Liam x Avrilla

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* Liam x Avrilla

Beitrag von Predawn am So Dez 16, 2012 12:18 am

Der ritterliche Sir Liam trifft auf die sensible und sanftmütige Miss Avrilla, auch bekannt als Schneeprinzessin.
Nein, das ist ein Scherz, okay? In Wirklichkeit sind die Zwei ein Schattenwesen und ein Wolkenhortbewohner. Sie haben beide eine sehr eigene Vergangenheit. Ihr aufeinander treffen scheint mit dem Schicksal verbunden <3
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[Liam von Mina, Avrilla von Predawn]


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* Re: Liam x Avrilla

Beitrag von Predawn am Do März 28, 2013 7:39 pm


Gelangweilt schob Liam sein Glas hin und her. Es war geleert und Geld hatte er auch keins mehr, trotzdem verspürte er nicht das Bedürfnis, nach draußen zu gehen. Der Grund dafür war ganz einfach. Dort draußen war es kalt. Hier war es warm. Nachteil? Hier hatte er nichts zu tun. Also scannte er jedes einzelne Detail in diesem stickigen Raum. Am oberen Rand fehlte dem Glas eine kleine Ecke. Als er eben mit dem Finger drüber gefahren war, hatte er sich sofort geschnitten. Ein einzelner Blutstropfen quoll aus der kleinen Wunde und landete auf dem Tisch. Der Tisch. Der Tisch war rund, und groß genug für drei Personen. Er war aus altem Holz gezimmert und man konnte eine ganze Sammlung von Kerben auffinden. Trotzdem übertrumpfte der Stuhl ihn noch. Sobald man sich bewegte, gab er ein Ächzen von sich, was eine meinen Schauder über den Rücken jagte. Außerdem hatte man Angst, er würde jeden Moment zusammen brechen. Diese Taverne war echt der letzte Mist, so hatte Liam entschieden. Und trotzdem ging ständig die Tür auf und ein weitere Haufen Menschen trat ein. Wenn das passiere, hätte der junge Mann am liebsten jedes Mal laut geflucht. Denn jedes Mal fegte ein kalter Windstoß durch den Raum und ließ das wärmende Feuer gefährlich flackern. Wie aufs Stichwort kam dann immer die Wirtin angerannt, um Holz nach zu legen. Und dafür musste sie an Liams Tisch vorbei. Und da die Taverne zum brechen voll war - Liam wartete ja irgendwie darauf, dass sie explodieren würde - musste sie sich quetschen und hatte seinen Tisch dabei schon zwei Mal auf ihn drauf gestoßen. Beim zweiten Mal hätte er der Frau am liebsten den Hals umgedreht, aber er zwang sich, ruhig zu bleiben. Scheinbar war sie ziemlich beliebt. Zumindest begrüßte sie jeden Gast so, als würden sie sich bereits ewig kennen, und die Gäste reagierten ebenso. Fast wie eine große, glückliche Familie. Er musste einen Würge Reiz unterdrücken.

Während er sich weiter im Raum umsah, stellte er belustigt fest, dass ein guter Teil der Menschen stehen musste, da alle Tische besetzt waren. Nun, das stimmte nicht ganz. An seinem Tisch waren noch zwei Plätze frei. Vermutlich sogar drei, wenn man etwas quetschen würde. Aber niemand kam, um sich zu ihm zu setzen. Kein Wunder. Er saß da, mitten in der Menge, und starrte mit ausdrucksloser Miene Löcher in die Luft, während er sein Glas hin und her schob. Sein Gesicht war halb hinter seiner Kapuze versteckt, was ihn noch merkwürdiger erschienen ließ. Ein Mal war jemand gekommen, hatte genau auf seinen Tisch zu gesteuert. Ruckartig hatte Liam seinen Kopf gehoben und den Mann böse an gefunkelt. Daraufhin war er sofort in der Menge untergetaucht. Und er hatte seine Ruhe. Ruhe? Eigentlich war es in der Taverne, entsprechend der vielen Menschen die sich hier befanden, unglaublich laut. d umso lauter es wurde, umso lauter sprachen die Menschen, damit sie sich verstehen konnten. Und so wurde es immer und immer und immer lauter. Das junge Schattenwesen blendete das gezielt aus. Stattdessen beobachtete er weiter irgendwelche Leute und musste immer wieder grinsen, wenn sie bemerkte, dass er sie anstarrte und dann erschrocken zusammen zuckten und sich gleich wieder um drehten. Immer wieder wurde auch er von ihnen gemustert, während sie leise über ihn tuschelten. Sie dachten wohl, er würde das nicht mitbekommen. Immer wenn er dann in ihre Richtung blickte, sahen sie schnell beiseite. Wie jämmerlich Menschen doch waren. Natürlich merkte er das! Was er aber nicht merkte war, das die Wirtin mit wütendem Blick neben seinem Tisch stand und auf ihn einredetet. Denn die Geräusche hatte er nun Mal ausgeblendet, und außerdem war er gerade damit beschäftigt gewesen, einen Streit zweier Männer zu beobachten, die sich schon fast am Prügeln waren.

»Junger Mann! Hören sie mir überhaupt zu?!«, schimpfte die Wirtin und fuchtelte mit ihrer Hand vor seinem Gesicht herum. Liam zuckte erschrocken zusammen und drehte ruckartig seinen Kopf. Erst als er die Wirtin erkannte, entspannte er sich wieder. Hatte die ein Glück, das er nicht einfach sein Schwert gezogen hatte. Mit seiner üblichen, ausdruckslosen Miene sah er sie an, und wartete darauf, dass sie sagte, was sie wollte.
»Wenn Sie nichts mehr trinken möchten, dann bitte ich sie, meine Taverne zu verlassen! Wir brauchen den Platz für andere Gäste, und außerdem machen sie der Kundschaft Angst!«, wiederholte sie sich aufgebracht. Der junge Mann legte leicht den Kopf schief.
»Sie verlangen also von mir, das ich gehe?«, fragte er sie. Seine Stimme klang kratzig und eingerostet. Kein Wunder. Er konnte sich nicht erinnern, wann er das letzte Mal gesprochen hatte.
»Ja… Ja, das möchte ich!«, sagte sie und nickte dabei eifrig mit dem Kopf. Sie war eingeschüchtert, eindeutig. Eigentlich hatte Liam keine Lust, sich verscheuchen zu lassen. Aber dann stand er ruckartig auf, und verschwand in der Menge. Mit Einsatz seines Ellbogens schaffte er es bis zur Tür und riss sie auf. Wütend stapfte er hinaus in den Schnee, und wie aus Trotz ließ er die Tür einfach offen stehen, und verschwand in den Schatten der vielen kleinen Seitengassen Ordons.

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* Re: Liam x Avrilla

Beitrag von Predawn am Do März 28, 2013 7:40 pm

F I R S T - P O S T

    Avrilla war von irgendweiner riesigen Ebene losgeflogen. Sie hatte immer noch keine Ahnung wo welche Orte waren und schon garnicht, wie sie hießen. Eine Karte vom Erdreich war dringen nötig. Das Erdreich ... Dafür hatten diese Landeier doch auch einen Namen ... Hyrile? Hyrale? Hyrole? Hyrule? Hyrule! Das war es doch oder? Naja, wie auch immer. Ihr doch egal. Auf dem Rücken ires treuen Wolkenvogel Danai flog Avrilla über die verschneite Landschaft Hyrules. Schnee ... Dieses weiße Puderzeug war echt schrecklich! Es war kalt und nass! Und es blendete werdammt nochmal! Im Himmelsreich gab es sowas nicht ... Da war es das ganze Jahr über warm. Das Himmelsreich. Der Wolkenhort. Sie seuftzte. Ob sie jemals dorthin zurückkehren könnte? Da war sie sich nicht so sicher. Alle würden sie auslachen, weil sie so feige war und abgehauen ist. Wenn sie nicht schon alle dachten sie wäre tot. Danai schien auch so ihre Probleme mit dem Schnee zu haben. Es schien als könnte der hellblaue Himmelsvogel wegen dem unendlichen Weiß keine Abstände abschätzen. Deshalb wich sie auch immer erst in letzter Sekunde aus. Manchmal wünschte Avrilla ihr Himmelsvogel wäre ein wenig sensibler ...

    Avrilla träumte ein wenig vorsich hin. Doch dann weckte ein riesiger, blauer Fleck ihre aufmerksamkeit. Oh nein! Sie musste sofort landen! Sich über dem Meer zu verirren war nicht gut. Ganz und garnicht gut! Besonders, wenn man sich im Erdreich nicht auskannte. Also bedeutete die Blonde ihrem Himmelsvogel zu landen. Beinahe im Sturzflug landete die blaue Danai vor einer alten Mühle. Avrilla stieg von ihrer treuen Begleiterin und klopfte sie lobend in die Rippen bis Danai genüsslich knurrte. Lächelnd richtete Avrilla dann ihre vom Wind zerstörten Zöpfe und ihr zerknittertes Kleid. An ihren dünnen Armen und Beinen konnte man sehen, wie sich die feinen Häärchen vor Kälte aufstellten. Das blonde Mädchen hauchte in ihre Hände und riebt sich ausgiebeig die Arme bevor sie sich entschiedt die kleine Stadt anzusehen. Schlendernd spazierte sie durch den frischen Schnee. Einfach wiederlich dieses weiße Zeug. es vergrub die ganzen schönen Blumen unter sich und erstickte oder erfror die bunte Vielfalt von Grünzeug. Traurig seuftzte Avrilla und schoss einen Haufen vom weißen Puder weg. Warte. War das da hinten eine Blumenknospe? Aufgeregt rannte Avrilla zur der vermeindlichen Blume. Und tatsächlich. Es war eine wunderschöne und seltene Christrose. Überglücklich bückte die Blonde sich nach der schönen Blume um sie zu pflücken. Doch dann würde sie einfach umgerempelt und fiel kopfüber in den eiskalten Schnee. Erschrocken schrie sie auf. "Was sollte das denn?!" Motzte sie entsetzt und rappelte sich wieder auf. Beleidigt wischte sie sich den Schnee aus dem Gesicht und von ihrem Kleid. Na toll, jetzt war ihr noch kälter ... "Blödkopf!" Fauchte sie leise.
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* Re: Liam x Avrilla

Beitrag von Predawn am Do März 28, 2013 7:40 pm


Liam war genervt. Er war schrecklich genervt. Und er verspürte den Drang, den nächsten, der ihm über den Weg laufen würde, eine rein zu hauen. Ihm war kalt, verdammt noch Mal, ihm war sehr kalt! Hier draußen lagen Unmengen an Schnee und es war eisig. In dieser verdammten Taverne war es immerhin warm gewesen und er hatte sich einen Spaß daraus machen können, diese unglaublich dämlichen Menschen zu beobachten und ihnen Angst einzujagen. Ob sie selber wussten, wie dumm, primitiv und intrigant sie waren? Ob ihnen das bewusst war? Er bezweifelte das. Wenn sie es wüssten, und trotzdem nichts ändern würden, würde das das ganze ja noch armseliger machen als es sowieso schon war. Ein kalter Windstoß, heftiger als die davor, wehte dem jungen Mann die Kapuze von Kopf und zerzauste ihm die türkisen Haare. Wütend und fluchend zog er sich den Teil seines schwarzen Umhangs wieder darüber und hielt sie fest, als ein weiterer Stoß kam und im Begriff war, sie erneut wegzuwehen. Nur um sicher zu gehen zog er sie noch ein Stück weiter nach unten. So war sein Gesicht fast vollkommen bedeckt war und man so gut wie nichts von ihm erkennen konnte. So konnte er allerdings auch nicht sehen, wo er hinlief. Nur seine Füße, darauf beschrenkte sich sein Sichtfeld. Aber es interessierte ihm auch nicht sonderlich, wohin er lief. Es war ihm besser gesagt vollkommen egal. Nachdem er die Taverne verlassen hatte, war er erst einige Zeit lang ziellos durch die dunklen Gassen der Stadt gestromert. Und jetzt lief er einfach... Irgendwo herum.

