The Adventure

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* The Adventure

Beitrag von Leona am Do Mai 10, 2018 12:23 am

Ba-dum
Ba-dum
Ba-dum


Dumpf und schwer klangen die langsamen, ausholenden Schritte über den Waldboden. Hin und wieder war schweres Schnauben zu hören, ansonsten war der Wald still und dunkel. Verständlich, die Sonne war ja auch nicht einmal richtig aufgegangen. Teigen mochte diese Momente. Dann gab es nur ihn und sein Pferd, sonst niemanden. Nichts, um das man sich Sorgen machen musste, nichts um das man sich kümmern musste. Abgesehen von seiner Nahrung, welche in diesem Fall aus einer Rehkuh bestand, die vor seinem Sattel lag. Seufzend klopfte er seinem Riesen den Hals. Die Rehkuh würde er noch verarbeiten müssen ... schließlich wollte er das meiste von ihr verkaufen. So oft bekam man schließlich keine Aufträge als Söldner, da sollte man auch ein wenig den Händler heraushängen lassen können. Ohne angeben zu wollen, Teigen war sogar ein recht guter Händler.

Nachdem die Sonne so weit gestiegen war, dass sie durch das dichte Blätterdach einige ihrer Strahlen in Richtung Waldboden werfen konnte, war Teigen aus dem gröbsten Dickicht des Waldes heraus. Er lenkte seinen Hengst auf eine Lichtung von welcher aus er die Hauptstraße bereits sehen konnte, dann stieg er ab.
Teigen hievte den Kadaver vom Rücken seines Pferdes, dann ließ er dieses fressen und suchte sich ein Plätzchen in der Morgensonne. Er zog einen Dolch aus einer kleinen Tasche an seinem Oberschenkel und begann mit seiner Arbeit.

Gerade hatte er seine eigenen Portionen verstaut und die, die er verkaufen wollte, vorne am Sattel befestigt,  da hörte er ein grässliches Knacken von Holz und anschließend das Rauschen von Blättern. Der Ast musste ziemlich groß gewesen sein, der da heruntergefallen war... aber halt. Ein Wirrwarr von Stimmen und das Schreien wie das eines Esels drang auch noch an sein Ohr. Da war doch was faul. Schnell stieg er in den Sattel seines eigenen Pferdes, dann drehte er dieses auf der Stelle um und galoppierte den Weg hinauf.
Unweit von seiner Lichtung war ein fahrender Händler vorbeigekommen, vor dessen Karren nun ein breiter Ast lag. Drei Männer standen um den Karren herum, einer prügelte sich mit dem Händler, die anderen plünderten den Karren. Banditen also... sie hatten wohl den Ast angesägt und zu Fall gebracht, als der Händler vorbeikam. Er hielt an und stieg ab, dann kletterte er über den Ast und zog das Claymore, welches seinen Platz immer auf seinem Rücken hatte.
"Hey! Das da ist durch harte Arbeit verdient worden. Vergreift euch lieber an jemandem der nicht um sein Überleben bangen muss." schallte Teigens Bassstimme durch den Wald. Die Banditen hielten inne und schienen kurz zu überlegen. Dann ließ der augenscheinliche Anführer von dem Händler ab und richtete sich auf.
"Hah! Und du willst uns drei alleine aufhalten, ja?" Teigen streckte den Arm aus und hielt das Schwert dabei waagerecht, sodass die Spitze der enormen schottischen Waffe trotz der Distanz, die noch zwischen ihnen lag, den Anführer fast schon an der Nasenspitze berührte.
"Das ist keine große Herausforderung." der Bandit wich auf der Stelle zurück und schien mit sich zu hadern. In diesem Moment versuchte einer der anderen beiden ein Überraschungsmoment zu erzielen und sprang von der Seite auf Teigen zu. Dieser hatte ihn allerdings bereits bemerkt und schlug ihm, ohne das Schwert mit der Rechten auch nur einen Millimeter zu bewegen, mit dem linken Ellenbogen so heftig gegen die Schläfe, dass er bewusstlos zu Boden ging. Das war wohl das Zeichen für den Anführer - er und sein verbliebener Kumpane schnappten sich beim Vorbeirennen vom Karren noch jeweils einen Kohlkopf, dann verschwanden sie schneller wieder im Wald als jeder Hase.

"Oh danke Herr! Ich danke euch!" rief der Händler, als er sich aufgerappelt hatte. "Erst fiel dieser Ast vom Baum und erschreckte mir die alte Rina, dann kamen diese Männer aus den Bäumen auf mich zu und prügelten mich von meinem Karren! Ich hatte nicht einmal die Zeit, mir den Knüppel zu nehmen.." Teigen winkte ab und brachte den Mann somit zum Schweigen. "Schon gut. Erst einmal müssen wir sehen, dass du mit deinem Karren wieder hier durchkommst." Erst jetzt schien der überrumpelte Händler zu realisieren, dass er ja noch immer an der Weiterfahrt gehindert war. Ohne auf eine weitere Reaktion des Mannes zu warten, kletterte Teigen wieder über den Ast. Er pfiff einmal kurz scharf und der schwarze Shire, der am Wegesrand gegrast hatte, kam in Windeseile zu ihm herübergetrabt. "Hoo. Braver Junge." lobte Teigen und klopfte ihm den Hals, dann griff er in eine seiner Satteltaschen und beförderte ein starkes, dickes Seil ans Tageslicht. Genauer gesagt sogar zwei davon. Er bedeutete seinem Pferd, sich umzudrehen, dann band er die Seile an die dafür vorgesehenen Ringe vorne am Bruststück, welche er selbst dort angebracht hatte. Anschließend band er die anderen Enden an den Ast. Der Händler zeigte sich erstaunt. "Ihr Pferd kann allein einen so kräftigen Ast ziehen?" Teigen sah sich kurz zu ihm um. "Allein? Nein. Ich werd ihm helfen. Das wird eine recht laute Angelegenheit, vielleicht solltest du den Esel beruhigen." natürlich war ihm nicht entgangen, dass die fast weiße Eselstute den Kopf immer noch erhoben hatte und nervös auf der Stelle tänzelte. Der Händler leistete Teigens Vorschlag auch schnell Folge, nachdem er wieder ein wenig zu sich gekommen war. Teigen selbst widmete sich nun wieder seiner Aufgabe. Er stemmte sich gegen den Ast und begann, zu schieben. "Heya, Boulder!" rief er dem Pferd zu. Boulder reagierte augenblicklich und sprang einen kleinen Satz nach vorn, ehe er sich gegen das Gewicht stemmte und zog. "Le! Le!" befahl Teigen. Boulder lenkte seine Schritte langsam aber sicher nach links, und zog den Ast somit zurück in die Büsche am Wegesrand, während Teigen unterstützend anschob.

