viel zu kalt. Selbst mit Kleid. "Ich würde es doch gerne tragen…" Antwortete sie aus Unsicherheit mit leiser Stimme. Was für einen Grund könnte es denn überhaupt geben, es nicht zu tragen? Dachte er etwa irgendwelche komischen Sachen? Weil sie heute Nacht an seiner Seite Geschlafen hatte? Nicht das es sie stören würde… Der Gedanken ließ sie stocken, doch dann schüttelte sie ihre Kopf, um sich daran zu hindern, weiter komisches Zeug zu denken. Vielleicht war sie einfach kein Morgenmensch… Ja, das musste es sein.

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* Re: He stole my heart!

Beitrag von Leona am Fr Jun 05, 2015 1:37 pm


Gut, dass sich Nieves nicht gegen das Kleid wehrte. Mit war es immer noch besser als ohne, vor allem Morgens. "Gut, dann zieh es an. Oder brauchst du Hilfe?" fragte er, dann stand er allerdings schon einmal auf. Er lehnte Nieves an das Kissen, an welchem er vorher gesessen hatte, dann begab er sich zu den Satteltaschen, welche er gestern achtlos neben die Tür auf den Boden geschmissen hatte. Er hob diese auf und sammelte die einzelnen Objekte wieder auf, die hinausgekullert waren. Die Taschen hing er sich um die Schulter und lief dann zum Fenster. Der Himmel wurde allmählich heller, aber das Dorf war noch vollkommen still. Sehr gut. Er wollte lieber still und heimlich verschwinden. Nicht, dass er die Beherrschung doch noch verlor, weil sie einem bestimmten Kellner über den Weg liefen. Was dieser seiner Chefin erzählen würde, war Alec gleich. Er hatte sowieso nicht vor, noch einmal wiederzukommen. Falls er es doch musste, konnte der junge Mann sich wunderbar verteidigen. Auch gegen fliegende Brote.
Sein Blick streifte über den Boden des Zimmers, um zu kontrollieren, ob nicht irgendwo noch etwas lag. Als das nicht der Fall war, sah er abwartend der Prinzessin entgegen.

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* Re: He stole my heart!

Beitrag von Predawn am Fr Jun 05, 2015 7:14 pm


Natürlich fragte er nochmal nach, ob sie beim Anziehen des Kleides Hilfe brauchte. Denn aus irgendeinem Grund war er ja plötzlich nett zu ihr und aus irgendeinem Grund fand sie das nicht mehr komisch. Lange musste sie über sein Angebot nicht nachdenken. "Das kriege ich schon noch hin." Sagte sie mit einem entschiedenen Grinsen. Klingt jetzt komisch, aber es war die Wahrheit; Nieves hatte sich noch nie alleine angezogen. Das wäre heute ihr Debüt und sie war entschlossen, ein bisschen mehr Selbstständigkeit zu erlangen. Nicht, dass sie sich nicht selbst einkleiden könnte - es war einfach nicht nötig gewesen. Sophia hatte sie seit ihrer Geburt jeden Tag angezogen, ohne, das sie sich auch nur rühren oder fragen musste. Ihr linker Arm schnappte sich also den weißen Stofffetzen. Mit ein paar Schwierigkeiten schaffte sie es doch tatsächlich, das Ding im Sitzen mit nur einem Arm über den Kopf und ihre Beine zu ziehen. Gut, dass es Ärmellos war, musste sie hier anmerken. Sonst hätte sie mit Sicherheit Probleme gehabt.

Stolz und zufrieden mit sich selbst sah sie zu Alec herüber, der abwartend zurückblickte. "Habe ich lange gebraucht?" Fragte sie unsicher. Keine Ahnung wie schnell Leute sich für gewöhnlich mit einer Hand anzogen. Oder mit zwei Händen. Oder überhaupt. Keinen Schimmer. Da sie fertig war, kletterte sie über die feste Matratze zum Banditen. "Ich wäre dann soweit." Ein zuckersüßes Lächeln auf den Lippen, komplett verdrängt, was gestern Abend passierte. War ihr nicht zu verdenken, doch die Erinnerungen würden spätestens im Schlaf wieder zurückkehren, bis ihr Bewusstsein alles verarbeitet hatte. Wie lange das dauern würde, hing wohl von Nieves selbst ab.

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* Re: He stole my heart!