Ein Knall, ein Geräusch, ein Plumpsen, ein fluchen. Verwirrt hob das junge Schattenwesen leicht den Kopf und spähte unter dem Rand seiner Kapuze entlang. Da lag jemand genau vor ihm im Schnee. Was sollte das? Im gleichen Moment, indem ihm dieser Gedanke durch den Kopf rauschte, wurde er selbiges gefragt. Eine weibliche Stimme, unverkennbar. Machte es ihr Spaß, dort unten rum zu liegen? Nun gut, scheinbar hatte Liam sie umgerannt. Aber, entgegen den Gesetzen der Höflichkeit, kam er nicht auf die Idee ihr eine helfende Hand hinzuhalten. Nein, stattdessen sah er abschätzig zu ihr herunter. Sollte sie doch selber aufstehen. Man sah von ihm nur einen winzigen Ausschnitt und ein paar türkise Strähnen. Er hatte auch nicht vor, mehr von sich zu zeigen.

»Was soll was?«
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* Re: Liam x Avrilla

Beitrag von Predawn am Do März 28, 2013 7:41 pm

    Avrilla stand vor einem unter einem Umhang gehüllten Jungen. Oder vielleicht auch ein Mann? Woher sollte sie das wissen? Schließlich konnte sie sein Gesicht bis auf ein paar türkise Strähnen nicht erkennen. Aber Haare sind ja auch kein Teil des Gesichts, oder? Naja außer man meinte einen Bart, aber das war kein Bart, da war sie sich sicher. Der Junge, sie beschloss jetzt einfach, dass er noch ein junge war, fragte sie rotz frech 'Was soll was?'. Tickt der noch richtig? Erst entschuldigte er sich nicht bei ihr, dann half er ihr nicht aus, sondern sah sie nur abfällig an - sie konnte seinen Gesichtsausdruck zwar nicht sehen, aber sie war sich hundertprozentig sicher, dass er sie herabschauen angesehen hatte - und dann sowas! "Was soll was?!" Fauchte sie ungläubig. "Du hast mich doch umgerannt wie ein fettes und stinkendes Wildschwein!" Schrie sie ihn an. "Du hast dich och nicht mal entschuldigt!" Danai schien Avrillas Wut zu spüren - das war ja nicht gerade schwer ... - und öffnete drohend ihre riesigen Schwingen. Avrilla musterte ihr recht unfreundlich Gegenüber. Nein! Er war auf die wünderschöne und seltene Christrose getrampelt! Stumm zeigte sie auf die unter dem Schuh ihres Gegenübers liegende weiße Blume. "Du ... Du bist einfach drauf getreten!" Sagte sie fassungslos. Am liebsten würde Avrilla den unverschämten Jungen da wegschubsen, aber sie wollte ihn irgendwie nicht anfassen. Doch sie konnte auch nicht den Anblick der zerquetschten Christrose mit ansehen. Sie wusste nicht was sie machen sollte" Was wenn er ihr weh tun würde? Nicht der Blume, sondern Avrilla? Ach! Egal! Die Blonde schubste den Jungen mit aller Kraft weg. Anders hätte es wahrscheinlich nicht funktioniert, so schwach wie sie war ... Wie dem auch sein; Avrilla kniete sich neben die schöne Winterblume und pflückte sie behutsam. Die Knospe war zum Glück noch heile. Mit angestrengten Blick befestigte Avrilla die Blume mit einem komplizierten Knoten an ihrem Haarband. "Du hättest sie fasst zertreten...." Murmelte sie als sie wieder aufstand. "Aber solange du dich nicht entschuldigst, entschuldige ich mich auch nicht!" Sagte sie beleidigt. Sie klang dabei wie ein Kleinkind. Na toll! Der depp würde jetzt bestimmt denken, sie hätte ein an der Meise. Naja, so falsch läge er da wahrscheinlich auch nicht ....
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* Re: Liam x Avrilla

Beitrag von Predawn am Do März 28, 2013 7:41 pm


Oh. Wenn so eben nicht schon sauer gewesen war, dann war sie es spätestens jetzt. Alleine richtete sie sich wieder auf und er ließ eine ganze Welle von Beschimpfungen über sich ergehen. Ein Wunder, das er sie nicht längst an ihrem Kragen gepackt und sonst was mit ihr angestellt hatte. Er hatte sich schon den ganzen Tag erstaunlich gut unter Kontrolle. Und trotzdem kostete es ihm seine ganze Willenskraft, nicht völlig auszurasten. Seine Hand lagen auf dem Griff seines Schwertes, welches aus seinem Umhang hervor ragte. Und sie zitterte. Vor Wut und vor Anstrengung, denn er hatte all seine Muskeln zum zerreißen angespannt. Ein fettes Wildschwein, interessant. Und entschuldigt hatte er sich auch nicht, das war natürlich nicht in Ordnung. Bevor er auch nur irgendwas sagen konnte, hatte sie auch schon wieder einen anderen Grund gefunden, ihn zu beschimpfen. Eine Blume? Ehe er sich's versah, rammte sie ihren Körper mit Aufbietung all ihrer Kraft gegen seinen, und sorgte so dafür, das er einige Schritte zurück stolperte. Dabei rutschte ihm die Kapuze vom Gesicht, was Liam allerdings gar nicht auffiel, da er nur darauf fixiert war, dieses freche Weib nicht zu köpfen. Warum tat er es eigentlich nicht? Dann wäre das Problem aus der Welt. Bereit seinen Entschluss durchzusetzen zog er sein Schwert ein kleines Stück aus der Schwertscheide die er an einem Gürtel um die Hüfte trug. Er drehte den Kopf, um sein Ziel zu fixieren. Und dann sah er, wie sich dieses Mädchen diese Blume ins Haar steckte, die sie eben von unter seinem Fuß gerettet hatte. Und plötzlich war er sich gar nicht mehr sicher, ob das, was er tun wollte, das Richtige wäre. Rein intuitiv ließ er die Waffe wieder zurückgleiten, während die Schneeprinzessin auf trotzig tat. Limas Gesicht war genauso kühl und ausdruckslos wie immer, als er zu einer Antwort ansetze.

»Wars das jetzt?«, war seine genervte Reaktion auf ihre Schimpftirade. Dann verdrehte er innerlich die Augen.
»Ich bitte untertänigst um Verzeihung, Schneeprinzessin.«, sagte er dann mit sarkastischem Unterton.
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* Re: Liam x Avrilla

Beitrag von Predawn am Do März 28, 2013 7:42 pm

    Ein genervtes »Wars das jetzt?« zog Avrillas Aufmerksamkeit von der Blume wieder zu diesem unfreundlichen Jungen. Sie sah ihm ins sein hübsches Gesicht. Warte, Gesicht? Er hatte wohl sein Kapuze abgenommen. Aber Avrilla war erstmal Sprachlos. Dieser Junge sah ganz und garnicht wie ein 'stinkendes und fettes Wildschwein' aus. Hähähä ... Peinlich. Mit einem sanft roten Schleier auf ihren Wangen sah sie zu dem Jungen, der sich nun auch entschuldigte. "Ja ... schon okay." Murmelte sich. Dann gab sie sich einen Ruck. "Schon blöd wenn man die Schneeprinzessin höchst selbst umrennt." Sagte sie frech und zwinkerte dem Türkishaarigen zu.

    Hinter sich hörte Avrilla ein wütendes und gurgelndes Brüllen. Ihr Gesichtsausdruck zeigte deutlisch ihr Entsetzten. Erschrocken drehte sie sich um. Das Monster war viel zu nah dran, als das sie ihren Bogen benutzten könnte. Ängstlich wich sie ein paar Schritte zurück und zückte ihr, für sie viel zu schweres Schwert. Danai hob drohend die Flügel und ließ einen brutalen Kampfschrei aus. Avrilla versteckte sich halb hinter ihrn Himmelvogel. Verdammt, sie kontte dieses Monster nicht besiegen. Ihre einzige Hoffnung war der Fremde, welcher sie wohl eher zerfleischen ließ anstatt ihr zu helfen. Anscheinend war der Tag gekommen, an dem Avrilla der Welt gute Nacht wünschen musste. Sie war einfach zu schwach. Zu schwach für diese Welt. Doch anders als vor einigen Monaten, wollte sie nicht sterben. Hier im Erdreich hatte sie erneut Freude am Leben bekommen. Sie konnte jetzt nicht einfach sterben!
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* Re: Liam x Avrilla

Beitrag von Predawn am Do März 28, 2013 7:42 pm


Das Mädchen drehte sich wieder zu ihm, und einen Moment lang starrte sie ihn leicht verwirrt an. Und erst da fiel Liam auf, das er seine Kapuze nicht mehr trug. Nun gut, jetzt konnte er sie auch gleich ab lassen. Der nächste Windstoß würde sie sowieso wieder hinunter wehen. Wie aufs Stichwort fegte eine eisige Böhe über das Land und durch seine Haare. Nun gut, zumindest schien sie nach seiner Entschuldigung besänftigt und wieder guter Dinge zu sein. Selbst als sie ihm frech zuzwinkerte, blieb das Gesicht des Jungens jedoch ausdruckslos, und auch seine blauen Augen zeigten keinerlei gefühlsmäßige Reaktion. Gerade spielte er mit dem Gedanken, einfach abzuhauen, schließlich war das Thema nun scheinbar erledigt, als er ein widerliches Röcheln hörte und innerlich aufstöhnte. Diese Monster waren wirklich einfach nur nervig. Schrecklich nervig. Das Mädchen hatte das Vieh scheinbar auch bemerkt - leider ziemlich spät, so das es sich nur noch hinter ihren überdimensional großen Vogel retten konnte. Es war eindeutig ein Vogel vom Wolkenhord - war sie also eine Himmelsbewohnerin? Naja, das war jetzt auch vollkommen unwichtig. Das wichtige war, dass dieses Mädchen scheinbar ihren Mund ganz schön aufreißen konnte, aber sich im Endeffekt nicht wehren konnte. Wie sagt man so schön?
Große Klappe, nichts dahinter.