Nach einer kleinen Weile war der große Ast aus dem Weg, und Teigen hörte auf, zu schieben. "Hoo. Hooo!" schwer ausschnaubend blieb der Hengst stehen und Teigen konnte die Seile vom Ast entfernen. "Zurück, Boulder. Zurück!" auf Befehl stampfte der Hengst mit hoch erhobenen Hufen durch die Büsche zurück auf den Weg und zu seinem Herren. Teigen knotete die Seile auf, um sie wieder in der Satteltasche zu verstauen. "Sehr gut gemacht, mein Junge. Auf dich kann ich mich verlassen." sprach er seinem Pferd dabei zu, welches zufrieden schnaubte. Fast so, als hätte Boulder seinen Herren verstanden.
"Ich kann Euch gar nicht genug danken, Herr! Wärt ihr nicht gewesen, so wäre ich ausgeraubt worden und hätte auch nicht mehr weiterreisen können. Wie kann ich das wieder gut machen?" Teigen besah sich den spärlich bestückten Wagen und dann die recht dürftige Kleidung des Mannes.
"Du bist Bauer, stimmts? Gemüsebauer."
"Ja... Die Ernte war dieses Jahr leider nicht so gut. Ich versuche, das bisschen was wir noch übrig haben zu verkaufen, um etwas Fleisch zu kriegen. Ich bin leider kein allzu guter Jäger, und ich habe noch meine Frau und unseren Sohn zu versorgen." Teigen besah sich noch einmal den Wagen. Oh ja, er kannte das. Seine Familie war früher auch auf die Ernte angewiesen, um vernünftig essen zu können. Er sah noch einmal zu dem Händler, welcher sorgenvoll den alten Karren betrachtend den Hals seiner Eselstute auf und ab streichelte. "Zum nächsten Markt ist es nicht mehr weit. Ich muss in dieselbe Richtung. Los, steig auf deinen Karren, ich werde dich begleiten." da zögerte der Bauer nicht lang, bestieg rasch seinen Karren und setzte die kleine Stute in Bewegung. Diese schien sich allein durch die Anwesenheit Boulders schon sicherer zu fühlen. Nachdem Teigen aufgestiegen und losgeritten war, trabte das kleine Tier schon, um bloß mit den langen Schritten des Zwei-Meter-Riesen mithalten zu können.

Als sie am Rande des Städtchens aus dem Wald herauskamen, hielt Teigen an. Er löste einen der Beutel, welches sein Verkaufsgut enthielt, vom Sattel und reichte diesen dem Bauern. "Hier. Damit sollten du und deine Familie ein bisschen besser über die Runden kommen." Der Mann ergriff den Beutel leicht verwirrt und sah hinein. Er konnte seinen eigenen Augen nicht glauben, als er das frische Fleisch darin sah. Als er wieder aufsah, um dem Mann zu danken, der ihn nicht nur gerettet, sondern ihm auch Essen geschenkt hatte, war er bereits davongetrabt. "Ich danke Euch, edler Fremder!" sagte er noch zu sich selbst, bevor er rasch das Fleisch versteckte und seinen Esel ebenfalls in Richtung Markt traben ließ.