Beitrag von Leona am Sa Jun 06, 2015 12:02 am


Als er selbst aufbruchsbereit war, hatte es auch Nieves geschafft, sich ihr Kleid anzuziehen. Hm? Fragte sie ihn tatsächlich, ob sie langsam gewesen war? "Dafür, dass du nur eine Hand zur Verfügung hattest? Nein." antwortete er ihr gnädig. Nachdem sie ihm Bescheid gegeben hatte, dass sie aufbruchsbereit war, nickte er kurz, hob sie wieder einmal auf seine Arme und steuerte die Zimmertür an. Um diese öffnen zu können, verlagerte er Nieves auf einen Arm, damit er mit dem anderen die Klinke herunterdrücken konnte. Er schloss die Tür hinter sich, dann nahm er das Schneemädchen wieder auf beide Arme. Zusammen mit ihr lief er die Treppe hinunter - und identifizierte den laut Schnarchenden als den Mann mit der gebrochenen Nase. Wollte er sich den Schmerz wegsaufen? Was auch immer. Zügig schmiss Alec den Schlüssel auf den Tresen, wodurch Nieves erneut kurzzeitig auf nur einem Arm saß, und verließ dann die Herberge.
Im Stall setzte er sie wieder auf die Trennwand, dann begab er sich in die Sattelkammer, in welcher er beinahe mit dem kleinen Jungen zusammenstieß. "Ihr reist schon ab? Aber Herr, die Pferde haben noch nicht gefressen." Alec blieb kurz stehen, dann schlängelte er sich an dem Jungen vorbei. "Tut mir Leid, Kleiner, meine Tiere werden unterwegs fressen müssen. Wir haben es ein wenig eilig." Er schnappte sich das Sattelzeug, dann verließ er die Kammer. Der Junge lief ihm nach und blieb unsicher in der Gasse stehen, als Alec Diavolo und Snow reisefertig machte."Ihr ... werdet sie doch fressen lassen, oder?" traute der Kleine sich schließlich, zu fragen, als Alec die Pferde bereits aus den Boxen geführt hatte. Der Rotschopf lächelte leicht, während er sich nach dem Jungen umsah. "Ich würde niemals mein Pferd vernachlässigen." Der Junge hatte den Kopf eingezogen, als fürchte er, angeschrien zu werden, nun aber hob er ihn wieder, mit einem erleichterten Grinsen auf dem Gesicht. "Dann habt eine gute Reise!" Der Dieb setzte Nieves in den Sattel Diavolos, dann schwang er sich hinter sie. "Ich danke dir, Kleiner." antwortete er, bevor er dem Falbhengst zuschnalzte. Dieser trabte auf der Stelle munter los und zog Snow somit hinter sich her. Schnell verließen sie das Gelände des Herberge und bewegten sich zwischen die letzten Häuser auf den immer noch schummerigen Wald zu.

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* Re: He stole my heart!

Beitrag von Predawn am Sa Jun 06, 2015 1:12 pm


Nach dem kurzen Flimmer der Unsicherheit,  war sie stolzer den je. Natürlich hatte sie nicht lange gebraucht! Schließlich war sie Nieves Eirlys Lumia Roi, die geniale Prinzessin! Sie war selbst beim ersten Anziehen eines Kleides mit nur einem Arm schnell! nieves is back to hardcore nerd mode, what is this even Lange konnte sie sich allerdings nicht über ihr Erfolgserlebnis freuen - kaum hatte er sie die Treppe hinunter getragen, wartete das Grauen auf sie. Der Typ, der in der Taverne so laut schnarchte, war niemand anderes als dieser fette Lüstling von gestern. Davon, das er hier saß, so sehr erschreckt, das sie sich beim scharfen einatmen verschluckte und anfing reflexartig zu husten. Mit aller Kraft versuchte sie, es zu unterdrücken, was das Ganze eigentlich nur schlimmer machte. Also hielt sie ihren Mund zu während ihre Lunge heftig dagegen protestierte - sie wollte dieses Ekel wirklich nicht wecken. Die hochkommenden Erinnerungen, die sie verdrängt hatte, waren für das Prinzesschen schon schlimm genug.