Er hatte sich schon umgedreht, als er es sich letztendlich doch noch anders überlegte. Und außerdem war er immernoch wütend, da kam ihm so ein Monster ganz gelegen. Also drehte er sich geschwind wieder um zog sein Schwert. In einer unglaublichen Geschwindigkeit hechtete er nach vorne, und köpfte das Teil, kurz bevor es den Vogel, und damit auch das Mädchen, erreicht hatte. Natürlich war es bereits tot - wer konnte schon ohne Kopf lange durchhalten? - aber trotzdem stach Liam sein Schwert noch ein Mal in dessen Brustkorb. Mit einem schmatzenden Geräusch zog er seine Waffe wieder heraus, kniete sich hin, und reinigte es im Schnee. Dann versetzte er dem Monster einen Tritt, so das es den leichten Abhang hinunter rollte.
»Widerlich.«, murmelte er mehr zu sich selbst, als zu irgendjemand anderen.
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* Re: Liam x Avrilla

Beitrag von Predawn am Do März 28, 2013 7:43 pm

    Avrilla war völlig verstört vor Todesangst. Dieses ekelhafte Monster kam immer näher. Das war es wohl, gute Nacht Welt. Dachte sie und schloss die Augen, doch nichts passierte. War sie etwa schon tot? Verwundert öffnete Avrilla erst ein, dann beide Augen. Dieser Junge hatte sie doch gerettet. Das hatte sie niemals erwartet. Sie guckte angeekelt, als der Junge sein Schwert mit einem schmatzenden Geräusch aus den Brustkorb des Monsters zog. Sie grinste. Schön abartig. Nun wünschte sie sich, dass sie selbst mal ein Monster besiegen könnte. Sie stellte sich das ekelhafte Gefühl vor, mit dem Schwert dursch Fleisch und Knochen zu bohren. Angewiedert schüttelte sie sich. Gruseliges Zeug war einfach richig schön. "Danke." Hauchte das Blondchen und schenkte ihrm Retter ihr süßestes Lächeln. Sie erwartete nicht, dass er darauf reagieren würde. Der Junge hatte seit ihrer Begegnung keine einzige Miene verzogen. Es machte ihr keine Angst, aber trotzdem strahlte der Junge eine gewisse Aura aus, die riesige und unsichtbare Mauern um ihn stellte. Man hatte das Gefühl, dass man nicht an ihn rann kam. 'Wiederlich' murmelte der Türkishaarige und Avrilla musste erneut grinsen. "Japp. So richtig schön ekelhaft." Meinte sie darauf. Sie wusste zwar, das er das wahrschenilich nicht zu ihr, sondern zu sich selbst gesagt hatte. Doch es war ihr egal.

    Avrilla stand da ein wenig unsicher im kalten Schnee. Irgendwie wollte sie nicht, dass der Junge geht. Er hatte sie vor einem Monster gerettet. Das hatte dafür gesorgt, dass sie sich von der einen auf die andere Sekunde bei ihm sicher fühlte. Doch sie konnte dem Kerl das ja schlecht erklären. Sie beschloss ein wenig Small Talk abzuhalten. Vielleicht ergab sich ja etwas daraus. "Wie heißt du?" Fragte sie einfach aus dem Bauch heraus. Ein Name wäre schon mal ein Anfang. Die Blonde hoffte inständig, dass der mysteriöse Junge darauf anspringen würde.
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* Re: Liam x Avrilla

Beitrag von Predawn am Do März 28, 2013 7:43 pm


Fast hätte er gelacht, als er sah, wie verängstigt das Mädchen war Die Augen zusammengekniffen stand sie hinter ihrem Vogel, der keine Feder rührte. Könnte sie ja auch mal beschützen, schließlich mussten sie ja theoretisch eine ziemlich enge Bindung haben... Zumindest hatte er so was mal gehört. Die Blonde hatte sich zumindest scheinbar schon mit ihrem Tod abgefunden und wirkte leicht verwirrt, als sie es dann doch nicht war. Als sie dann verstanden hatte, das er, Liam, sie soeben gerettet hatte, bedankte sie sich schnell und lächelte ihn an. Keine Reaktion. Kein Lächeln, weder spöttisch, noch ernst gemeint. Rein gar nichts. Die ausdruckslose Mine des jungen Mannes hatte sich um keinen Millimeter verändert. Ein quietschendes Geräusch ertönte, als er sein Schwert zurück in die Schwertscheide steckte, wo es hingehörte. Den kurzen Kommentar, den er eben abgegeben hatte, bestätigte sie mit einem kurzen Satz, obwohl er gar nicht mit ihr gesprochen hatte. Nun, sollte sie doch, er war hier fertig. Und er sollte jetzt besser gehen.

Liam drehte sich um und war gerade mal zwei Schritte weit gekommen, da wurde er schon wieder aufgehalten. Wie er hieß? Warum interessierte ihn das? Er war stehen geblieben, und nach einigen Sekunden des Schweigens antwortete er. Kurz und knapp, wie immer.
»Liam.«
Dabei stellte er fest, das seine Stimme immer noch so klang, als wäre er heiser oder erkältet. Nun gut, er hatte sich auch schon ewig nicht mehr wirklich unterhalten, und die letzten Monate hatte er eigentlich gar nichts gesprochen. Da war das gar nicht mal so verwunderlich. Er stand noch immer mit dem Rücken zu ihr, doch jetzt drehte er sich langsam wieder um. Das Schattenwesen entschied sich, seine Kapuze wieder aufzuziehen, und das setzte er auch gleich in die Tat um. Dieses Mal setzte er sie allerdings wirklich nur auf den Kopf, so dass sein ganzes Gesicht noch zu erkennen war. Und nein, er stellte keine Gegenfrage. Er fragte nicht, wie die Schneeprinzessin, wie er sie innerlich getauft hatte, in Wirklichkeit hieß. Es interessierte ihn nicht, denn eigentlich wollte er schon längst abgehauen sein. Also musste er ihren Namen nicht wissen. Und wenn sie ihm den unbedingt mitteilen wollen würde, dann würde sie das schon von sich aus tun.
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* Re: Liam x Avrilla

Beitrag von Predawn am Do März 28, 2013 7:43 pm

    Avrilla dachte schon, sie käme mit ihrer Frage nach dem Namen des Jungen zu spät. Schließlich war er gerade dabei wegzugehen. Doch er blieb stehen. Avrilla atmete erleichtert aus, er ignorierte sie nicht einfach. Das war gut. Sehr gut sogar. Er antwortete nach einiger Zeit mit 'Liam'. Seine Stimme klang, als hätte er Monate lang nicht geredet. So roh und heißer. Avrilla sah Liam besorgt an. Er schien wohl niemanden zum Reden zuhaben. Das ist traurig. Sie selbst hatte wenigstens Danai bei sich gehabt. War zwar nicht gerade perfekt um sich zu unterhalten, aber wenigstens war sie nicht ganz alleine gewesen. Nun drehte sich der mysteriöse Liam langsam zu ihr um. Dann setzte er sich die Kapuze wieder auf, doch diesmal bedeckte sie sein Gesicht nicht. Das fand Avrilla auch beeser so. Sie redete nicht gerne mit Kopflosen. Die Blondine wartete kurz auf eine Gegenfrage, doch die kam nicht. Das brachte sie aus dem Konzept, die verwunderrung stand ihr wie immer ins Gesicht geschrieben. "Na gut. Wenn du mich nicht nach meinem Namen fragst, werde ich ihn dir auch nicht verraten." Grinste sie Liam an. "Deine Stimme hört sich nicht gerade gut an. Ist alles okay mit dir? Hast du vielleicht eine Erkältung?" Fragte Avrilla mit einem Sherlock Holmes Gesichtsausdruck. Dieser Liam war ihr ein Rätsel. Er hatte keine Gesichtsregungen. Er zeigte keine Gefühle. Er war so still .... Ihm muss in seiner Vergangeheit irgendwas passiert sein und sie hatte das merkwürdige Bedürfnis, seine ganz eigene Geschichte zu hören. Avrilla zog eine Augenbraue hoch. Da schien Jemand mal wieder auf dem Philosophie-Tripp zu sein. Innerlich lachte sie über sich selbst. Wenn sie so weiter machte, würde sie sich noch in den Kerl verlieben. Und so wie der drauf war wollte sie sich den ganzen Liebeskummer sparen. Eine einseitige Rimanze könnte sie ganz und garnicht gebrauchen.
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* Re: Liam x Avrilla

Beitrag von Predawn am Do März 28, 2013 7:45 pm


Interessant. Das war wirklich interessant. Liam brauchte dieses Mädchen nur einen Moment ansehen, und schon konnte er, wenigstens ansatzweise, erahnen, was gerade in ihr vor ging. Ein Blick in ihr Gesicht oder in ihre Augen reichten da. Verglichen mit ihm war sie ein offenes Buch in dem man nur lesen brauchte. Gerade ging etwas seltsames von ihr aus. Vielleicht war es so etwas wie Mitleid. Mitleid. Einen Moment fragte sich der Junge, wann er dieses Gefühl des letzte mal bei sich selber verspürt hatte. Neun Jahre musste das her gewesen sein, wenn er genau überlegte. Acht Jahre... Eigentlich hatte er nicht die Zeit, hier herumzustehen und unnötige Gespräche mit irgendwem zu führen. Er hatte besseres zu tun. Aber irgendetwas sagte ihm, er sollte noch hier bleiben. Also blieb er und musterte die junge Frau. Sie war genauso wie fast alle anderen Menschen auch. Sie war offen. Warum sie dieses Mitleid verspürte, war ihm jedoch schleierhaft. Um genau zu sein war es ihm schleierhaft, wie man dieses Gefühl überhaupt zulassen konnte. Man durfte kein Mitleid empfinden, wenn man in dieser Welt überleben wollte. Nun- wäre er nicht gewesen, wäre sie ja vermutlich schon tot. Obwohl sich das Blatt auch noch wenden könnte, wenn sie noch länger darauf beharren würde, ihn aufzuhalten. Dann würde er noch schuldig an ihrem Tod werden. Liam probierte sich auf etwas anderes zu konzentrieren. Oh, jetzt war sie verwirrt. Das stand ihr nahezu auf der Stirn geschrieben.