Leicht musste Teigen seufzen. Manchmal fragte er sich, ob er wohl zu nett war. Allerdings war er selber mal Bauer, sogar Gemüsebauer. Er hatte drei Geschwister und seine Mutter war zu früh verwitwet. Sie hatten es alles andere als leicht und dieser Mann hatte ihn daran erinnert. Wenigstens musste dessen Sohn nicht ohne Vater aufwachsen.
Es war etwas später am Morgen und der Markt war bereits im vollen Gange. Leute streiften umher, Marktschreier lockten Kunden an, Karren fuhren zwischen den Ständen hin und her. Teigens Blick fiel auf einen Stand, welcher mit tierischen Produkten handelte. Dort würde er sein Reh verkaufen.
Er hielt Boulder vor besagtem Stand an und stieg ab.
"Guter Mann! Kann ich sie für etwas Gutes von Wald und Wiese begeistern? Beste Hasenfelle, hochwertiges Rindfleisch! Felle für Decke und Kleidung!" Teigen nahm den zweiten Beutel, den er mit sich führte, vom Sattel und legte ihn auf dem Tisch des Händlers ab. "Ehrlich gesagt bin ich eher der Meinung, dass ich dich von etwas begeistern kann!" skeptisch beäugte der Händler den Beutel. "Ach, und was sollte das sein, Fremder?"
"Ware."
Teigen öffnete den Beutel und präsentierte dem Händler das Rehfell. "Frisch gezogenes Fell. Heute Morgen noch auf Wald und Wiese gewesen, unbearbeitet, nur gereinigt. Bestes Rohmaterial für allerlei Zwecke. Decken, Teppiche, Kleidung ... Weiterverkauf. Ein ganzes Reh, besten Alters, wunderschön glänzendes Fell. Und ich würde dafür nur 35 verlangen."
"35 Taler?! Euer Preis ist recht hoch, Fremder. Ist die Ware das denn auch wirklich wert?"
"Überzeuge dich davon! Lass das Kennerauge darüberstreifen. Du wirst sehen, ich lüge nicht." wie geheißen nahm der Händler das Fell und beäugte es von allen Seiten kritisch.
"Frisch ist es, und eine schöne Farbe hat es. Gelogen war das nicht. Dennoch ist ein Preis von 35 dafür viel zu hoch, Fremder. Ich biete dir 25 dafür."
"25? Wofür? die Hufe? Nein, nein, nein. Ich verkaufe nichts unter Wert!"
"Nun gut, was haltet Ihr von 27?"
"Nur zwei Münzen kommst du mir entgegen? So geht das nicht. Ich will 32!"
"Nein. 28."
"Was ist mit 31?"
"29. Ich werde nicht höher gehen."
"Treffen wir uns in der Mitte. 30 Taler und das gesamte Stück gehört dir." der Händler überlegte. Nach einer kleinen Weile gab er allerdings seufzend nach und nahm die Hand, die Teigen ihm bot.
"Nun gut. 30 Taler sollt Ihr haben." er griff nach seiner Tasche und zählte das Geld ab, dann übergab er es Teigen und nahm das Fell an sich.
"Freut mich, Geschäfte mit dir zu machen." sagte Teigen noch, dann verstaute er das Geld und wollte sich wieder auf den Weg machen, da erschallte ein lautes Wiehern von seinem Hengst und dieser stellte sich außerdem kurz auf die Hinterbeine. Jemand fiel auf der anderen Seite des Pferdes zu Boden. Schnell sprintete Teigen um Boulder herum und sah einen schmächtigen Jungen, wie er sich schnell aufraffen wollte, um wegzurennen. Teigen war mit einem langen Schritt bei ihm und hob ihn am Kragen seines Hemdes hoch. "Was soll das?! Was suchst du an meinen Satteltaschen?!" wetterte er dann. Der Junge bekam vor lauter Panik kein Wort heraus. Leicht ruckte Teigen mit dem Arm. "Sprich!"
"I-Ich .. es tut mir Leid, Herr! Ich wollte nur..."
"Du wolltest was?!" von der anderen Straßenseite meldete sich ein weiterer Händler. "Stehlen wollte er! Gossenbalg, hier gibts mehrere von der Sorte." Teigen sah den Jungen an, der immer wieder in Richtung einer Seitengasse lugte. Er folgte dem Blick des Jungen, und sah dort in der Ecke zwei Mädchen stehen. In Lumpen gekleidet, eine größer und älter, die andere kleiner und jünger. Die Ältere hielt die Jüngere am Arm, während diese angestrengt versuchte, sich loszureißen und in Teigens Richtung zu rennen. "Hey! Lass sie in Ruhe! Sie haben absolut nichts gemacht!" brachte der Junge auf Teigens Arm doch noch heraus. Er widmete seine Aufmerksamkeit wieder der Situation vor sich. Mittlerweile waren mehrere Leute stehen geblieben, um das Ganze zu beobachten. Einige besorgt, einige nur neugierig. Langsam ließ Teigen den Jungen wieder runter. "Wo sind eure Eltern, Junge?" fragte er. "Na tot." kam die leicht patzige Antwort von dem 12 jährigen. Mittlerweile waren auch zwei Wachen auf das Szenario aufmerksam geworden und bewegten sich auf sie zu. Der Junge schien auf heißen Kohlen zu stehen, immer wieder huschten seine Augen zu den Wachen und er bewegte sich unmerklich in Richtung Gasse. "Wie viele seid ihr?" fragte Teigen beiläufig, während er in eine seiner Satteltaschen griff. "Drei, Herr.." mittlerweile waren die beiden Wachen bei ihnen angekommen und meldeten sich zu Wort. "Gibt es hier ein Problem? Seid ihr dreckigen Hunde schon wieder am stehlen, ja?!" einer der Wachen machte einen Schritt auf das Kind zu, Teigen allerdings stellte sich sofort dazwischen, den Rücken zum Wachmann gedreht, und reichte dem Jungen vor ihm den Laib Brot, den er noch auf Vorrat gehabt hatte. Er könnte sich schließlich in der Taverne wieder Neues kaufen mit dem Geld, dass er sich mit dem Rehfell verdient hatte. "Nein. Es gibt kein Problem." sagte er, als der Junge mit dem Laib Brot, der ihm gegeben wurde, so schnell wie möglich wieder zurück in die Gasse rannte, und dann mit den beiden Mädchen verschwand.
Langsam drehte Teigen sich zu der Wache um, die er um fast einen ganzen Kopf überragte. "Normalerweise füttert man Streuner nicht." sagte die Wache. Teigen hob eine Augenbraue, dann lief er an der Wache vorbei und ergriff die Zügel seines Pferdes. "Würdet ihr euch vernünftig um sie kümmern, dann gäbe es in dieser Stadt keine Streuner." merkte Teigen noch an, dann führte er Boulder weiter die Straße hinauf, die verdutzten Wachen hinter sich zurücklassend.
Er hasste solche Bilder. Er konnte sich nur vorstellen, wie der Stadtherr sich in seinem Geld badete, wenn er sich die heruntergekommenen Häuser ansah und die vielen Obdachlosen, welche im Schatten saßen. Allerdings konnte er daran nichts ändern. Er konnte auch nicht jedem helfen, dafür fehlten ihm die Mittel.
Teigen folgte der Straße, bis er relativ weit am Ende der Stadt eine Taverne entdeckte, welche einige Boxen vermietete. Er band Boulder vor der Eingangstür an, dann betrat er die für die Verhältnisse recht große Taverne. Am Tresen stand ein junges Mädchen, vielleicht gerade 16. Sie durfte sich wohl gerade die Lebensgeschichte eines Betrunkenen anhören. Und dabei war es nicht mal Mittag.. Teigen verdrehte unmerklich die Augen.
Er trat an den Tresen und winkte das Mädchen herüber. "Ich möchte ein Zimmer für die Nacht. Und eine Unterkunft für mein Pferd." Das Mädchen nickte und kramte eine Liste hervor, da meldete sich der sturzbetrunkene Mann neben Teigen am Tresen. "Entschullige ma mei Freund, wir hadden ne sehr nedde Underhaldung!" Teigen ignorierte die Versuche des Mannes, mit ihm zu kommunizieren. Zumindest bis der versuchte, ihn zu schubsen. "Hee ich rede middir!"
"Versuch bloß keinen Streit mit mir anzufangen, elender Wicht, denn den würdest du nicht überleben!" zischte Teigen augenblicklich zurück, während er sich vor dem Mann aufrichtete. Auf der Stelle eingeschüchtert hob der die Hände. "Jaa guud schon verstandn Meister." ruhig wendete Teigen sich dann dem Mädchen am Tresen zu. "Ähm .. Das wären 15 Taler für Zimmer und Verpflegung des Pferdes..." sie flüsterte den Preis schon fast, fürchtete sie sich wohl auch ein wenig vor Teigens Erscheinung. "Ich brauche für mein Pferd nur die Box, Futter und Wasser. Keinen Stallburschen. Das übernehme ich selbst."
"Oh .. Gut, dann wären das 10 Taler." schweigend überreichte Teigen ihr das Geld und wartete geduldig, bis sie einen Schlüssel herausgekramt hatte. "Euch gehört Nummer 7. Die Box wählt Ihr frei." Teigen nickte nur, nahm den Schlüssel entgegen und begab sich wieder nach draußen. Er band sein Pferd los und brachte es in die Stallungen, wo ihm auch gleich ein Stallbursche entgegenrannte. "Ich nehme Euer Pferd, Herr."
"Nein, das wirst du nicht. Ich mache das allein. Habe auch nicht für einen Stallburschen bezahlt."
"Oh. Wie Ihr wünscht, Herr." Teigen brachte Boulder in die nächste freie Box, auf dessen linker Seite ein Maulesel untergebracht war. Er musste zugeben - sein Pferd war wirklich buchstäblich ein Felsen.
"Herr?" was? Der Stallbursche war ja immer noch da.
"Was willst du?"
"Euer Pferd, Herr. Ich habe kaum eine solche Rasse gesehen, schon gar nicht in dieser Größe. Was ist es?"
"Er ist ein Shire."
"Ein Shire?! Aber, werden die nicht nur für die Armee gezüchtet?"
"Mag sein."
"Woher habt ihr ihn? War er teuer?"
"Er war ein Geschenk."
"Oh ... wie lange habt Ihr ihn?"
"Seit seiner Geburt."
"Und wie alt ist er?" Teigen stoppe in seiner Bewegung, den Sattel von Boulders Rücken zu nehmen und sah den Jungen eindringlich an. "Du bist aber ganz schön neugierig." bemerkte er. Der Junge sah zu Boden. "Verzeiht, Herr. Ich hätte Euch nicht so löchern dürfen." Teigen legte den Sattel und die Brustriemen ab, dann begann er, Boulders Trense zu entfernen. "Zu viel Neugier könnte dich auch deinen Kopf kosten. Nicht einmal etwas alltägliches wie ein Nutztier hat immer eine ungefährliche Geschichte." erschrocken schoss der Kopf des Burschen wieder zu Teigen hoch. Der musste aufgrund des bedröppelten Gesichtausdrucks sogar etwas lachen. "Ich werde deinen Kopf schon noch dranlassen. Nur solltest du vielleicht nicht jedem dahergelaufenen Reisenden so viele Fragen stellen. Und er ist 8." Teigen lief an dem Jungen vorbei aus der Box heraus. "So. Und jetzt zeig mir mal, wo ich mein Sattelzeug lagern kann." der Stallbursche schloss die Absperrkette der Box hinter Teigen und rannte dann schnell voraus, um die Tür der Sattelkammer aufzuschließen. Dann öffnete er ihm die Futterkammer und ließ ihn Heu und einen Eimer holen, welchen er am Brunnen vor dem Stall auffüllen konnte. Der Junge sagte nichts mehr, tigerte aber dennoch ständig hinter Teigen her. Nachdem er das Heu in die Box verfrachtet hatte und sich auf dem Weg zum Brunnen machte, gab er dem Stallburschen seufzend nach. "Also schön. Löcher mich."
"Wie ist das Pferd so? Er sah recht ruhig aus."
"Entspannter Charakter."
"Soll er als Kriegspferd nicht aggressiver sein?"
"Er ist kein Kriegspferd."
"Habt Ihr ihn erzogen?"
"Ja."
"War es viel Arbeit?"
"Ja."
"Wieviel kostet ein Fohlen aus dieser Zucht?"
"Stuten um die 780 Taler, Hengste 680" da pausierte der Junge für eine Weile. Teigen dachte schon, die Fragenflut wäre zu Ende, dann ging es aber wieder los.
"780 Taler?! Mein Muli hat mich knapp 70 gekostet!"
"Maulesel sind ja auch leichter zu züchten. Man braucht keine reine Rasse."
"Aber 780 Taler ist eine Unwucht! Ich wette ich könnte ein ganzes Haus dafür kriegen!"
"In dieser Absteige wahrscheinlich sogar drei."
"Eben! Woher kommt Ihr, das dort solcher Wohlstand herrscht?"
"Ich komme nicht aus wohlhabender Umgebung. Aber die Armee bezahlt viel für gute Pferde."
"Wie ist es ihn zu reiten?"
"Man sieht fast alles."
"Ist er auch schnell?"
"Ja."
"Kann er springen?"
"Offensichtlich nicht."
"Wieviel besser ist er als ein Maulesel?" Teigen seufzte tief, als er diese Frage hörte, dann drehte er sich zu dem Jungen um.
"Hör mir mal gut zu Junge. Ein Pferd genauso wie ein Maulesel ist ein Lebewesen mit Gefühlen. Erziehst du deinen Maulesel richtig und gibst ihm gute Pflege und Zuwendung, so hast du einen besseren Freund an deiner Seite als jeder Soldat mit seinem Pferd." der Blonde hielt inne und betrachtete den hellbraunen Muli neben dem Riesen von einem Pferd.
"Meine Eltern haben mir etwas Geld für ihn dazugegeben. Zu meinem Geburtstag. Ich fand das so toll, ich bin direkt losgelaufen um ihn mir zu holen."
"Dann sei froh, das du ihn hast."
"Ja.. Bin ich. Ihr habt recht. Dennoch ist euer Pferd wirklich eine beeindruckende Erscheinung."
"Ja, das ist er wohl, der Gute."
"Wie heißt er denn?"
"Boulder. Wie heißt dein Muli?"
"Oskar. Den Namen Boulder habe ich ja noch nie gehört..."
"Ist eine fremde Sprache."
"Oh."
"Wars das jetzt?"
"Ja, Herr. Danke, Herr!" Teigen nickte, froh, endlich aus der Unterhaltung raus zu sein. Langsam bekam er Hunger ... Er lief hinaus aus dem Stall.
"Wartet! Ich bin Bran, wer seid Ihr?" Oh, da war er wieder. Teigen blieb stehen, drehte sich aber nicht um. Kurz überlegte er, dann lief er wieder los. "Teigen." gab er Bran dann doch die Auskunft.
Als er den Burschen nun endlich los war, betrat Teigen mit seinen Satteltaschen über der Schulter wieder die Taverne. Er nahm sofort die Treppen, die hinauf zu den Zimmern führten und schloss die Nummer 7 auf. Es war ein recht kleines Einzelzimmer, mit einem Fenster hinaus auf die Straße. Stellte man sich seitwärts davor, so konnte man auch den Stall noch sehen. Teigen warf die Satteltaschen unter sein Bett und begab sich wieder hinaus. Sorgfältig schloss er das Zimmer hinter sich ab, dann ging er wieder hinunter in die Taverne. Er setzte sich an einen Tisch relativ weit hinten im Raum, und bestellte sich nun endlich sein wohlverdientes Mittagessen.[/color][/color]