Endlich draußen, nahm sie die flache Hand vom Mund, nur um dann in ihre Faust zu husten. Argh, wie konnte man so doof sein, sich vor Schreck so heftig zu verschlucken. Dabei war sie doch bis eben noch die geniale Prinzessin! So viel dazu. Zum Glück hatte die Husterei aufgehört, als Alec sie auf die niedrige Boxenwand setzte. Müde warf sie einen Blick aus dem Stallfenster. Erst jetzt fiel ihr auf, wie früh am Morgen es doch sein musste, da gerade mal ein paar vereinzelte Sonnenstrahlen am Horizont zu sehen waren, die das Dorf in ein frisches, kühles Licht tauchten. Keine Menschenseele war zu sehen oder zu hören. Zugegeben, Village war am frühen Morgen wirklich schön. Wie sehr dieser Schein doch trügte.
Als der Bandit in der Sattelkammer verschwand, wandte sie sich den Pferden zu. Um ehrlich zu sein hatte der Falbe ihr Anfangs ziemliche Angst eingeflößt, doch so langsam meinte sie ihn zu verstehen. Er schien Menschen, die er nicht kannte, einfach nicht zu trauen, kein bisschen. Eigentlich war das doch ein guter Charakterzug, der den Hengst zu einem treuen Freund machte. Auch wenn er seine Abscheu für ihren Geschmack zu aggressiv zeigte. Ihr lieber Snow war ein braves Lämmchen dagegen. Insgeheim hielt die Prinzessin ihren Wallach auch nicht gerade für einen der schlausten Sorte -  er war einfach zu leicht zu verwirren und zu überraschen. Doch egal wie verwirrt er war, niemals würde er in Panik verfallen. Der Palomino war ihr Fels in der Brandung. Ah! Wie die nervigen Ritter immer hinter ihr her waren, wenn sie ein wenig Luft schnappen wollte. Snow war ein Lebensretter! Ohne ihn hätte sie sich mit den Vollidioten rumschlagen müssen, ob sie wollte oder nicht.
Gemurmel kam aus der Sattelkammer - war das wieder der kleine Grünschnabel? Irgendwie fand sie ihn ja süß. Tatsächlich kam der Rotschopf dann dicht gefolgt vom dem Jungen mit dem Sattelzeug an. Aus irgendeinem Grund schien der Kleine aber zu zögern und blieb auf halben Wege stehen. Nachdem die Pferde dann fertig aufgezäumt und im Falle Diavolos gesattelt waren, stellte er endlich die Frage, die ihn so zu beschäftigen schien. Ob sie die Tiere fressen lassen? Hatte man sie etwa noch nicht gefüttert? Na gut, es war schließlich extrem früh am Morgen. Der Junge war nicht umsonst hier. Aus irgendeinem Grund erschien es Alec aber als wichtiger, jetzt schon loszureiten, anstatt darauf zu warten, das man die Tiere fütterte. Vielleicht wollte er noch heute in Ville ankommen - was sie sehr gut verstand. Im Wald zu schlafen war nicht gerade ihr schönstes Erlebnis gewesen. Herbergen waren auch nicht besser. Außerdem hatte sie sowieso nichts dagegen einzuwenden, so schnell wie möglich hier weg zu kommen.

Der Stallbursche wünschte ihnen noch eine gute Reise, bevor sie los ritten. Ohne, das es ihr auffiel, war sie nun viel entspannter in Alecs Gegenwart. All ihre Gedanken von Pflicht weggeworfen, hatte sie keinen Grund mehr um ihn abzuwehren. Er war okay. Mehr als das. Bis auf Vogelgezwitscher, das Rascheln vom Grün der Bäume im Wind und natürlich die rhythmischen Huftritte der Pferde war im halbdunklen Wald nichts zu hören. Erst dachte die Weißhaarige daran, einfach weiter zu schlummern, doch dann fiel ihr etwas besseres ein. Bisher hatten sie sich beim Reiten nie wirklich unterhalten, aber wer würde es ihr verbieten? "Wie kam es, dass jemand wie Ihr den Pfad eines Kriminellen verfolgt?" Diese Frage stellte sie sich schon länger. Bisher hatte sie diese nur nicht gestellt, weil sie wusste, keine Antwort darauf zu bekommen. Jetzt war es nicht anders, doch sie war neugierig. Vielleicht würde er ja irgendwas preisgeben oder ihr erzählen, wie andere dazu kamen, den falschen Weg einzuschlagen. "Ihr erscheint mir einfach nicht als jemand, der solch unehrliche Tätigkeit verfolgt."

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* Re: He stole my heart!