Sie wollte ihm ihren Namen also nicht nennen? Nun, wenn sie meinte. Ihm sollte es egal sein. Gelangweilt verlagerte er sein Gewicht von dem einen auf das andere Bein. Was tat er hier?! Nun fragt sie auch noch, warum seine Stimme so kratzig und rau klang. Was ging sie das an? Und außerdem, vielleicht war sie ja sogar normal so? Das war sie natürlich nicht, aber es wäre eine Möglichkeit. Man sollte der Schneeprinzessin mal so etwas wie nachdenken beibringen. Immer auf der Lauer sein. Hätte er seinen Bedürfnissen gefolgt, dann wäre sie schon in dem Moment tot gewesen, als sie es gewagt hatte, ihn anzukeifen. Und es gab viele Momente, in denen er sich nicht so gut wie jetzt unter Kontrolle hatte. -Genauer gesagt, war es heute des erste Mal, das sich so gut beherrschen konnte. Sie hätte also Pech haben können - stattdessen hatte sie ein unglaubliches Glück. Wusste sie nicht, wie gefährlich diese Welt war?
»Lange nicht mehr gesprochen.«, antwortete er letztendlich knapp. Urplötzlich machte er einen großen Schritt nach vorne, so das er genau vor dem Mädchen stand, dann zog er sein Schwert und hielt es ihr an den Hals, während sich sein Gesicht ihrem näherte.
»Wenn ich wollte, wärst du längst tot. Du solltest vorsichtiger sein.«
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* Re: Liam x Avrilla

Beitrag von Predawn am Do März 28, 2013 7:45 pm

    Avrilla musterte Liam von oben bis unten. Er war dünn und hatte unglaublich helle Haut. Das dunkele Türkis seiner Haare passte perfekt zu seinen hell türkisen Augen. 'Lange nicht mehr gesprochen.' krächzte er auf ihre Frage, was mit seiner Stimme sei. Sie konnte sich keinen Tag ohne ihr sinnloses Gelaber vorstellen. Irgendwas hatte sie immer zu erzählen, auch wenn sie alleine war. Meist redete sie dann einfach mit Danai. Plötzlich trat Liam einen großen Schritt an sie heran und riss sie damit aus Gedanken. Was war denn jetzt los? Verwirrt sah sie ihn an. Dann hatte sie plötzlich die Klinge seines Schwerts am Hals. Mit weit aufgerissenen Augen sah sie den Jungen an. 'Wenn ich wollte, wärst du längst tot. Du solltest vorsichtiger sein.' Avrilla schluckte. Er hatte Recht. Liam hätte sie jeden Moment töten können. Nur weil sie so schwach war. Die Welt war wohl einfach zu gefährlich für sie. Avrilla musste Liam beweisen, dass sie doch nicht so schwach war wie sie aussah. Doch das war nicht so einfach. Denn sie war so hilflos wie sie aussah. Ein verdammter Fluch. Angestrengt dachte sie nach. Sie hatte noch beide Hände frei. Und sie hatte Wurfdolche. Diesmal würde sie die aber nicht werfen. Mit schnellen Fingern zückte sie die Teerschwarzen Dolche und hielt je eine Hand an seinen Bauch und eine unter sein Kinn. Gut gemacht! Lobte sie sich selbst. Sogar Avrilla konnte mal was richtig machen. Obwohl, war es wirklich das Richtige? Liam würde bestimmt nicht davor zurückscheuen sie einfach zu Köpfen. Doch Avrilla? Einen Menschen töten? Sie hoffte, dass man ihr ihre Unsicherheit nicht ansah. Aber selbst wenn er sie dann tötete. Es würde schnell und schmerzlos sein. Sie müsste nicht leiden ... Vielleicht sollte er ihr einfach den Kopf abschneiden. dann müsste sie sich nicht mehr so rumquälen. Entschlossen senkte sie ihre Hände und ließ die Dolche in den Schnee fallen. "Und was genau hindert dich daran mich umzubringen? Bring es doch einfach hinter dich." Flüsterte sie bedrohlich und blitze Liam dabei biestig an. "Das wäre für uns alle doch viel besser."
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* Re: Liam x Avrilla

Beitrag von Predawn am Do März 28, 2013 7:46 pm


Er hatte nicht vor sie zu verletzen, geschweige denn sie umzubringen. Wenn er sie hätte ernsthaft bedrohen wollen, hätte er fester zugedrückt, bis eine winzige Schnittwunde entstanden wäre. So aber legte er die Waffe nur ganz leicht an; sie berüherte die Haut des Mädchens fast gar nicht. Hatte er sich falsch ausgedrückt? Die Schneeprinzessin zumindest wirkte vollkommen überrumpelt, durcheinander und eingeschüchtert. Genau wie er es erwartet hatte. Damit hatte sie nicht gerechnet. Aber es konnte jederzeit passieren. Unglaublich, was dieses Mädchen gerade für ein Glück hatte. Doch dann hatte sie plötzlich Wurfdolche in der Hand und drückte einen gegen sein Kinn und einen an seinen Bauch. Nicht das das ihr etwas brachte - er brauchte einfach nur zuzudrücken, und es wäre um sie geschehen. Das Mädchen hingegen hätte es da mit ihren weniger großen Dolchen nicht so einfach. Die Idee mit dem Bauch war allerdings gar nicht mal so schlech, dumm nur, das Liam sich jederzeit mit einem Schritt aus ihrer Reichweite bringen konnte. Bis sie dann geworfen hatte, war sie entweder längst tot, oder er weit weit weg.
Leicht überrascht bemerkte er, wie sie ihre Waffen fallen ließ und sich ergab - einfach so. Ja, sie traf genau den Punkt. Warum tötete er sie eigentlich nicht? Dann hätte er es endlich hinter sich und könnte wieder seine eigentlichen Ziele verfolgen. Äußerlich war von Liams inneren Konflikt natürlich wieder nichts zu merken. Vielleicht fragte man sich ja irgendwann, ob der junge Mann eine Maske aus Stein trug. Das konnte man natürlich wiederlegen, wenn man sein Gesicht berüherte. Aber gut. So plötzlich wie er es gezogen hatte, hatte er sein Schwert auch wieder zurück gesteckt. Dann machte er langsam wieder einen Schritt zurück und musterte die Schneeprinzesinn. Er löste die Situation, bevor er die Beherrschung verlieren würde. Denn dann hätte sie wirklich und endgültig daran glauben müssen. Ihre Frage ignorierte er kurzerhand, antwortete nicht darauf.

»Das war ziemlich mutig,«, stellte er fest, doch in seiner Stimme war nichts von Anerkennung oder irgendeinem anderen Gefühl zu hören. »Allerdings hätte es dich nicht gerettet. Schlauer wäre es hier gewesen, den Dolch sofort in den Bauch des anderen zu rammen und dann dafür zu sorgen möglichst schnell, möglichst weit weg zu kommen.«, erklärte er ihr ruhig in seinem üblich gelangweiltem Ton, mit einer kratzigen Stimme. Irgendwie störte ihn das, es hörte sich schrecklich an, wenn er sprach. Am besten würde er gleich wieder aufhören. -Und schon wieder verstand er nicht, was er tat. Satt sie zu töten, probierte er ihr nun auch noch klar zu machen, wie unvorbereitet sie war und gab ihr Tipps. Was war los mit ihm? Kurzerhand drehte er sich um, und wollte dem ganzen so endgültig ein Ende setzen, und das ohne ein Blutbad. Mit schnellen Schritten stapfte er durch den Schnee, und nahm sich vor, dieses Mal nicht stehen zu bleiben, egal was sie von ihm wollte. Sie spielte mit dem Tod - und war ihm nun schon mehrmals um Haaresbreite entwischt. Bald würde ihr Glück jedoch ausgeschöpft sein - also ging er.
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* Re: Liam x Avrilla

Beitrag von Predawn am Do März 28, 2013 7:47 pm

    Avrilla atmete tief ein, als Liam sein Schwert von ihrem Hals nahm. Jetzt war sie noch verwirrter. Er hätte sie einfach töten sollen. Das wäre ihr viel lieber gewesen. Das hätte sie von ihm erwartet. Komisch ... sie kannte diesen Kerl erst seit mindestens 20 Minuten und glaubte schon ihn zu kennen. Auf ihre Frage, warum er sie nicht einfach tötete, antwortete er nicht. Stattdessen belehrte er sie nur. 'Schlauer wäre es hier gewesen, den Dolch sofort in den Bauch des anderen zu rammen und dann dafür zu sorgen möglichst schnell, möglichst weit weg zu kommen.'. Bla, bla, blah. Seine Stimme klang wie wenn man Metall auf Metall reibt. "Und was ist, wenn ich sterben wollte?" Keifte sie trotzig. Sie ließ sich nicht gerne belehren. Der könnte sich das sparen. "Dann müsste ich mich wenigstens nicht so rumquälen! Du hättest mich töten sollen. Eiskalt." Fügte sie mit zittriger Stimme hinzu. Sie hatte sich endlich damit abgefunden zu sterben. Warum erfüllte niemand ihren bitteren Wunsch? Sie konnte sich noch nichtmal selbst umbringen, dafür war sie zu feige. Ihre Vision verschwomm ein wenig und sie musste gegen ihe Tränen ankämpfen. Heulen konnte sie auch später. Wenn sie alleine war. Mit ihrem verwommenen Blick sah sie, wie Liam sich umdrehte und ging. Er konnte sie nicht alleine lassen! Dann würde sie erst recht durchdrehen. "Hey! Wohin gehst du? Hey, hörst du mich? Hallohooo?!" Liam ignorierte einfach ihre verzweifeltenRufe nach ihm. Entschlossen hob Avrilla ihre zwei Wurfdolche auf. Wusch, Wusch!!! Wie schwarze Blitze schossen die kleinen Messer nacheinander durch die Luft. Der eine flog nur dicht an Liams Kopf vorbei. Der andere hatte sich entschieden 30cm von dem Jungen entfernt durch die Luft zu schießen. Sie hatte nicht erwartet ihn zu treffen, doch der zweite Wurf war einfach total daneben. Sie ballte ihre Fäuste. Was hatte sie da eben getan? Ihr Tod schien nun besiegelt, da war sie sich sicher. Jedenfalls hoffte sie es. Die unsichtbare Wand zwischen Liam und Avrilla droht zu durchbrechen. Die Wand, die Avrilla vor ihm schützte. Als er ihr das Schwert an den Hals gehalten hatte, war sie schon gefährlich dünn geworden. Würde sie Avrillas Gegenangriff nun auch standhalten? Es war der Blonden egal. Wenn sie überleben würde, hätte sie noch mehr Zeit mit Liam verbracht. Wenn sie es nicht überleben würde, tja dann wäre garnichts mehr. Dann wäre sie Frei. Endlich.
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* Re: Liam x Avrilla