Zuletzt von Leona am Di Mai 15, 2018 11:55 pm bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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* Re: The Adventure

Beitrag von Predawn am Do Mai 10, 2018 1:41 pm

Die sanfte Mittagssonne schien zwischen den Baumkronen auf das dunkle Haar einer auf dem ersten Blick zarten Frau. Sie trug die Kleidung der Wüstensippe, doch sahen ihre feiner und reicher aus als die der verhassten Feilscher und Betrüger welchen man sonst begegnete. Mit ihrem feinen, weißes Ross und dem hübschen, schwarzen Packpferd, welche ebenso fein bekleidet waren wie ihre Besitzerin, sah sie wirklich edel aus. Genauso wie die anderen Händler aus dem Abendland besaß sie ausgefallene Teppiche und Roben, sowie goldener, juwelenbesetzter Schmuck und kuriose Instrumente, welche von dem seidenglänzenden Rappen getragen und zur Schau gestellt wurden.
Das Auftreten der ein-Person Karawane strotzte vor Erlesenheit, Selbstsicherheit und absoluten Leichtsinn. Denn die Ware war erste Klasse und die Händlerin machte sich keinerlei Mühe diese vor gierigen Augen zu schützen. All das ohne eine einzige Wache in Begleitung und das Lastpferd war nicht einmal an das Reitpferd gebunden. Es war eine offene Einladung für jeden Gauner in Sichtweite.

“Was uns der heutige Tag wohl bringt, Jessi?” Flüsterte sie im Sing-Sang zu der brillant weißen Stute, welche Ohren gespitzt umher sah, ab und an ein Ohr zur Reiterin neigte, gespannt auf Kommandos wartend. Der Rappe hingegen trottete verschlafen hinter dem kleineren Pferd her. Die jugendlich wirkende Frau, in Wirklichkeit beinahe 30 Jahre alt, war auf dem Weg in eine Stadt namens Abarskagi, übersetzt Hinterwald. Dabei ist zu bemerken, dass Germanisch viel zu viele Wörter für Wald besitzt. Nun, dachte das feine Fräulein, es gibt hier schließlich mehr Bäume als Sand in der Wüste. Der Grund weshalb sie nach Abarskagi reiste, obwohl das Volk dort arm sei wie ein Kasper ohne König, war, dass der Herr dieser Stadt sich das ganze Reichtum hinter die Ohren steckte, während er seine Leute den Hyänen vorwarf. Bei den Gedanken an das Ausmaß dieses Reichtums verzog sich ihr Mund zu einem schiefen Grinsen. Diesem Graf, oder Baron oder wie auch immer diese goldbadende Leute sich nannten, sollte bald schreckliches widerfahren; Der Verlust seiner Schatzkammer.