Beitrag von Leona am Sa Jun 06, 2015 9:27 pm


Alec steuerte in dem schummerigen Wald sofort die Straße an. Nach Ville gab es keinen anderen Weg, außerdem war die Straße wirklich der schnellste Weg. Diavolo schritt trotz des fehlenden Frühstücks motiviert und mit erhobenem Schweif voran. Beiläufig klopfte der Dieb ihm den Hals. Sein Hengst verstand, dass er es eilig hatte. Sonst hätte er ihn schließlich fressen lassen. Snow dackelte dem Gespann weiterhin brav hinterher. Während der Wald langsam heller wurde, suchte Alec im Kopf bereits nach einer Stelle, die sich für eine längere Pause eignete, da hörte er die Prinzessin etwas fragen.
Als Reaktion auf das Gesagt versteifte der Dieb sich unwillkürlich. Er antwortete ihr nicht sofort. Lange blieb er still. Was sollte er auch sagen? Dass er einst ein Krieger Voisons gewesen war? Dass ihm die Fähigkeit, die er von seinem Vater geerbt hatte, schließlich zum Verhängnis wurde, so, dass er nach Royaume geflohen war? Genauer, nach Ville? Dass er dort so lange gelebt hatte, bis er erfahren hatte, dass er gesucht wurde? Dass er sich entschloss, als Vagabund zu leben, um ein schwereres Ziel zu sein und potentielle Verfolger von Ville wegzulocken? Dass er sich mit Diebesgut über Wasser gehalten hatte? Dass er diesen Weg beibehalten hatte, selbst, als nichts von Rittern Voisons zu sehen war? Dass er deshalb zu einem Kriminellen wurde? Sollte er ihr das etwa erzählen? Nein. Das war nicht ihre Sache. Und es sollte besser auch nicht ihre Sache werden. "Tut mir Leid, Prinzessin. Ich plaudere nicht gern aus dem Nähkästchen." antwortete er ihr schließlich doch. Komplett ignorieren wollte er sie wegen dem versuchten Smalltalk nun auch wieder nicht.

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* Re: He stole my heart!

Beitrag von Predawn am Sa Jun 06, 2015 9:50 pm


Kaum waren ihre direkten Worte ausgesprochen, spürte sie, wie Alec sich verkrampfte. Natürlich war ihm diese Frage ungelegen, das konnte sie verstehen. Wahrscheinlich hatte er durch den Lauf des Lebens einfach keine andere Chance gehabt. Demnach war sie enttäuscht, als er sie abwimmelte. Dabei hatte sie sich sehr auf eine packende Geschichte gefreut. Was soll's, ihr war von vornherein klar gewesen, dass es so kommen würde. "Wie erwartet," gab sie frech mit einem Lächeln zurück, "ein wenig enttäuscht bin ich trotz allem." Stille trat wieder ein. Für Nieves war diese jedoch alles andere als unangenehm. Sie mochte es ruhig, in Prinzip kannte sie es kaum anders. Wer den ganzen Tag alleine mit dicken Wälzern oder einem Tier verbringt unterhielt sich nicht viel.

Nach einiger Zeit musste sie feststellen, dass der Bandit doch tatsächlich die ihr bekannte, auf der Karte verzeichnete Straße benutzte. Na gut, der einzige andere Weg, der ihr einfallen würde, wäre wohl quer durch den Wald und einmal um den See herum. Das wäre mehr Umweg als Abkürzung. Ob sie sonst Abkürzungen genommen hatten, wusste sie allerdings nicht. Hoffentlich wären die Leute in Ville Gastfreundlicher. Ein war jedenfalls klar; so schnell würde sie nicht mehr von Alec Seite weichen. Der Horror von Gestern musste sich eindeutig nicht wiederholen…

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* Re: He stole my heart!