Beitrag von Predawn am Do März 28, 2013 7:47 pm


Oh, keine Spur von Dankbarkeit. Da erbarmte er sich, ließ sie am Leben und gab ihr auch noch einen Tipp, der ihr vielleicht irgendwann mal das Überleben sichern würde, und was tat dieses freche Gör? In erster Linie war sie wohl verwirrt, weil er sie am Leben ließ und nicht getötet hatte. Das war auch nicht sein Plan gewesen! Er hatte doch klar und deutlich gesagt, wenn er gewollt hätte, verdammt noch Mal. War sie jetzt auch noch schwer von begriff, oder was? Er war schon die ersten
Schritte durch den Schnee gestapft, als ihre Worte zu ihm durchdrangen. Sie wollte sterben?
Liams Hände ballten sich zu Fäusten, doch er ignorierte sie und ging weiter. Der Schnee hier draußen, ein gutes Stück außerhalb der Stadt, lag um einiges höher, als dort, wo wo er gekommen war. Da hatten die Massen von Menschen ihn schon klein getrampelt und an einigen Stellen zum Schmelzen gebracht. Nun, jetzt wo er etwas sehen konnte, wusste er auch wo er sich befand. An einer Mühle. Scheinbar war sie nicht mehr in betrieb, zumindest sah sie nicht unbedingt danach aus. Der Umhang des jungen Mannes schleifte im Schnee, zumindest der unterste Zipfel. Er war noch nicht gerade weit gekommen - dieser verdammte Schnee sorgte dafür, das er sich nicht so schnell bewegen konnte, wie er es eigentlich wollte, als sie ihn schon wieder rief. Natürlich hörte er sie. Und wohin er ging? Das ging sie nichts an. Genauer gesagt wusste er es doch selber nicht. Ein zischen. Und gleich noch eins. Nur einen Zentimeter von der Wange des Jünglings entfernt rauschte ein schwarzer Wurfdolch vorbei,- nein, der Wurfdolch der Schneeprinzessin. Ein zweiter Folgte, doch er verfehlte ihn um ein gutes Stück. War das jetzt ihr ernst? Er verlangsame seine Schritte, bis er schließlich stehen blieb.
»Guter Wurf.«, stellte er nüchtern und mit dem Rücken zu ihr gedreht fest. Er holte tief Luft, seine Stimme wurde bedrohlich leise. »Du spielst mit dem Tod, Schneeprinzessin. Du hast es also wirklich darauf angesetzt.« Er war sauer. Natürlich war er sauer! Gerade hatte sie leichtfertig mit zwei Waffen auf ihn gezielt. Auf ihn! Wusste sie denn nicht, wen oder was sie hier vor sich hatte? Allem Anschein nach nicht. Sie hatte keine Chance. Überhaupt keine!

Geschwind bückte er sich, und hob die beiden Dolche auf. Dann wirbelte er herum, und warf sie zurück. Beide rauschten um einen Millimeter an den Wangen des Mädchens vorbei. Ein Geräusch wie von einem Säbel, und ein paar ihrer Haare schwebten sanft zu Boden und landeten wie auf einer Wolke. Sein Gesicht war vor Wut verzerrt, als er sie ansah. Dann machte er einen Schritt, noch einen Schritt, einen dritten Schritt und stand wieder vor ihr. Das Schattenwesen packte sie am Kragen ihres Fetzens von Kleidung und hob sie scheinbar mit Leichtigkeit in die Luft, so das sie ein gutes Stück über dem Boden schwebte. Er ging mit seinem Gesicht ganz nah an das ihres, und flüsterte ihr ins Ohr. »Du möchtest also sterben?«

Mit einer ruckartigen Bewegung streckte er den Arm von sich weg und warf sie ein kleines Stück, so das sie mit dem Hintern im Schnee landet. Besonders weit oder fest hatte er nicht geworfen - vermutlich würde es bei einem Schrecken bleiben.
»Sag so was nie mehr!«, brüllte er sie wütend an. Für einen Moment schien das kratzige und rostige seiner Stimme verschwunden, und laut und klar schallte sie durch die ganze Gegend. Dadurch aufgeschreckt stoben plötzlich einige Vögel aus den Bäumen auf und die Luft war erfüllt von ihrem Gezwitscher. Keuchend und schwer atmend blickte er auf das Mädchen hinunter. Langsam, ganz langsam, kam sein Herzschlag wieder zur Ruhe und auch sein Wut verzerrter Gesichtsausdruck glättete sich wieder, bis er wieder die gefühlskalte und ausdruckslose Maske trug.

Niemand wollte sterben. Man sagte es so leicht - aber niemand wollte sterben! Es war ein Tiefpunkt im Leben, an dem man dachte, man wollte es. An dem man dachte, es wäre das beste für alle. An dem man dachte, es gäbe keinen Grund mehr, weiter zu leben. Aber es gab immer einen Grund! Nicht zu Letzt die Menschen, die man mit seinem Tod verletzten würde. Die man zurück lies. Denn irgendwo gab es immer jemanden, der einen brauchte. Zu sterben war keine Lösung für seine Probleme! Sah man Liam jetzt an, dann stellte man vielleicht etwas fest. Seine Maske war unverändert - aber sein Blick hatte einen anderen Ausdruck angenommen. Er dachte an seine Schwester, an seine Schwester die vermutlich längst tot war. Die ihn zurückgelassen hatte.- Oh jetzt werden wir schon sentimental! Am liebsten hätte sich der Jüngling gerade selbst geohrfeigt. Was war los mit ihm? Schnell verbannte er alle Gedanken daran aus seinem Kopf. Bisher hatte es so immer gut geklappt. Einfach nicht daran denken. Und schon strahlten seine türkisen Augen wieder die selbe Kälte aus, wie eben. Die Kälte des Schnees.

Apropo Schnee. Sanft und leise rieselten Floken auf die Erde nieder, auf seine Schneeprinzessin, auf ihn selber. So wie sie da im Schnee saß, vermutlich total verängstigt, hatte sie etwas erbärmliches an sich. Etwas, das man beschützen wollte. Und einen kurzen Moment, schien er zu bereuen, was er getan hatte. Aber diese Einsicht war nur so kurz da gewesen, das man im Nachhinein nicht mehr sicher sagen konnte, ob das vielleicht gar nicht stimmte. Und trotzdem ging Liam langsam auf sie zu und zog seinen geliebten Mantel aus. Widerwillig streckte er ihn ihr hin. ihre Klamotten waren für dieses Art von Wetter viel zu dünn ausgefallen. Aber was erwartete er? Im Himmelsreich würde es vermutlich niemals schneien. Scheinbar war sie nicht gerade vorbereitet hier her aufgebrochen - eher ziemlich überstürzt. Jetzt hatte er sie schon am Leben gelassen, dann würde sie am Ende noch erfrieren. Das war nicht gerade Sinn der Sache.
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* Re: Liam x Avrilla

Beitrag von Predawn am Do März 28, 2013 7:48 pm

    Avrilla beobachtete Liam schwer atmend. Sie wollte das er sie jetzt einfach tötete. Dann wäre es vorbei. Erwartungsvoll starrte sie dem Türkishaarigen Löcher in den Rücken. Er verlangsamte seine Schritte und blieb dann entgültig stehen. 'Guter Wurf.' Nicht wirklich, sie hatte schonmal besser getroffen. Er sollte jetzt einfach sein Schwert ziehen und ihr Leben beenden. Unterhalten könnten sie sich auch später in der Hölle. 'Du spielst mit dem Tod, Schneeprinzessin.' Oh ja. Genau das tat sie. Mit dem Tod spielen. Doch niemand spielte ihr Spiel ernsthaft mit. Außer Liam. Nur für ihn war es kein Spiel. Plötzlich bückte er sich und hob ihre Dolche auf. Im nächsten Moment rauschen sie auch an ihren Wangen vorbei und schnitten die Spitzen ihres zu lang gewordenen Ponys ab. Das schneidende Geräusch ihrer Dolche machte sie fast Taub. Ihre Ohren wurden heiß als ihr Verstand die Situation begriff. Sie konnte das Blut in ihren Ohren rauschen hören. Sie ließ aber keine Sekunde ihren Blick von Liam ab. Sein Gesicht war vor Wut verzerrt. Warte. Er zeigte Gefühle? Avrilla hatte keine Zeit darüber nachzudenken, denn Liam ging mit großen Schritten auf sie zu. Eins, zwei, drei. Dann schwebte sie plötzlich über dem Boden. Nicht das fliegen für sie ungewohnt war, aber am Kragen hochgehoben zu werden war nicht gerade gemütlich oder angenehm. 'Du möchtest also sterben?' Flüsterte er ihr ins Ohr. Dann schleuderte er sie weg, so dass sie ein gutes Stück weit über den Schnee flog und letztendlich au in einem Haufen weißen Puder landete. "Uff." Stieß sie aus und setzte sich auf ihren Allerwertesten. Doch sie rappelte sich nicht auf, sie blieb einfach sitzten. 'Sag so was nie mehr!' Schrie Liam sie an. Trotzig sah sie ihn an. Sie hatte keine Angst. AUßerdem durfte sie tun und lassen was sie wollte. Ja,, auch sich selbst den Rod zu wünschen. Doch dann schien sich der Junge wieder zu beruhigen. Sein Gesicht wurde wieder Steinhart. Avrilla verstand nicht. Wieso tötete er sie nicht einfach? Was sollte sie denn noch alles machen? Verwirrt sah sie Liam an. Irgendwas schien in ihm vor zu gehen. Aus den Augenwinkeln konnte sie Danai sehen, die Liam mit drohend gespreizten Flügeln näher kam. Danai. Ihre geliebte Danai. Sie sah sie an. Musterte sie gründlich. Von ihrem gelb-orangen Schnabel bis hin zum weißen Schweif. Wenn Avrilla sterben würde, wäre Danai alleine. Das einzigste Lebewesen, was sich um sie sorgte. Ach was. Danai würde auch ohne sie klar kommen ... Bestimmt. Die Blonde sah wieder zu Liam. Doch diesmal lag Sorge in ihrem Gesicht. Danai wäre am Boden zerstört wenn sie einfach sterben würde. Nun war sie sich nicht mehr so sicher ob sie einfach sterben konnte. Andere würden jetzt sicher denken, dass es doch nur ein Vogel war. Natürlich war Danai ein Vogel, aber nicht irgendein Vogel. Sondern ihre beste Freundin. Wollte sie Danai wirklich alleine lassen? Avrilla war völlig verwirrt und verängstigt. Nun wusste sie garnichts mehr. Sie wusste nicht ob sie sterben wollte. Sie wusste nicht, ob sie es ertragen konnte weiter zu leben. Sie hielt zog ihre Knie an die Brust. Es war verdammt kalt auf dem Boden. Ihr Kleid war schon völlig durchnässt und jetzt fing es auch noch an zu schneien. Na toll. Erfrieren wollte sie erst recht nicht. Sie konnte am Rande ihres Blickfelds sehen, dass Liam näher kam. Erschrocken sah sie auf. Er sollte es nicht tun! Er sollte sie jetzt nicht töten! Und zu ihrem erstaunen tat er es auch garnicht. Nein, er hielt ihr seinen Mantel hin. Verwirrt sah sie ihn an, doch stand auf und nahm seinen Mantel entgegen. "Danke." Murmelte sie erschöpft und sah zu Boden. Dann schlüpfte sie in den viel zu großen Umhang. Er war gemütlich. Sie kuschelte sich übermüdet hinein. "Danke." Flüsterte sie nochmal und sah Liam diesmal dabei an.
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* Re: Liam x Avrilla