Ein leises Rascheln von Blättern ertönte. Es stammte jedoch von keinem Lüftchen in den Baumkronen, sondern von dem Unterholz unweit von der Händlerin. Das schiefe Grinsen verschwand und sie blickte zu ihrer Stute, welche durch ihre Ohrenspiel verriet, wo sich die Gefahr genau befand. Sie ließ die leuchtend blauen Zügel durch die dunklen, Ring besetzten Finger gleiten und legte eine Hand auf die Hüfte. Ihre Körperhaltung verriet nichts davon, dass sie sich einer Bedrohung bewusst war.
Es verstrichen Minuten ohne das etwas passierte. Dann, mit lautem knacken von brechendem Geäst, sprangen drei schmutzige Opportunisten aus dem Unterholz. Zwei von ihnen griffen von beiden Seiten nach den Zügeln des dösenden Rappen. Dieser jedoch, alarmiert durch den Krach, machte auf dem Absatz kehrt, erwischte dabei einen der Angreifer mit dem Huf an der Schläfe, welcher ohnmächtig zu Boden fiel, bevor er davon preschte. Der Dritte, eindeutig als Anführer erkennbar mit seinen Tierfellen geschmückten Schultern, schwang den Griff seines Kriegshammers in Richtung Brust der Händlerin. Die weiße Ponystute kam ihrer Reiterin zuvor und machte einen Satz zur Seite, sodass der Stoß des Banditen in Leere ging. Dann sprang sie, Kopf an der Brust und mit angelegten Ohren, auf den Anführer zu, schleuderte den Kopf beim aufprall nach oben und warf den kräftigen Mann mit taumelnden Schritten rückwärts, wo er über eine Wurzel stolperte und auf den Rücken fiel. “Worauf wartest du?! Greif die Teppichhure an!” Rief er entzürnt während er sich aufrappelte und den Hinterkopf rieb. Der übrig gebliebene Bandit zuckte bei dem Gebrüll zusammen, rannte dann aber mit entschlossenem Schlachtruf auf die Reiterin zu. Diese hatte den Moment genutzt um einen ihrer Ringe in das glänzende Behältnis an ihrem Hüftgürtel zu stecken. Aus dem Behältnis drang blauer, dichter Nebel. Die Reisende aus dem Abendland streckte ihren rechten Arm aus und ballte die Hand zur Faust. Der Nebel schoss auf alle drei Banditen zu, kroch deren Beine hoch, wurde fest und warf sie mit einem Ruck zu Boden. Sie öffnete ihre Faust wieder, spreizte die Finger und bewegte die Hand ruckartig nach unten. Der Nebel legte sich um die Banditen und hielt sie am Boden fest.

“Hmmmm? Was haben wir denn hier...?” Mit einem schiefen Grinsen und hungrigen Augen sprang die Händlerin von ihrem Pferd, welches die Banditen abfällig an schnaubte. Triumphierend marschierte die kleine Dame zu den am Boden gefesselten Männern. “Die Felle nehme ich mit, ja? Dafür lasse ich euch das Leben.” Die dunklen, schlanken Finger griffen den Pelz des Anführers, welcher panisch versuchte sich von dem blauen Nebel loszureißen. “Hexe!” jaulte beide Banditen, die noch bei Bewusstsein waren. “Hexe!” Sie kicherte. “Nicht ganz. In eurer Sprache nennt man mich Waerloga, habe ich mir sagen lassen.” Die Augen des Banditen unter ihr weiteten sich, dann stimmte er in das panische Geschrei seines Handlanger ein. Mit einem Seufzen griff sie nach einem feinen Dolch und rammte den Griff, welcher ein weißer Pferdekopf war, in die Schläfe des Schreihalses. Dann ging sie zu dem übrig gebliebenen herüber und tat dasselbe. Feiglinge, bemerkte sie höhnisch. Der blaue Nebel zog sich zurück in das massive Beutelchen aus Gold und Juwelen. Dann gab sie einen hellen, kaum hörbaren Pfiff von sich und wenig später kam das Lastpferd schnaubend mit Gras im Maul angetrabt. Typisch Lofty. Lächelnd klopfte sie dem Wallach den Hals, den er auch schon auf ihre Schulter gelegt hatte. "Genug, wir müssen uns ein wenig beeilen." Flüsterte sie dem Schwarzen ins Ohr und schob ihn von sich. Der Schimmel starrte neidisch Löcher in das größere Pferd.

Nachdem sie die Banditen von ihren Wertsachen entledigt hatte lud sie die Errungenschaften auf den Rappen und befestigte diese, sodass sie nicht runterfallen würden. Dann stieg sie wieder auf ihre Stute, streichelte ihren Hals und rümpfte ein letztes Mal die Nase in Richtung Banditen. Dann galoppierte sie den restlichen Weg bis nach Abarskagi. Dort sah sie sich zu Pferd nach dem Sitz des Herren der Stadt um. Dieser war nicht leicht zu übersehen, denn der Rest des Städtchens war völlig heruntergekommen bis auf ein großes Anwesen auf einem Hügel. Zielstrebig ritt sie zum Tor, wo Wachen ihr Einhalt geboten und nach ihrer Identität und Absicht verlangten.
“I am Basil of the family Fadi, here in the name of my family to discuss trade relations with the Lord.” Antwortete sie und schenkte der Wache ein Lächeln, als dieser einen Moment brauchte um zu verstehen was sie sagte. Durch ihren Flirt in Verlegenheit gebracht nickte die Wache nur. “Bitte tretet ein.”

Während sie den Weg zum Anwesen entlang ritt kicherte sie in sich hinein. Diese Wachen waren wirklich viel zu einfach auszutricksen. Nicht, dass sie wegen ihrem Namen gelogen hätte. In gewisser weise war das die Wahrheit, doch war Basil offensichtlich ein maskuliner Name. Aber für die Germanen klangen arabischen Namen wohl alle gleich, genauso wir sie selbst fand, dass die Leute in diesem Land merkwürdige Namen besaßen.
Vor den Stallungen stieg sie ab und überließ dem Stalljungen, der ihr entgegen eilte ihre Stute und nahm vom Wallach ein seidenes Kissen und einen kleinen Wandteppich herunter, dann drückte sie dem Jungen seine Zügel in die Hand. Mit dem edlen Wandteppich und dem Seidenkissen stolzierte sie anschließend durch die Tür des Anwesens. Dort begegneten ihr direkt eine Wache. “Haben sie eine Audienz?”
“No, but I have plenty of time on hand.”
“...I understand. There. You will wait.” Die Wache zeigte zu einer Tür im Eingangsbereich und bedeutete ihr, dass sie dort eintreten sollte. Ohne zu zögern trat sie ein und fand sich in einem reichlich geschmückten Zimmer mit Wein und Käse wieder. Außer ihr befand sich niemand im Raum. Die Einrichtung ließ darauf schließen, dass dies nicht der Empfangsbereich den Herren ist sondern eine Art Aufenthaltsraum für Gäste. Sie legte ihre Ware auf einen Beistelltisch und bediente sich am Wein und Käse bevor sie sich auf einer gepolsterten Bank niederließ. Die Stoffsessel aus ihrem Heimatland waren ihr eindeutig lieber als das harte Mobiliar der Germanen. Nun, mit ein wenig mangelnden Komfort konnte sie gut leben, besonders wenn dies bedeutete, dass sie in Freiheit und als sie selbst leben konnte. Ein trauriges Lächeln spielte auf ihren Lippen als sie an den massiven Goldbeutel fasste. Blood is thicker than the water of the womb, sagte sie zu sich selbst. Vergangenes bleibt in der Vergangenheit.