Beitrag von Leona am Sa Jun 13, 2015 10:16 pm


Er hob die Augenbraue. Jetzt konnte sie also plötzlich frech sein? Was für eine Wendung. Hm? Enttäuscht? Darüber, dass er seine Lebensgeschichte nicht ausplauderte? "So toll ist meine Vergangenheit sicher nicht, hör auf, sie aufzuwerten." brummte er. Die Stille, die während der nächsten Zeit herrschte, empfand Alec als recht angenehm. Er war es schließlich gewohnt, nicht zu reden.
Nach einiger Zeit lenkte er die Pferde vom Weg hinunter auf eine kleine Lichtung direkt am Wegesrand. Er hielt Diavolo an und sprang aus dem Sattel. "So. Zeit für's Frühstück." sagte er, dann hob er das Mädchen vom Pferd und setzte sie auf den Boden, bevor er sich umdrehte, um das Essen aus den Satteltaschen zu holen. Das Brot aus Village probierte er erst, bevor er es weitergab. Aber tatsächlich, es war gut. Er warf also dem Schneemädchen eine Hälfte des Brotlaibes zu und aß dann seine eigene. Währenddessen lehnte er sich an einen Baum, den Blick auf die Straße gerichtet. Am Abend würden sie auf jeden Fall in Ville sein. Er musste zugeben, er freute sich darauf. Nach der Flucht aus Voison waren sowohl er, als auch sein Kindheitsfreund dort untergekommen. Er hatte diesen eine lange Zeit nicht gesehen, genau, wie seine Schwester. Allerdings würde er dieses Mal nicht alleine kommen. Aus dem Augenwinkel sah er auf Nieves hinunter. So früh wie möglich würde er den Heiler aufsuchen. Er heilte mit Magie, das würde den Prozess beschleunigen. Nun, die Schulter der Prinzessin würde sicherlich noch eine Weile leiden, aber zumindest könnte sie dann wieder alleine laufen. So brauchte er sie nicht mehr die ganze Zeit zu tragen. Wiederholt konnte er innerlich nur den Kopf schütteln. Glasschuhe, also wirklich. oh nieves, this is gonna follow u forever

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* Re: He stole my heart!

Beitrag von Predawn am So Jun 14, 2015 5:55 pm


Nieves kicherte, was sie dann allerdings bereute, da davon ihre Schulter schmerzte. "Ich kann mich nicht entsinnen behauptet zu haben sie wäre toll." Entgegnete sie auf seine Worte. In sich hineingrinsend merkte sie sich, dass sie seine Geschichte unbedingt erfahren wollte. Wenn er so redete, hatte er sicherlich etwas interessantes preis zugeben~ Sie wusste gar nicht wie sehr diese Vermutung ins Schwarze traf. Interessant wäre es sicherlich, aber toll eindeutig nicht.
Nach einiger Zeit hielten sie in einer kleinen Lichtung. Alec verkündete, dass sie nun frühstücken würden; erst jetzt fiel dem Prinzesschen auf, dass sie heute Morgen nichts gegessen hatte. Verdammt, sie hatte Hunger… Wie immer hob er sie mit Leichtigkeit vom Pferd und setzte sie auf den Boden. Leider musste sie feststellen, dass dieser feucht war. Ekelig… Lange konnte sie nicht darüber nachdenken, denn plötzlich flog ein braunes Etwas durch die Luft in ihre Schoß. "Eh?!" Erst wollte sie schreiend aufspringen - was sich als sehr schwierig und unmöglich erwiesen hätte - doch dann identifizierte sie das braune Etwas als Brot. Alec muss es ihr zugeworfen haben. Jetzt konnte man ihr das Essen nicht mal mehr angeben, sondern warf es ihr zu? Was war sie, ein Schwein? Sie beobachtete den Bandit, wie er durch die Lichtung schritt und sich an einen Baum lehnte, wo er sein Brot aß. Ohja! Sie sollte ihre Brothälfte auch besser essen.
Während der ganzen Zeit, die sie da auf dem feuchten Boden saß und an ihrem Brot knabberte, welches sogar relativ frisch schmeckte, warf sie unentwegt Blicke zu Alec. Sie wurde das Bedürfnis nicht los, sich mit ihm unterhalten zu wollen. Allein, dass sie das wollte irritierte sie. Worüber könnte man überhaupt mit einem Banditen reden? Beute? Geld? Vielleicht interessierte er sich ja für Latein. Wahrscheinlich nicht… Landwirtschaft? Biologie? Englisch? Sprach er überhaupt Englisch? Er kam eindeutig nicht aus Royaume, doch seine französische Aussprache war gut. Zu gut um erkennen zu können, welche seine Muttersprache war.

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* Re: He stole my heart!

Beitrag von Leona am So Jun 14, 2015 8:52 pm


Natürlich bemerkte er, dass er durchgehend angesehen wurde. Aus dem Augenwinkel erwiderte er den Blick der Prinzessin kurz, dann drehte er sich wieder zur Straße. Da er den Pferden etwas Zeit lassen wollte, beeilte er sich mit dem Essen nicht.
Sobald die Hälfte des Brotes allerdings verspeist war, begab er sich wieder zu den Pferden und Nieves zurück. Hm. Ein wenig Zeit hatten sie noch. Er setzte sich in Nieve's Nähe und begann damit, sein doch mittlerweile recht abgestumpftes Messer mithilfe eines Steins zu schärfen und wieder zum glänzen zu bringen. Er wartete mit der Weiterreise so lange, bis Diavolo von selbst wieder die Straße anstrebte. Er musste leicht lächeln. Sein Pferd war die Reisen eben auch gewohnt... "Es sieht so aus, als könnten wir weiter." erklärte er, steckte das Messer wieder ein und hob Nieves in den Sattel. Er band den für die Frühstückspause losgemachten Snow wieder an den Sattelknauf, dann schwang er sich auf sein Pferd und es ging weiter in Richtung Ville.
Er galoppierte häufig, um die Straße schnell hinter sich zu lassen, die Mittagspause war dieses Mal ein wenig kürzer als das letzte, bis am frühen Abend dann endlich die ersten Dächer Villes am Horizont zu sehen waren. "Hey, Nieves. Es seht so aus, als wären wir da."