Beitrag von Predawn am Do März 28, 2013 7:48 pm


Erstaunlich. Liam musste anerkennen, das dieses Mädchen eine ganze Menge Mut besaß. Durchhaltevermögen war ebenfalls dabei, denn ihre Blicke während des ganzen Geschehens sprachen Bände. Vielleicht war es auch nur trotz, jetzt nicht nachzugeben. So wirkte es nämlich, nachdem er sie in den Schnee geworfen hatte. Gut, wenn sie es so wollte. Dann würde er jetzt eben auch trotzig sein. Egal wie sehr sie ihn nerven würde, egal wie wütend sie ihn machen würde, er würde sie nicht töten. Er würde sich immer zurückhalten. Doch während sie so dort hockte, scheinbar unfähig sich zu rühren, schien etwas in ihr vorzugehen. Die ganze Zeit hatte die Schneeprinzessin den jungen Mann angestarrt, doch nun hatte sie ihren Blick von ihn gelöst und musterte nun ihren riesigen, blauen Vogel. Liam folgte ihrem Blick. Das Teil schien ziemlich wütend zu sein. Warum? Gut, er hatte seine oder ihre Reiterin angebrüllt, durch die Luft geworfen und sie mit seinem Schert bedroht - nicht zu vergessen, mit den Dolchen hatte er auch noch geworfen, aber, sie war es doch, die unbedingt sterben wollte! Er war gerade dabei, sie davon abzubringen! Beziehungsweise wieß er all seine Willenskraft auf, um ihr ihren Wunsch nicht zu erfüllen. Und mal ganz davon abgesehen, schien sie sich gar nicht weh getan zu haben. Er sah wieder zu ihr. Und wieder waren es ihre Augen, die sie verrieten. Die ganze Zeit starrte sie ihren Vogel an. War ihr endlich klar geworden, wa es bedeutete, zu sterben? Ja, auch ihren Vogel würde sie alleine lassen. Nicht unbedingt nett, wenn es stimmte, das die Himmelsbewohner und ihre Vögel ein so dickes Band verband. Er sollte recht behalten - in ihrem Gesicht lag Angst, Verwirrung und Sorge.

Als er dann auf sie zuging, um ihr den Mantel zu geben, zuckte sie überrascht und ängstlich zugleich zusammen. Vermutlich dachte sie, er wolle sein Welt nun zu Ende bringen. Aber nein, wortlos hielt er das wärmende Kleidungsstück entgegen, bis sie es endlich nahm und sich dankend darin einwickelte. Er sagte nichts. Und er sah sie nicht, an sondern an ihr vorbei. Vielleicht war jetzt endlich der Zeitpunkt gekommen, abzuhauen? Die Schneeprinzessin konnte von ihrem Vogel beschützt werden, und erfrieren würde sie auch nicht. Das beste wäre, sie würde einfach wieder nach Hause fliegen. Nein, am besten wäre es gewesen, sie wäre nie gekommen! Sie raubte Liams kostbare Zeit, seine Nerven und hatte nun sogar ihren Mantel. Am liebsten hätte er ihr diesen wieder entrissen, aber er hielt sich zurück. Nun hatte er schon gehandelt ud ihn ihr gegeben. Er stand nur da, und tat gar nichts.

Und plötzlich wurde er von irgendetwas erwischt, das mindestens doppelt so groß war wie er, und mehrere Meter weit in den Schnee geschleudert. Er landete hart auf dem Rücken, und die Luft entwisch seinen Lungen. Der Schnee hatte den Aufprall nicht wirklich gedämpft. Zur Hölle. Nach Luft ringend lag er da und probierte Kraft zu schöpfen, um sich wieder aufzurichten. Dazu blieb ihm keine Zeit. Plötzlich tauchte der Kopf des riesigen Vogelviehs in seinem Blickfeld auf, und er wusste, was soeben passiert war. Das Tier hatte ihn mit seinem Flügel erwischt, und ein Versehen war das bestimmt nicht gewesen. Was war denn jetzt wieder? Hatte er dem Mädchen etwa was getan? Bevor er sein Schwert hatte ziehen und sich aufrappeln konnte, stand der Vogel schon neben ihn, und deponierte seine riesige Pranke auf seinem Brustkorb. Keine Chance. Liam keuchte auf, das atmen wurden ihm erschwert. Und rühren konnte er sich erst recht nicht.

»Verdammt noch Mal! Drecksvieh!«, fluchte er so laut es ihm mit so wenig Luft möglich war. Keine gute Idee - der Vogel drückte nun nur noch fester zu. Konnte er verstehen, was er sagte? Vermutlich nicht genau, aber vielleicht konnte es den ungefähren Sinn dahinter erahnen. Kein Wunder, man hörte seiner Stimme die Wut an. Als er weiter sprach, klang diese wieder so gelangweilt und kühl wie immer, obwohl er augenscheinlich in Lebensgefahr schwebte. Das Tier brauchte mit seinem Schnabel nur ein Mal nach ihm zu Hacken - oder ihm würde einfach die Luft ausgehen. Danach sah es schon am ehsten aus.
»Schneeprinzessin! Ich dachte ihr Bewohner aus Wolkenhord habt eine so enge Bindung zu euren Vögeln. Du kommst doch von dort? Dann sag dem hier doch Mal, er solle mich los lassen.«
Oh, es war ihm unangenehm, das er selber nichts machen konnte und in einer so ausichtlosen Lage war. Um genau zu sein, wäre er bald tot, wenn dieses Mädchen ihm nicht helfen würde. -Und das wäre nur gerecht, in Anbetracht dessen, wurmige er ihr heute schon den Hals gerettet hatte. Sie sollte also gefälligst was tun! Liam keuchte erneut auf und fing an zu Husten. Wenn eine so riesige Pranke auf einem lag, und dann auch noch mit so viel Gewicht die Lunge zusammenquetscht wurde, wurde einem die Luft echt knapp. Erbärmlich, wie hilflos er war. Dafür hasste er sich.
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* Re: Liam x Avrilla

Beitrag von Predawn am Do März 28, 2013 7:49 pm

    Avrilla kuschelte sich in den großen Mantel und plötzlich sah sie nichts mehr. Was zum ... ? Panik stieg in ihr auf. Dann bemerkte sie, dass es nur die Kapuze des Mantels war, die ihr übers Gesicht gefallen war. Umständlich zog sie die Kapuze wieder vom Kopf. Was sie dann sah, erschreckte sie. Danai griff Liam an. Einfach so. Wieso tat sie das? Sie musste Avrillas Panik gespürrt haben und dachte wahrscheinlich, das Liam ihr etwas angetan hätte. Erstarrt vor Schock stand sie einfach nur da und sah zu, wie Danai Liam fast zerquetschte. Er rief ihr zu, sie solle ihr 'Drecksvieh' gefälligst besänftigen. Avrilla gab sich einen Ruck. "Danai! Alles ist gut, komm her!" Rief sie ihrem Himmelsvogel zu. Doch sie reagierte nicht. Es schien, als hätte Danai sich eine Meinung zu Liam gebildet. Und die schien nicht allzu gut zu sein. Verzweifelt lief Avrilla zu ihrem treuen Begleiter und zerrte an ihrem Strick. Danai drückte ihren Fuß noch fester gegen Liams Brustkorb. "Verdammt Danai, du bringst ihn noch um!" Kreischte sie panisch. Ruckartig ließ Der blaue Riesenvogel von seinem Opfer ab und 'verschwand' still hinter seiner Gebieterin. Avrilla kniete sich neben Liam auf den verschneiten Boden. "Oh Gott das tut mir so Leid! Ich weiß nicht wieso sie das gemacht hat!" Versuchte sie verzweifelt sich zu entschuldigen. Was wenn Danai Liam schwer verletzt hatte? Sie war normalerweise nicht so aggressiv. Wütend sah Avrilla zu ihrem Vogel auf. "Verschwinde!" Schrie sie Danai an. "Und komm ja nicht auf die Idee ungebeten wieder zukommen!" Fügte sich fauchend hinzu. Danai sah die Blonde erschrocken an, doch schwang schuldbewusst sich in die Luft. Für eine Weile flog sie in Kreisen über den Zweien. Von unten wurde Danai immer kleier, als sie sich immer höher in die Luft schwang. Avrilla schloss die Augen und atmete tief durch. Sie stand auf und wischte sich eine Träne aus dem Gesicht. Mit zusammengebissenen Zähnen versuchte sie die kommenden Tränen zurückzuhalten. Sie atmete nochmal tief ein, dann drehte sie sich zu Liam und hielt ihm eine Hand hin.
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* Re: Liam x Avrilla

Beitrag von Predawn am Do März 28, 2013 7:49 pm


Er wollte es sich ja wirklich ungern anmerken lassen, aber die Luft wurde wirklich knapp. Keuchend lag er da, mit der Pranke eines Vogels auf dem Brustkorb, die halb so groß war wie er. Seine ganze Lunge wurde zusammengedrückt, und umso mehr er nach Luft rang, umso weniger wurde es. Seine Beine waren zwar weitgehend frei, aber liegend konnte er mit denen auch nicht viel mehr machen, als strampeln, und das wiederum würde das ganze nur noch erbärmlicher wirken lassen, als es sowieso schon war. Er konnte sich nicht wehren, konnte nur darauf warten zerquetscht zu werden oder zu ersticken, oder von diesem Mädchen gerettet werden. Wie deprimierend. Zumindest reagierte die Schneeprinzessin auf seine Worte ziemlich schnell, und befahl diesem Monstrum von Tier in gefälligst in Ruhe zu lassen. Keine Reaktion. Gut, wie es aussah konnte dieser Vogel ihn nicht leiden. Aber, komm schon, er hatte dem Mädchen doch geholfen! Wie aufs Stichwort kam diese nun - in seinen Mantel gehüllt - durch den Schnee zu ihm gerannt und packte den Strick, der dem Vieh am Kopf herunter baumelte, um es weg zu ziehen. Fast hätte Liam laut aufgelacht. Allerdings fehlte ihm dafür die Luft. Wie sollte so eine schwache Frau einen so gewaltigen Vogel mit reiner Körperkraft dazu bewegen, ihn in Ruhe zu lassen? Was dachte sie sich? Sie erzielte nämlich ziemlich genau das Gegenteil des gewünschten Effekts; der Druck wurde höher. Ein lautes knacken ertönte, und der Jüngling spürte, wie ihm eine Rippe brach. Er konnte ein gequältes Stöhnen gerade noch unterdrücken. Die Welt begann sich zu drehen, alles verschwamm. Sauerstoffmangel. Gewaltiger Sauerstoffmangel.