Vielleicht eine Stunde später wurde sie von einer Magd zum Empfangssaal gebracht. “Baron Lothar von Abarskagi wird sie in Kürze empfangen.” Mit einem Knicks verließ die Dienerin den Saal. Basil wartete eine Weile mit den Waren zur Hand bis der Baron endlich eintraf.
“Your Grace.” Entgegnete sie und verbeugte sich. “I am Basil of the family Fadi.”
Der Baron gab ihr einen Wink und bedeutete ihr sich zu setzen. Der stummen Bitte ging sie umgehend nach. “We were informed that you came to discuss trading relations with us.”
“That is correct, your Grace. The family Fadi wants to plan additional trading routes to reach more remote cities as well. I am sure your city would prosper from our relationship, your Grace.”
Der Baron lehnte sich zurück und dachte nach. “What kind of wares do you have to offer?”
“Take a look, I brought some samples with me. This is a velvet pillow of the highest quality, your Grace, and this is a tapestry from the best weavers of the Occident.”
Mit gehobenen Augenbrauen betrachtete der Baron beide Exemplare und nickte langsam. “We do think this quality suffices just so. You and your family are welcome to take a room in my mansion whenever you stay in Abarskagi. We will call for you when we are ready to examine your humble goods and will consider purchase.” Mit diesen Worten verließ der Baron den Saal und eine Diener kam herbei um Basil zu ihrem Zimmer zu führen. Für einen Baron, der seinem Volk das Geld aus den Taschen zieht scheint er nicht einmal viel davon für Gästezimmer auszugeben. Vermutlich war er selbst dafür zu geizig. Nun, es war immer noch komfortabler und sauberer als das teuerste Zimmer in einer der Tavernen.

Es war Stockfinster als sie ihr bescheidenes Zimmer verließ. Sie hatte ihre feine Kleidung mit einem einfachen, schwarzen Aufzug getauscht und glitt stumm wie eine Schlange durch das Anwesen, ohne auch nur gesehen zu werden. Sie suchte im Keller, Erdgeschoss, ersten Stock, zweiten Stock, Dachboden…. nirgends war eine Schatzkammer zu finden. Keine Geheimtüren…. gar nichts. Als sie zurück auf ihr Zimmer ging, waren schon die ersten Sonnenstrahlen am Horizont zu sehen. Sie wechselte in ihr Nachthemd und legte sich wieder ins Bett. Dieser Baron schien übervorsichtig. Warum hatte er die Schatzkammer nicht in seinem Anwesen? Gab es jemanden der es auf ihn abgesehen hatte? Oder war er einfach nur paranoid? Banditen waren es eindeutig nicht. Dafür war ihre Zahl im Umkreis zu niedrig und unorganisiert. Sie würde sich wohl so oder so nach einer Soldklinge umsehen müssen. Eine externe Schatzkammer wird schwer bewacht sein.
Und das war der Schlüssel dazu, wie sie diese finden wird. Sie musste nur ein paar Schichtwechsel verfolgen, dann würde sie hinter das Versteck kommen. Vermutlich war der Schichtwechsel der Schatzkammer um Mitternacht, das hatte sie nun jedoch verpasst, und mittags wenn der Markt voll in Gange war und das ein und aus gehen von Wachen nicht weiter auffiel. -> Aber noch war es früh am Morgen und sie hatte Schlaf nachzuholen.

Um ungefähr 12 Uhr kam eine Dienerin mit etwas zu Essen auf ihr Zimmer. Ein mageres Frühstück; Brot mit Käse und Milch. Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul. Hungrig stürzte sie sich auf das Essen und zog sich dann an. Sie entschied sich für einfache nordische Herrenbekleidung. Leinenhemd und -hose in grün und braun, damit würde sie auf den Wachen nicht so stark auffallen. Darüber warf sie ihren edlen, purpurfarbenen Samtumhang. So würde sie im Anwesen keine Aufmerksamkeit mit ihren einfachen Klamotten erregen. Draußen würde sie den Umhang verstecken müssen.

Zügig begab sie sich zu den Stallungen, warf ihrer Stute ein Halfter über und bepackte sie mit Waren für den Markt. Jessi eignete sich für Marktgänge mehr, da sie Fremde biss und trat sollten diese ihr zu nahe kommen. Lofty hingegen liebte den Trubel und wurde gerne angefasst, so wäre sie zwar schnell ihre Ware los, doch Geld verdienen würde sie auf diese Weise nicht. Mit dem Pferd im Gepäck verließ Basil das Gelände des Anwesens und warf ihren Umhang ab, diesen versteckte sie rasch zwischen den Waren. Dann eilte sie in Richtung Marktplatz.

Dort angekommen bemerkte sie sofort ein riesiges, schwarzes Pferd. Es handelte sich um ein Shire. Armeepferd. War ihr erster Gedanken, doch bei längeren Hinsehen bemerkte sie, dass das Pferd kein militärisches Zaumzeug trug. Ein Söldner? Nein, zu teuer. Der Züchter? Dafür sind Sattel und Trense zu einfach... Interesse blitzte in ihren grünen Augen auf. Basil führte ihr Pferd näher zum Geschehen des Marktes, doch blieb weiterhin am Rand des Geschäftes und beobachtete das riesige Pferd. Dann bemerkte sie einen abgemagerten Jungen, der sich dem massiven Tier schleichend näherte. Oh? Ein kaum erkennbares Lächeln tanzt in ihrem Gesicht. Der Junge war bisher von niemanden entdeckt worden, doch genau als er nach den Satteltaschen greifen wollte stieg das enorme Ross mit einem lauten Wiehern. Diese Reaktion schien den armen Jungen so sehr erschrocken zu haben, dass er zu Boden fiel. Basils Augenbrauen kräuselten sich für einen Moment. Lauf, Junge! Rief sie innerlich, eine Hand zur Faust geballt. Noch bevor der diebische Junge sich aufrappeln konnte griff ihn eine beeindruckende Gestalt von Mann am Kragen. Mit durchdringender Stimme verlangte der Mann, was der Junge an den Satteltaschen zu suchen hatte. Wenn er das überlebt, dann bekommt er einen Anteil vom Schatz. Schwor sie sich und seufzte. Ein Händler mischte sich in die Gelegenheit ein und erklärte, dass es viele solcher Straßenkinder gab. Sie seufzte erneut, abscheulich. Dann schauten der Mann und der Junge in ihre Richtung. Unauffällig folgte sie dem Blick der Zwei. Ihr offenbarte sich, was die beiden angesehen haben, neben ihr befand sich ein Gasse, wo zwei Mädchen waren. Das kleinere Mädchen versuchte dem Jungen zur Hilfe zu eilen, doch wurde von dem größeren Mädchen zurückgehalten. Ein Schatten huschte über Basils Augen. Ich schwöre bei meinem Namen, dass ich euch ein Zuhause geben werde, sprach sie erneut einen stummen Entschluss. Doch zu ihrer Überraschung schien der Krieger dem Jungen nicht schaden zu wollen. Stattdessen schenkte er ihm ein Leib Brot. Basil zog die Brauen hoch. Interessant… Sie musterte den Riesen und sein Pferd gründlich. Wirklich interessant… Mit einem Lächeln wandte sie sich ab und stellte den Markthändlern ihre Beute von den Banditen am Vortag vor.
“Kann ich Euch für diesen feinen Fuchspelz begeistern?”
“Fein? Dann zeig mal her.”
Mit einem Lächeln händigte sie den roten Pelz aus. “Perfekt um die Schultern im kalten Winter Germaniens warm zu halten.”
Der Händler zog seine Augenbrauen hoch und Basil blinzelte ihn an. Murmelnd begutachtete der Mann ihren Fund. “Ich gebe dir 5 Taler.”
“Oh, nein! Großmutter… Heute muss sie wieder hungern...” Seufzte sie theatralisch und wischte sich schniefend über die Augen.
“7 Taler.”
“Oh, Schwesterherz…!”
“Willst du mich vereimern?! Ich sehe doch dein edles Ross!”
“Wie wäre es mit 20?”
“10!”
“60.”
“60?!”
“Deal.”
“Nein! 10 Taler, nicht mehr und nicht weniger.”
“80.”
“Bist du verrückt? Hau ab!”
“Mütterchen.... ich werde niemals heiraten können… wir sind zu arm!”
“20 Taler! 20! Mein letztes Angebot!”
Basil grinste, lehnte sich nach vorn und flüsterte “25 Taler.”
“Verzieh dich, Gör!”
“Oh, gütiger Herr! Ich versuche nur meine Familie zu ernähren… bitte seid nicht so geizig…!” jaulte sie schluchzend, sodass die Leute in der Nähe alles mitbekamen. “Mutter! Warum hat Vater uns bloß verlassen! Muss ich etwa meinen Körper verkaufen?! Habt ihr denn kein Herz!”
Mit einem wütenden Zischen warf der Händler ihr 25 Taler zu. “Und jetzt verschwinde gefälligst!”
“Oh, vielen Dank, Herr! Ihr seid zu gütig, Herr!” Rief sie mit dem süßesten Lächeln, das sie parat hatte.
Die Marktbesucher, welche aufmerksam geworden waren warfen dem Händler verächtliche Blicke zu und murmelten untereinander. Sie konnte den Händler hinter ihr fluchen hören und grinste in sich hinein. Basil achtete darauf den Blick zu Boden gerichtet zu halten bis die Blicke von ihr wichen. So würde man sie später nicht so leicht wieder erkennen.