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* Re: He stole my heart!

Beitrag von Predawn am So Jun 14, 2015 9:32 pm


Das Alec ihre 'heimlichen' Blicke bemerkte, fiel ihr natürlich nicht auf, ansonsten wäre sie wohl rot angelaufen. Woher sollte sie auch die Sensibilität für so etwas besitzen? Sie war es gewohnt offen angeschaut zu werden. Niemand versteckte seine Blicke vor ihr, man wollte, dass sie einen bemerkt. Die Ritter und unwichtigen Adeligen haben es förmlich provoziert, was sie gekonnt ignoriert hatte. Männer interessierten sie nicht. Bücher waren viel interessanter. Wissen reizte sie viel zu sehr, als das sie sich für irgendwas anderes interessierte.
Ihre Gedanken schwirrten überall, nur nicht bei dem Brot in ihrer Hand. Obwohl sie Hunger hatte, vergaß sie es irgendwie. Als Alec sich also zu ihr setzte, war sie überrascht festzustellen, dass er schon aufgegessen hatte. Warum setzte er sich überhaupt so nah zu ihr? Sie wollte ihn nun wirklich nicht anglotzen, aber ihre Augen gehorchten ihr nicht mehr. Was war es, das ihren Blick so an ihn fesselte? War es ihre Neugier? War es nur das? Nicht, dass er schlecht anzusehen war… Argh, wie konnte sie nur? Schnell senkte sie ihren Kopf, woraufhin sich ihre Haare wie Gardinen vor ihrem gesenkten Gesicht schlossen, um dessen Röte zu verstecken. Jetzt versuchte sie den Rothaarigen nicht allzu sehr anzustarren und konzentrierte sich auf ihr angeknabbertes Brot. Der Versuch scheiterte jedoch, als er ein Messer zückte und begann, dieses an einem Stein zu schärfen. Neugierig beobachtete sie ihn dabei. Da sie sich jeher von Rittern ferngehalten hatte, sah sie so etwas zum ersten Mal. Es war ja so interessant. Vorsichtig sah sie wieder zu ihm hoch. "Könnte ich das auch mal versuchen?" Fragte sie dann, dreist den Fakt ignorierend, dass das mit ihrer Schulter nicht so einfach wäre. Und jemand wie sie garantiert keine Messer schärfen sollte.

Nicht viel später hieß es dann weiterreiten. Sie ließ sich wieder auf den riesigen Sattel setzen und dann ging es los. Kaum erreichten sie die offene Straße galoppierten sie fast ausschließlich. Mittags hielten sie nur kurz an. Sie hatten sich immer noch nicht wirklich unterhalten und irgendwie frustrierte Nieves das. Da hatte sie ein einziges Ziel und es wollte ihr kein Weg dahin einfallen. War ja nicht so, als könnte sie ihm vom Wetter vorschwärmen oder nach seiner Lieblingsfarbe oder nach seinem Lieblingsgericht fragen. Das wäre doch merkwürdig… Smalltalk funktionierte hier nicht. Nur was dann? Es wollte ihr nicht einfallen und das machte sie wütend. Wieso musste er auch so rau zu ihr sein und sie immer abwimmeln? Hmpf…
Die Sonne war gerade dabei unterzugehen, da konnte sie in rotes Licht getünchte Dächer erkennen. Nach Alecs Aussage schienen sie endlich in Ville angekommen zu sein. Einerseits war sie froh darüber - jetzt konnte sie sich auskurieren und bald nachhause zurück. Andererseits… nach dem Szenario in Villages Herberge hatte sie ein wenig Angst vor dem, was sie erwartete. Allein bei dem Gedanken an das Geschehnis wurde ihr übel. Hoffentlich könnte sie sich in Ville endlich waschen …ohne misshandelt zu werden.

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