Und dann war es plötzlich vorbei. Irgendwie hatte es das Prinzeschen scheinbar doch noch geschafft, ihr Riesen Haustier von ihm runter zu bekommen. Hustend und spuckend schnappte Liam krampfartig nach Luft. Was für ein schönes Gefühl, seine Lungen wieder füllen zu können. Nach kurzer Zeit hatte die Welt wieder aufgehört sich zu drehen und er konnte wieder scharf sehen. Erleichtert - was man ihm natürlich nicht ansah - atmete er noch Mal tief ein und aus, dann sah er zur Seite und warf dem Vogel einen vernichtenden Blick zu. Am liebsten würde er es erstechen, oder noch irgendwas viel schlimmeres mit ihm machen. Was erlaubte es sich eigentlich?! Nun, jetzt versteckte es sich zumindest nahezu hinter der schmalen Gestalt, die nun neben ihm kniete. Bevor er irgendwie reagieren konnte-, ergriff sie schon die Initiative. Sie schrie das Monstrum regelrecht an, bis es nur noch ein kleines Häufchen Elend war und langsam abhob, in den Himmel flog und irgendwann zwischen den dichten Wolken, aus denen immer mehr Schnee fiel, verschwand. Geschah ihm recht. Oder ihr. Die Schneeprinzessin hatte eben Danai gesagt, also war es vermutlich doch eher ein Weibchen. Wie auch immer.

Sie hatte zwar ziemlich wütend reagiert, aber irgendwie schien es ihr doch weh zu tun, ihren Gefährten weg zu schicken. Oder was war der Grund für ihre Tränen? Liam musterte sie, wie sie probierte, sich zusammen zu reißen. Erst da fiel ihm auf, das er noch immer im Schnee herum lag. Verdammt. Er ignorierte die dargebotene Hand - wenn er sie ergriffen hätte, hätte er sie vermutlich nur in den Schnee gerissen, statt sich aufrichten zu können - und probierte so, sich wieder hinzustellen. Erst setzte er sich hin, was schon schmerzhaft genug war. Scheinbar hatte er tatsächlich eine gebrochene Rippe. Na super, das wurde ja immer besser. Trotzdem schaffte er es mit zusammen gebissenen Zähnen sich hinzustellen. An seiner ausdruckslosen Maske erkannte man nichts von seinen Schmerzen, und das war auch gut so.

»Verdammt noch Mal«, fluchte er, zum wiederholten Mal, leise vor sich hin. Dieses Mädchen machte ihm nichts als Schwierigkeiten. Wie sollte er sich mit einer gebrochenen Rippe richtig verteidigen können, wenn es zu einem Kampf kam? Wie sollte er damit weite Strecken zurück legen? Nun gut, für heute schien das sowieso gelaufen. Der Schnee fiel immer dichter, bis man irgendwann kaum noch die Hand vor Augen sah. Das entwickelte sich ja zu einem richtigen Schneesturm. Da kam man so oder so nicht sonderlich weit voran. Er hätte es vermutlich trotzdem probiert - wenn er seinen Mantel hätte und dafür keine gebrochene Rippe. Eigentlich hatte er heute weit kommen wollen - stattdessen quälte er sich hier mit so einem Gör herum. Das war doch nicht mehr normal. Aber jetzt hatte er wohl keine andere Möglichkeit, als sich irgendwo ein Zimmer zu suchen und zu warten, bis das Wetter sich wieder beruhigen würde. Sein Blick wanderte durch den Schnee. Noch nicht Mal das Mädchen konnte er bei diesem Wetter ausfindig machen. Hatte sie sich mit seinem Mantel aus dem Staub gemacht? Weit konnte sie ja noch nicht gekommen sein...
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* Re: Liam x Avrilla

Beitrag von Predawn am Do März 28, 2013 7:50 pm

    Avrilla hielt Liam zwar ihre Hand endgegen, doch der Junge verzichtete auf ihre Hilfe. Ein wenig beleidgt ließ sie ihren Arm wieder an die Seite sinken. Liam hatte bestimmt starke Schmerzen, doch sein Gesicht zeigte keine Emotionen. Aber er musste ja wohl verletzt sein. Danai war nicht gerade zimperlich gewesen. Avrilla fühlte sich schuldig. Der arme Kerl ... Plötzlich fing es an stark zu schneien. Und der fallende Schnee wurde immer dichter. Sie konnte kaum noch was erkennen. Es war als wäre sie blind. Doch anstatt sich irgendwie bemerkbar zu machen schwieg sie. Ihr kam die Idee, die Kapuze des Mantels aufzusetzten. Umständlich griff sie nach hinten und zog sie sich über. Schon besser. Nun konnte sie sich wenigstens umsehen ohne Schneeflocken in die Aigen zu bekommen. Blödes Wetter. Blöder Schnee. Schlecht gelaunt trat sie den Schnee vor ihren Füßen weg. Blöder Tag. Blödes Leben. So langsam würde es ihr selbst in Liams Mantel zu kalt. Also entschied sie sich, irgendwas zu sagen. "Liam?" Fragte sie vorsichtig und hoffte, dass er nicht einfach so abgehauen war. Selbst wenn er noch da war, hätte er sie gehört? Sie hatte nicht gerade laut gesprochen ... Also noch einmal: "Liam?" Sagte sie etwas lauter und ging ein paar Schritte nach vorne. Hoffentlich war er nicht einfach weggegangen! Ohne Danai wäre sie völlig aufgeschmissen. Außerdem war sie immer noch sauer auf sie, sie ertrug es noch nicht Danai wieder zu empfangen. Bitte, bitte. Liam durfte noch nicht gegangen sein! "Liam!" Diesmal rief die Blonde. Komm schon! Er musste einfach noch geblieben sein!
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* Re: Liam x Avrilla

Beitrag von Predawn am Do März 28, 2013 7:50 pm


Kurz bevor der Schneefall sich zu einem regelrechten Sturm entwickelt hatte, und Liam das Mädchen noch nicht aus den Augen verloren hatte, hatte er bei ihr so etwas wie Schuldgefühl entdecken konnte. Das war ja schon Mal was. Schließlich war wegen ihr und ihrem bescheuerten Vogel alles durcheinander geraten. Und Liam konnte manchmal echt nachtragend sein, wenn er wollte. Aber gut, dann hatte er nur einen Moment nicht hingeguckt, und plötzlich war sie im Schneegestöber verschwunden. Nicht das ihn das interessieren würde, allerdings hatte sie seinen Mantel. Und der war verdammt noch Mal ziemlich teuer gewesen und noch gut im Schuss. Schützend hielt er sich die Hand vor die Augen, doch das brachte auch nicht sonderlich viel. Da konnte er auch einfach mit geschlossenen Augen rumlaufen. Innerlich fluchte er Lauf auf. So ein scheiß aber auch. Ziellos lief er umher, bis er irgendwann meinte, etwas gehört zu haben. Er lauschte angestrengt, sich da war nichts. Wahrscheinlich nur Einbildung. Also lief er weiter. Aber halt, da war es wieder. Irgendein Geräusch, ein gutes Stück von ihm entfernt. Ohne noch lange zu überlegen, lief er in die Richtung, in die ihn seine Ohren und sein Gefühl wiesen. Und tatsächlich - schon nach wenigen Schritten hörte er seine Schneeprinzessin nach ihrem rufen. Schwang da etwa eine gewisse Spur von Panik in ihrer Stimme mit? Kein Wunder - ohne ihn und ihren Vogel, der irgendwo da oben rumschwebte oder sonst wo war, war sie auch völlig aufgeschmissen. Nicht das ihn da interessieren würde. Aber schließlich hatte sie immer noch seinen Mantel.

Durch den Schnee wurde es schwer, Entfernungen abzuschätzen, deswegen wäre Liam fast in das Mädchen hineingerannt. Ihre Siluette war erst viel zu spät auch nur ansatzweise sichtbar geworden. Wenn sie nicht aufpassten, würden sie noch zugeschneit werden. Eigentlich war ja sein Plan gewesen, sich seinen Mantel zurück zu holen - man sollte hier anmerken, das er selber gerade nicht mehr als eine Hose und ein kurzärmliges Shirt trug, und das auch ihm mal kalt wurde. Aber als er sie dann so da stehen sah, folgte er einfach seiner Intuition. Statt noch lange zu Fackeln griff er nach ihrer Hand und zog sie hinter ihm her.
»Komm mit.«, sagte er noch schnell, aber sie hatte wohl kaum eine andere Möglichkeit, wenn sie nicht sterben wollte. Er stapfte durch den immer höher werdenden Schnee in Richtung der Stadt. Woher er wusste, wo sie war? Keine Ahnung. Aber irgendwann tauchten tatsächlich die Umrisse der Häuser zwischen den dicht fallenden Schneeflocken auf. Glücklicherweise waren sie nicht allzu weit außerhalb gewesen. Liam spürte, wie seine Finger langsam steif wurden und sein ganzer Körper anfing, zu unterkühlen. Trotzdem ließ er das Mädchen nicht los sondern ging bloß noch einen Schritt schneller. Und irgendwann kamen sie tatsächlich an. Die Straßen des Dorfes waren wie leergefegt, es herrschte geisterhafte Stille, nur der Schnee fiel sanft auf die Straße und began, die Häuser zuzuschneien. Zielstrebig hielt Liam auf die Taverne zu, eins der wenigen Gebäude, an dem man Licht aus den dreckigen Milchglasfenstern sehen konnte. Mit einer Hand zog er die schwere Holztür auf und-
Lief in eine Wand aus Menschen und Hitze. Kurz drehte sich seine Welt, und er musste sich am Türrahmen festhalten. Der Unterschied von seinem unterkühltem Körper zu der Wärme hier drin war einfach zu groß. Gerade so konnte er noch die Tür schließen, ab dann konnte man kaum einen Schritt mehr vorwärts gehen, so voll war es hier. Erstaunlich, das hier noch mehr Leute dazu gekommen waren, als die, die drin waren, als der junge Mann sich heute schon Mal hier befunden hatte.