Mit einem Blick zur Sonne bemerkte sie, dass bald Zeit für den Schichtwechsel sein sollte. Ihr Bauchgefühl sagte, die Schatzkammer würde sich außerhalb der Stadt befinden. Da sie ihrem Bauchgefühl vertraute, ritt mit ihrer Stute geschwind zum Stadtrand. Dort befand sich glücklicherweise eine Taverne. Sie drückte dem Stalljungen das Pferd und 10 Taler in die Hand bevor dieser irgendetwas sagen konnte. “Du hast mich nicht gesehen, verstanden Kleiner? Ich komme vor der Abenddämmerung wieder, du brauchst das Pferd nur mit Wasser versorgen.” Beim Verlassen des Stalls bemerkte sie das schwarze Shire vom Markt. Sie lächelte schief, nah, ich glaube ich weiß schon wo ich mich nach einem Söldner umsehen werde.

Basil sah sich auf der Straße kurz um, entdeckte schnell eine Gasse, welche sie umgehen betrat. Dort suchte sie sich einen möglichst einfachen Weg auf die Dächer zu klettern. Sie musste nicht lange suchen bis sie einen Holzstapel fand, den sie bestieg und sich mit einem Sprung am Dach hochziehen konnte. Dort kroch sie auf allen Vieren bis sie die Straße, welche die Stadt hinaus führte gut im Blick hatte und legte sich flach auf den Bauch. Sie verblieb in dieser Position über mehrere Stunden bis sie endlich eine Gruppe Bewaffneter Männer die Stadt verlassen sah. Auf Unwissende würde sie wie eine Gruppe Reisender wirken, doch ihre heimlichen Seitenblicke verrieten sie. Gut, dass Sünder nicht gen Himmel sehen. Höhnisch Grinsend wartete sie darauf, dass die Wachen im Wald verschwunden waren und kletterte dann eilig das Dach wieder hinunter und pirschte sich still wie eine Löwin auf Jagd an die Wachen an. Während sie diese unbemerkt verfolgte ließ sie an den Baumwurzeln Steine fallen, welche bei Tag die Sonnenstrahlen speichern und bei Nacht magisch leuchteten. Das tolle an Franklinit war, dass es Tagsüber nicht von normalen Kieseln und Steinen zu unterscheiden war. Perfekt für diese Art von Situation.

Sie hatte eine Art Höhle erwartet, doch der Baron war vorsichtiger als sie dachte. Denn seine Wachen enthüllten eine geheime Falltür zwischen den Wurzel einer riesigen Kastanie. Unter der Falltür befand sich eine gepflasterte Treppe. Die Wachen stiegen die Treppe hinab und der letzte von ihnen schloss die Falltür. Einen Moment hielt sie Inne, dann markierte sie die Geheimtür mit einem der Frankliniten und sprintete zurück in die Stadt.

Dort begab sie sich unmittelbar zur Taverne und holte sie ihre Stute ab, welche sie wiehernd begrüßte. Sie drückte dem Stallburschen zwei weitere Taler in die Hand und warf sich wieder den feinen Umhang über. So ritt sie in aller Seelenruhe zurück zum Anwesen des Barons wo sie mit einem Wink der Wache durchgelassen wurde. Da die Sonne langsam den Horizont hinab kletterte, beeilte Basil sich ihre Stute wegzubringen und sich um zu kleiden. Sie steckte sich ihre Ringe an die Finger, befestigte Dolch und Klinge am Gürtel ihrer Tunika, welche zwar fein war, jedoch nicht zu protzig. Sie warf sich wieder den purpurfarbenen Umhang über und machte sich mit Lofty auf den Weg zur Taverne am Stadtrand. Den Wallach würde man im dunkeln deutlich schwerer erkennen als ihre weiße Stute. Sie band den Wallach an einem Pfosten fest und betrat die Taverne als die Sonne den Himmel in einem leuchtenden Orange tränkte.

Die Taverne sah von innen halb so schlimm aus. Es gab einen großen Kamin, einige Tischgruppen und eine lange Bar. Basil sah sich bedächtig um während sie den Raum durchstreifte. An der Bar fand sie eine mächtige Gestalt mit Zopf, die sie zuvor auf dem Markt bemerkt hatte. Sie legte einen Arm auf die Theke und lehnte sich zu dem furchteinflößenden Riesen herüber. “Sind diese Arme zum Anschauen oder könnt Iht auch eine Waffen schwingen?” Fragte sie mit Tellergroßen Augen und staunend geöffnetem Mund. Die perfekte Maske der Naivität mit einem deutlichen Unterton der Zynik für solche, die wussten wie man mit Worten Schlachten schlug. “Womit kämpft Ihr? Schwert? Axt? Hammer? Seid Ihr ein guter Kämpfer? Wie weit seid Ihr schon gereist?” Nach der Flut von Fragen schlug sie sich beschämt beide Hände vor den Mund. "Oh, ich wollte Euch nicht mit meiner Neugier stören! Vergebt mir...!" Sie blinzelte ihn unschuldig an. Schnell warf sie einen Blick durch den Raum. Die Anwesenden schienen sich von ihnen abgewand zu haben, offensichtlich uninteressiert an dem naiven Mädchen, dass dem Söldner schöne Augen machte. Perfekt. Dann, mit einem Mal, ließ sie ihre Maske fallen und lehnte sich wieder zu ihm herüber. "Ich habe dich auf dem Markt gesehen. Sag, deine Dienste sind nicht zufällig zu kaufen?" Flüsterte sie, verzog langsam ihre Lippen zu einem schiefen Lächeln und blickte ihn mit den Augen einer hungrigen Hyäne an.
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* Re: The Adventure