» Taverne? O: Ich hoffe, das ist okay? O:
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* Re: Liam x Avrilla

Beitrag von Predawn am Do März 28, 2013 7:51 pm

cf: Die Mühle

    Avrilla rief weiterhin nach Liam, bis er fast in sie reinlief. Sie hoppste erschrocken einen Schritt zurück. Noch bevor sie ein erleichtertes 'Da bist du ja!' ausrufen konnte, wurde sie von ihm an die Hand genommen und hinter sich her gezogen. Seine Hand war eiskalt. Naja kein Wunder, schließlich hatte er ihr seinen Mantel gegeben. Avrilla drückte seine Hand ein wenig. Vielleicht könnte sie ihm ja so ihre restliche Wärme übertagen. Liam musste kurz vor dem Erfieren sein, doch er stapfte einfach weiter durch den Schnee und zog Avrilla hinter sich her. Sie hatte keine Ahnung wo Liam sie hinbrachte. Sie bezweifelte sogar, dass er das wusste. Nach einer Weile, die ihr wie Jahre vorkam, kamen die Zwei in der Stadt an. Liam peilte ein besonderes Gebäude an und zog sie hinter sich in eine brechend volle und kochendheiße Taverne. Besorgt sah Avrilla ihren erneuten Retter an. Er lehnte sich an den Türrahmen, aber nicht mit der typischen 'Ich bin zu cool für diese Welt' Pose. Es schien ihm echt nicht gut zu gehen. Avrilla wunderte sich, ob vielleicht noch irgendwo ein Tisch frei war. Oder ein Platz an der Bar. Höchstwahrscheinlich nicht, aber man konnte ja nie wissen. Mit einem erneut besorgten Blick sah sie zu Liam und gab ihm seinen Umhang zurück. Dann kletterte sie geschickt den Türahmen hinauf. Von dort oben konnte sie über die ganze Taverne schauen. Angestrengt suchte die Blonde den ganzen Raum ab. Ganz hinten, in einer Ecke schien doch tatsächlich ein Tisch frei zu sein. Wenn so viele Menschen an einem Ort waren, war es kein Wunder, dass so ein kleiner Tisch übersehen wurde. Avrilla ließ sich den Türrahmen wieder hinunter gleiten. Dann schnappte sie sch Liam Handgelenk und hielt es mit all ihrer Kraft fest. Sie kannte die Kraft einer so großen Menschenmenge. Wenn man nicht aufpasste, hatte man sic ganz schnell wieder verloren. Das Blondchen atmete einmal tief durch und stürtzte sich mit Liam im Schlepptau in das Meer von Menschen. Entschlossen rammte die den viel größeren Leuten ihren spitzen Ellenbogen in Rücken, Hüfte oder Bauch. Wenn die ihr keinen Platz machten, konnte sie ja auch nichts dafür ... Nach bestimmt einer Viertelstunde kamen Avrilla und Liam auf der anderen Seite der Taverne an. Zielstrebig ging das Mädchen rechtsherum an der Wand entlang. Und siehe da! Sie kamen an eine kleine und nicht gerade einladend aussehende Sitzecke. Avrilla ließ Liams Hand erst los, als sie sich auf die morsche Bank gesetzt hatte.
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* Re: Liam x Avrilla

Beitrag von Predawn am Do März 28, 2013 7:51 pm



« Die Mühle

Das Mädchen wehrte sich nicht, als Liam sie wortlos hinter sich her zerrte - nicht gerade sanft, das war ihm bewusst. Sie sollte sich auch gar nicht erst darüber beschweren, schließlich half er ihr ja. Warum auch immer. Er konnte sich sein verhalten mal wieder selbst nicht erklären. Das passierte ihm momentan irgendwie öfters - oder um genauer zu sein, seit dieses Gör aufgetaucht war. Erschöpft, aber mit gefühlskalter Maske, lehnte sich Liam gegen die Wand der Taverne und schloss einen Moment die Augen. Seine Rippe tat durch das kämpfen durch den Schnee höllisch weh, und insgesamt war er ziemlich fertig. Er war so viel Aufruhr nicht mehr gewohnt - vor ein paar Jahren noch, wäre er jetzt noch voller Energie gewesen. Er brauchte mehr Training, verdammt. Aber seit dem er seinen Meister, diesen alten Sack, umgebracht hatte und nach seiner verlorenen Zwillingsschwester suchte, war er zu fast gar nichts mehr gekommen. Eine Suche, die vermutlich gar keinen Zweck hatte. Langsam öffnete er seine Augen wieder, und stellte fest, das er noch immer die Hand der Schneeprinzessin hielt. Schnell ließ er sie los - und bemerkte dann, wie schön warm sie gewesen war, ganz im Gegensatz zu seiner. Apropos Wärme. Hier drin war es ihm schon fast zu heiß. Eine Schweißperle lief ihn die Stirn hinunter, fast als würde er langsam wieder auftauen. Vermutlich war er die Hitze nach der Zeit in der eisigen Kälte einfach nicht mehr gewöhnt. Verwirrt sah er auf, als das Mädchen ihm seinen Mantel in die Hand drückte, und sich dann mühsam den Türrahmen hochzog. Von da oben sah sie sich einen Zeit lang in der Taverne um, dann kletterte sie geschwind wie ein Äffchen wieder hinunter und packte sein Handgelenk. Zur Hölle? Was sollte das nun wieder? Er brauchte keine Hilfe? Gestern noch hätte er jeden erdolcht, der es wagte, ihn an zufassen...

Doch nun ließ er sich wehrlos durch die Menge ziehen. Wenn er gewollt hätte, hätte er sich jederzeit aus ihrem griff befreien können, doch auch das tat er nicht. Vielleicht war er durch den Schmerz leicht benebelt. Keine Ahnung wie lange sie sich so durch die Menschenmenge kämpften, aber irgendwann erreichten sie das andere Ende der Taverne und eine nicht besetzten Tisch mit einer, zugegeben recht winzigen, Holzbank und einem Schemel. Darauf hatte sie es also abgesehen. Die Schneeprinzessin ließ sich auf der Bank nieder, doch statt sich neben sie zu quetschen, bevorzugte Liam den Schemel. Da fiel ihm auf, das er noch immer seinen Umhang in der Hand hielt. Schnell warf er ihn sich über - und fühlte sich gleich viel besser. Ohne ihn kam er sich immer leicht ungeschützt vor, auch wenn das natürlich quatsch war. Auch setzte er sich wieder die Kapuze auf, und nun war er endlich wieder er selbst. Statt sich zu bedanken oder sonst irgendwas von sich zu geben, sah er das Mädchen gegenüber von ihm einfach nur an. Mit einem ausdruckslosen Gesicht und kalten Augen. Irgendwie war sie seltsam. Nun gut, sie brauchten gar nicht zu hoffen, das hier eine Bedienung vorbei kam. Hier war es so voll, und sie saßen so weit hinten in einer dunklen Ecke, das würde schon an ein Wunder grenzen, wenn hier jemand hin kommen würde. Wenn man die Taverne betrat, dann konnte man die Ecke hier kaum erspähen, so sehr lag sie im Schatten. Glücklicherweise liefen hier auch keine betrunken herum.
Er war müde. Er war erschöpft. Er hatte schmerzen. Doch er sagte nichts, und anmerken konnte man es ihm erst recht nicht. Sein Gesicht hatte sich kein bisschen verändert. Die Zimmer hier waren vermutlich sowieso schon längst alle ausgebucht. Sie konnten sich höchstens an die Wand setzten, und dort im sitzen schlafen aber... das war Schwachsinn. Warum dachte er daran? Er hatte nicht das Bedürfnis, nun zu schlafen. Eigentlich hatte er das Bedürfnis zu rein gar nichts.
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* Re: Liam x Avrilla

Beitrag von Predawn am Do März 28, 2013 7:52 pm

    Avrilla starrte geradeaus in die Menschenmenge. Es war echt ein Glück, dass diese Sitzecke noch frei war. Im inneren Auge spielte sie nochmal alle heutigen Geschehnisse ab. Zuerst war sie von ihrem Lager auf dieser riesigen Ebene losgeflogen, war in dieser Stadt gelandet und traf auf Liam. Sie schielte kurz zu ihm hin. Er hatte wieder seinen Umhang angezogen und die Kapuze übergeworfen. Beobachtete er sie etwa? Irgendwie hatte sie das Gefühl, das er sie ansah. Vielleicht war es auch nur Einbildung. Wiederwillig riss ihren Blick von ihm los. Was war noch alles passiert? Liam hatte sie vor einem Monster gerettet. Danach hatte sie ihn nach seinem Namen gefragt. Und da fiel ihr auf, dass Liam ihren Namen noch nicht kannte. Wieder sah sie zu ihm. Sollte sie ihm jetzt ihren Namen verraten? Unsicher was zutun war versuchte sie ihren Blick von Liams Augen loszureißen. Das war garnicht so einfach. Er wirkte mit seinem eintönig neutalen Gesichtsausdruck einschüchternd. Doch wenn man ihn etwas genauer betrachtete, konnte man ihm ansehen, dass er wahrscheinlich tausende Geheimnisse hatte. Und genau das reizte Avrilla. Sie mochte Geheimnisse, besonders die ganz bösen und blutigen. Sie war sich sicher, er hatte jede Menge davon auf Lager. Das einzige Problem war, sie wusste nicht, wie sie diese Geheimnisse aus ihm rauskitzeln sollte ... Die Blonde schüttelte den Kopf. Sie wollte eigentlich nur alles durchgehen, was sie heute schon alles erlebt hatte. Sie zerbrach sich unnötig ihr hübsches Köpfchen. Tief ein- und ausatmen. Mit geschlossenen Augen ging sie die Geschehnisse weiter durch. Liam hatte sie bedroht, aber nicht getötet. In diesem Moment hatte sie gewollt zu sterben. Genau das hatte sie ihm auch gesagt. Dann war er plötzlich stockwütend gewesen und hatte ihr wehgetan. Aber wieder nicht getötet. Wieso eigentlich nicht? Er hatte allen Grund dazu. Sie hatte ihm seit ihrer Begegnung nur Ärger bereitet. Und Liam war nicht gerade von der zimperlichen Sorte. Dieser Kerl war ein Rätsel für sie. Aber nun weiter; Avrilla hatte ihre Meinung zum Tod geändert. Sie wollte doch nicht mehr sterben. Dann hatte Danai Liam angegriffen und fast umgebracht. Sie hatte ihren geliebten Vogel weggeschickt. Es würde noch eine Weile dauern bis sie Danai vergeben konnte. Plötzlich hatte es dann angefangen zu schneien und Liam hatte sie erneut gerettet. Er selbst wäre fast erfroren. Avrilla hatte das komische Bedürfnis, mit Liam Plätze zu tauschen, damit er sich ausruhen konnte. Langsam öffnete sie wieder ihre Augen und sah in seine kalten Augen. "Möchtest du dich vielleicht auf der Bank ausruhen? Ich würde mich dann auf den Hocker setzten." Bot sie Liam freundlich lächelnd an. Sie starrte weiterhin in seine eiskalten Augen. Sie konnte garnicht anders als ihn wie in Trance anzusehen. Nach einiger Zeit bemerkte Avrilla ein grünen Schimmer in Liams Augen. Mein Gott. Sie hatte nicht gewusst das ein Junge mit einer steinharten Maske so schöne Augen haben konnte ...
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