Beitrag von Leona am Mi Mai 16, 2018 12:39 am

Nachdem er sich sein Mittagessen genehmigt hatte, war Teigen auf der Suche nach nützlichem Gut durch den Ort gestreift. Er hatte einen kleinen Bäckereischuppen gefunden, und hatte der Familie dort zwei Laib Brot für seine nächste Reise abgekauft. Danach hatte er sich etwas weiter außerhalb der Stadt ein wenig niedergelassen um Abstand von dem ganzen Trubel zu kriegen, und sein Rehfleisch über einem Feuer zu braten, damit es länger haltbar war. Kurz vor der Abenddämmerung entschied er sich, zurück in die Taverne zu gehen.
Er hatte sich dieses Mal an den Tresen gesetzt, anstatt sich einen Tisch weiter außen in der Ecke des Raumes zu suchen. Gerade hatte er sich niedergelassen, da war das junge Mädchen von heute morgen auch schon da, um eilig seine Bestellung aufzunehmen. "Kann ich Euch etwas bringen, Herr?" fragte sie. Teigen nickte. "Einen Becher Honigwein." Rasch drehte das Mädchen sich um, um sein gewünschtes Getränk vom Fass abzuzapfen und ihm in Null komma Nichts den Tonbecher vor die Nase zu stellen. "Genießt Euer Getränk." lächelte sie kurz, dann eilte sie hinüber zum nächsten Tisch, dessen Gäste schon nach ihr verlangt hatten.
Teigen nahm den Becher in seine Hand, schwenkte den Inhalt ein wenig umher und nahm dann den ersten Schluck. Ah - der wohltuende Geschmack von süßem Honigwein! Das hatte er zugegeben auf seinen Reisen vermisst. Während er langsam den Inhalt des Bechers verschwinden ließ, dachte er ein wenig über seine nächste Vorgehensweise nach. Sein letzter Auftrag war bereits eine Zeit her, und seinen Lohn für diesen hätte er in Balde aufgebraucht. Natürlich könnte er jagen und verkaufen, für den Fall, dass er anderes Gut erwerben wollte. Aber etwas Geld bei der Seite zu haben, das klang doch ein wenig sicherer. Außerdem, mit Geld in den Taschen zu reisen dürfte für ihn nicht sonderlich gefährlich sein. Das Schwert trug er schließlich nicht umsonst. Vielleicht würde er sich morgen mal ein wenig umhören, wer wohl die Dienste eines Söldners in Anspruch nehmen wollte?
Gerade hatte er diesen Gedankengang beendet, da hatte sich ein kleines, aber sehr lautes Etwas neben ihn geworfen. "Sind diese Arme zum Anschauen oder könnt Ihr auch eine Waffen schwingen?" hieß es da plötzlich. Den Becher, den Teigen gerade eben zum Trinken an seine Lippen gehoben hatte, ließ er langsam wieder sinken und drehte den Kopf ebenso langsam zu der Geräuschquelle herum, mit einem äußerst genervten Blick. Diese Frau hatte aber nicht wirklich vor, ihn jetzt blöd von der Seite anzumachen, oder? "Womit kämpft Ihr? Schwert? Axt? Hammer? Seid Ihr ein guter Kämpfer? Wie weit seid Ihr schon gereist?" plapperte sie weiter. Teigen besah sie sich kurz. Die Frau war dunkelhäutig, der Kleidung nach zu urteilen eine Reisende. Wäre auch logisch, die einzigen Dunkelhäutigen fand man in den Wüstenlanden. Und diese waren ein ganzes Stück weit weg. Er besah sich außerdem ihre Miene. Sie war so naiv, so leichtgläubig, als würde die Welt der Frau gehören... Da war doch was faul? Würde jemand, der so weit gereist war, wirklich so naiv sein? Langsam erhob sich Teigens Braue. Die Dunkle hielt sich plötzlich leicht geschockt von ihrem Verhalten die Hand vor den Mund. "Oh, ich wollte Euch nicht mit meiner Neugier stören! Vergebt mir...!" Wie konnte jemand nur so ... falsch sein? Teigen wollte es nicht ganz in den Kopf. Wieso tauchte diese seltsame Frau hier auf und machte nun so eine Szene, dass die gesamte Taverne sich nach ihr umsah? Teigen konnte ihre Blicke spüren. Allerdings war sein Eigener der Frau gegenüber wohl nicht freundlicher gesinnt, als der der Umstehenden. Als er sich ihr Spielchen so ansah, wurde sie ihm unsympathisch. Jemand, der so eine Szene machte, brauchte entweder eine ganze Menge Aufmerksamkeit (auf mehr als nur einem Wege, so verzweifelt wie diese Anmacherei schien) oder hatte etwas zu verbergen, das möglichst nicht an fremde Ohren gelangen sollte. Warum auch immer seine Ohren in diesem Falle nicht dazugehörig schienen. Wie auch immer, er mochte beides nicht sonderlich. Mit Geheimniskrämereien hatte er zwar in seinem Job viel zutun, das hieß aber nicht, dass er mit seinen Auftragsgebern sympathisierte. Nur mit ihrem Geld, zumindest meistens. Auch, wenn die erste Möglichkeit ihm wahrscheinlicher erschien, er hoffte sehr stark auf Zweiteres. Er hatte nun wirklich nicht die Geduld, sich mit einem solchen Mädchen herumzuschlagen.
Teigen bemerkte, wie sie sich kurz umsah, dann lehnte sie sich ein wenig näher. "Ich habe dich auf dem Markt gesehen. Sag, deine Dienste sind nicht zufällig zu kaufen?" flüsterte sie ihm zu. Ah. Also doch Zweiteres. Den Göttern sei Dank. Dachte er sich flüchtig, konzentrierte sich dann aber wieder auf den potentiellen Auftragsgeber. Er überlegte, während er sie sich besah. Er empfand sie immer noch als laut und als falsch. Auch, wenn er Geheimniskrämerei mehr oder weniger gewohnt war, eine solch schamlose Ablenkung hatte er noch nie gesehen. Und ihrem Grinsen nach zu urteilen war diese Frau sich ihrer Sache auch noch absolut siegessicher. Nun. Etwas Geld hatte Teigen ja wohl noch und er war durchaus in der Lage, zu jagen. Der nächste Auftrag würde kommen. Sie kamen schließlich immer irgendwann.
"Nein." ließ er also hören, und drehte sich zurück zu seinem Becher Met, um den Schluck zu nehmen, bei dem er so unhöflich unterbrochen worden war. Anscheinend würde er morgen sofort abreisen, anstatt nach einem Auftrag zu suchen. Ah, warum hatte er sich nicht auch einfach einen Tisch weit hinten in einer dunklen Ecke genommen, wo man ihn nicht sofort sah? Das hab ich nun davon. dachte er sich mürrisch. Er hatte das Gefühl, dass ein einfaches Nein bei dieser Frau nicht wirken würde. Dafür war ihr Auftritt viel zu penetrant. Was war ihm denn nun schon wieder untergekommen?
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